Interkulturelles Geschichtslernen — einige Gedanken zum Verständnis des Konzepts

Der Begriff “Interkul­turelles Ler­nen” beze­ich­net eine ganze Gruppe von päd­a­gogis­chen Reak­tio­nen auf Her­aus­forderun­gen der gegen­wär­ti­gen (west­lichen) Gesellschaften. Ins­beson­dere Prozesse der Dekolonisierung (für Deutsch­land weniger bedeut­sam) und daraus entste­hende postkolo­niale Struk­turen (für Deutsch­land dur­chaus nicht unbe­deu­tend) sowie postkolo­nial­is­tis­che Denk- und Reflex­ion­san­sätze, die Erfahrung von zunächst (ver­meintlich) zeitweiliger (“Gas­tar­beit­er”), tat­säch­lich und immer deut­lich­er wer­dend dauer­hafter Immi­gra­tion – und zwar auf Seit­en der “Autochtho­nen” wie der Immi­granten –, die Plu­ral­isierung von Immi­gra­tions­grün­den und ‑anlässen sowie der Herkun­ft­skul­turen und die daraus entste­hen­den und im Laufe der Zeit sich auch tat­säch­lich und in der Wahrnehmung verän­dern­den “Prob­lem­la­gen” (und ‑zuschrei­bun­gen) haben unter­schiedliche päd­a­gogis­che Konzepte des Umgangs mit solch­er Het­ero­gen­ität entste­hen lassen, die ich hier nur zu nen­nen brauche:

  1. Aus­län­der­päd­a­gogik: zunächst in ein­er “rückkehr”-orientierten Vari­ante als Befähi­gung der hier leben­den Aus­län­derkinder zum Agieren in dieser, aber auch in ihrer Herkun­fts­ge­sellschaft; dann in ein­er bleibe-ori­en­tierten Vari­ante als päd­a­gogis­che Bear­beitung der vor allem bei den Migranten lokalisierten Prob­leme (Defizite hin­sichtlich der Fähigkeit­en, die in dieser Gesellschaft gebraucht werden);
  2. Anti­ras­sis­tis­che Erziehung: Päd­a­gogis­che Behand­lung vor allem von ras­sis­tis­chen und aus­län­der­feindlichen Vorstel­lun­gen und Hal­tun­gen auf Seit­en der “autochtho­nen” Gesellschaft;
  3. Mul­ti­kul­turelle Erziehung: An “alle” beteiligten Grup­pen und Kul­turen gerichtete Erziehung zur gegen­seit­i­gen Tol­er­anz und Anerken­nung unter der Prämisse, dass die jew­eili­gen Kul­turen unter­schiedlich, in ihrer Unter­schiedlichkeit aber gle­ich­w­er­tig sind. Prämis­sen waren ein Konzept rel­a­tiv homo­gen­er “Kul­turen” mit einem Eigen­wert und einem Recht auf Authen­tiz­ität und Bewahrung und die Idee eines Zusam­men­lebens der Kulturen.
  4. Interkul­turelle Erziehung und Bil­dung: Auf die Befähi­gung der Mit­glieder der­art het­ero­gen­er Gesellschaften zum Umgang mit der Unter­schiedlichkeit und mit den konkreten Unter­schieden gerichtete Päd­a­gogik. In eini­gen Vari­anten auch hier unter der Prämisse homo­gen­er Kul­turen und rel­a­tiv ein­deutiger Zugehörigkeiten;
  5. Tran­skul­turelle (im Sinne von W. Welsch) Erziehung, nicht mehr von vorgegebe­nen, real existieren­den “Kul­turen” als rel­a­tiv homo­ge­nen Entitäten aus­ge­ht, wohl aber von der Wirk­mächtigkeit dieser Vorstel­lung bei vie­len Akteuren. Dem Konzept liegt vielmehr die Vorstel­lung von Kul­turen als Kon­struk­ten zu Grunde, die verän­der­lich und vielfältig sind: Alle Men­schen entwick­eln ihre Kul­tur­al­ität durch eine Vielzahl unter­schiedlich­er, einan­der durch­drin­gen­der und über­lap­pen­der Sozial­i­sa­tio­nen /Enkulturationen und gehören somit immer ein­er Mehrzahl von Kultur(en) gle­ichzeit­ig an – und verän­dern ihre Kul­tur­al­ität ständig. Dahin­ter ste­ht ein “mod­ern­er” Kul­turbe­griff, wie ihn etwa Klaus-Peter Hansen und Stephanie Rath­je for­muliert haben. Gle­ichzeit­ig bedeutet das nicht, dass die Men­schen sich dieser Plu­ral­ität und Kon­struk­thaftigkeit ihrer Kul­tur­al­ität bewusst sind und sie affir­ma­tiv anerken­nen. Die Vorstel­lung von qua­si voneinan­der separi­erten Kul­turen und rel­a­tiv ein­deutiger Zuge­hörigkeit­en bleibt sowohl für Selb­st- wie auch (vor allem?) für Fremdzuschrei­bun­gen wirk­mächtig. Authen­tiz­itäts- und Selb­st­ständigkeit­sansprüche von kul­turellen Grup­pen wie auch Ansprüche an die Zuge­hörigkeit und entsprechen­des Ver­hal­ten ihrer Mit­glieder bleiben rel­e­vant (Extrem­beispiel: Ehren­morde), prä­gen aber auch beson­ders Erwartun­gen von Ange­höri­gen jew­eils ander­er Kulturen.

Ein paar Worte zum Kul­turbe­griff 1:

“Kul­tur” beze­ich­net im Sinne der mod­er­nen Kul­tur­the­o­rie und interkul­turellen Päd­a­gogik nicht das “gepflegte” und “ela­bori­erte” Ver­hal­ten von Men­schen im Sinne der “Hochkul­tur” im Gegen­satz zu “kul­tur­losem” Ver­hal­ten und Geschmack. Der Begriff hat in diesem Zusam­men­hang die Kon­no­ta­tion des “gepflegten” und “gehegten” und somit qual­i­ta­tiv Höher­w­er­ti­gen weit­ge­hend abgelegt zu Gun­sten ein­er ana­lytis­chen Aus­rich­tung. “Volk­skul­tur” lässt sich mit ihm somit eben­so erfassen wie “Hochkul­tur” (das ist übri­gens in den Konzepten der “Geschicht­skul­tur” und der “Erin­nerungskul­tur” dur­chaus anders, die sowohl die ana­lytis­che Unter­schei­dungs­fähigkeit wie auch den Aspekt der Elab­o­ra­tion enthal­ten kön­nen – wenn etwa davon die Rede ist, dass eine Gesellschaft für ihren Umgang mit ein­er dik­ta­torischen Ver­gan­gen­heit keine For­men und Kat­e­gorien entwick­elt habe). Wichtiger im mod­er­nen anthro­pol­o­gis­chen Kul­turbe­griff ist die eben­falls in der Vorstel­lung der “Hege” gegrün­dete Vorstel­lung, dass “Kul­tur” all das beze­ich­net, was den Men­schen von der “Natur” unter­schei­det. Dabei spielt weniger die Vorstel­lung eine Rolle, dass ihn das von der “toten” oder “unbe­seel­ten” Natur abhebe, son­dern mehr die Vorstel­lung, dass diese entwick­el­ten For­men des Ver­hal­tens zum einen kontin­gent sind, d.h. dass sie ein­er­seits nicht deter­miniert sind, so dass für gle­ichar­tige “Auf­gaben” ganz unter­schiedliche Lösun­gen und For­men gefun­den wer­den kön­nen und wur­den, und dass ander­er­seits diese For­men aber eben­sowenig völ­lig zufäl­lig vari­ieren zwis­chen Indi­viduen, son­dern dass zusam­men lebende Men­schen durch ihre Inter­ak­tion gemein­same For­men her­aus­bilden. Die so entste­hen­den Ver­hal­tensweisen sind somit kontin­gent grup­pen­spez­i­fisch, insofern jede zusam­men lebende Gruppe sie anders aus­bildet, die einzel­nen For­men aber nicht per se qual­i­ta­tiv unter­schiedlich sind, son­dern zunächst als gle­ich­w­er­tig – aber eben “anders” – ange­se­hen wer­den müssen. Es ist leicht ersichtlich, dass dieser Begriff von “Kul­tur” dazu geeignet ist, sowohl die Unter­schiedlichkeit von Grup­pen zu pos­tulieren wie die Zuge­hörigkeit des Einzel­nen zu jew­eils ein­er Gruppe. Es ist ein Konzept, dass den extrem recht­skon­ser­v­a­tiv­en Posi­tio­nen, wie sie in Nation & Europa pos­tuliert wer­den, also dem sog. “Ethno­plu­ral­is­mus”, eben­so eignet, wie den Vorstel­lun­gen des “Mul­ti­kul­ti”. Ras­sis­tis­che, “ethno­plu­ral­is­tis­che” und mul­ti­kul­turelle Posi­tio­nen unter­schei­den sich dann vor allem dadurch, dass erstere, nicht nur die Ungle­ich­heit, son­dern auch die Ungle­ich­w­er­tigkeit der unter­schiedlichen kul­turellen For­men behaupten, die anderen bei­den dage­gen (im “Ethno­plu­ral­is­mus” vielle­icht auch nur als Lip­pen­bekent­nis) die Gle­ich­w­er­tigkeit behaupten, untere­inan­der aber wiederum dadurch unter­schieden sind, dass nur let­ztere Posi­tion ein Zusam­men­leben der­art definiert­er Kul­turen zur gle­ichen Zeit im gle­ichen Raum für möglich und wün­schenswert erachtet.

Der mod­erne, anthro­pol­o­gis­che Kul­turbe­griff geht jedoch noch darüber hin­aus. Er pos­tuliert, wie gesagt, nicht nur die Gle­ich­w­er­tigkeit und Kom­pat­i­bil­ität der­ar­tiger kul­tureller Aus­prä­gun­gen, son­dern deren Kon­struk­tcharak­ter: Men­schen wer­den durch ihre Sozial­i­sa­tion in Grup­pen geprägt, nicht aber im Sinne der “Enkul­tur­al­isierung” in eine homo­gene Gruppe, son­dern im Sinne der Aneig­nung unter­schiedlich­er kul­tureller Stan­dards durch ver­schiedene Sozial­i­sa­tion­sin­stanzen zur gle­ichen Zeit. In diesem Sinne träfe der Begriff “tran­skul­turell” wohl eher. 2

Diese Verän­derung des Kul­turbe­griffs hat dann auch Kon­se­quen­zen für die Vorstel­lun­gen interkul­turellen (oder: tran­skul­turellen) Ler­nens – die wiederum in der Debat­te heute weit­er­hin munter durcheinan­der gehen:

Interkul­turelles Ler­nen im heuti­gen Sinne vere­int zumeist Vorstel­lun­gen ein­er Befähi­gung der Ler­nen­den zum zusät­zlichen Denken “in” den Stan­dards ein­er anderen Kul­tur, basiert also zu weit­en Teilen noch auf den Vorstel­lun­gen qua­si homo­gen­er Kul­turen. Das ist immer dort der Fall, wo “interkul­turelles Ler­nen” etwa als Mehr-Schritt-Pro­gramm der Dezen­tral­isierung von der “eige­nen” und des Ver­ste­hens “fremder” Kul­turen konzip­iert ist. Viele “Interkul­turelle Train­ings” gehören diesem Typ an. Auch die Vorstel­lun­gen der Befähi­gung zu einem “switch­ing” am Ende eines interkul­turellen Lern­prozess­es gehören in diese Kat­e­gorie. 3

Für das Geschicht­sler­nen 4 wür­den hier­hin Vorstel­lun­gen gehören, dass Immi­granten ler­nen müssten, das his­torische Denken der Zielge­sellschaft ihrer Migra­tion (also bei uns konkret das Mas­ter Nar­ra­tive der Deutschen Nation­algeschichte) zu ver­ste­hen, wenn nicht gar zu erwer­ben. “Nation­algeschichte als Entrée­bil­lett” haben Vio­la Geor­gi und Bodo von Bor­ries diese Vorstel­lung genan­nt. Im Rah­men der The­ma­tisierung des Nation­al­sozial­is­mus und des Holo­caust in Schule wie auch in der außer­schulis­chen (Gedenkstätten-)pädagogik kön­nte das etwa den Anspruch begrün­den, dass Migranten ler­nen, dass, warum und wie die “Täterge­sellschaft” spez­i­fis­che For­men der The­ma­tisierung der eige­nen Ver­gan­gen­heit entwick­elt hat, die ihre eigene Schuld oder Ver­ant­wor­tung (Schuldigkeit) in den Mit­telpunkt stellen, und die eventuell von in den “Herkun­ft­skul­turen” der Migranten üblichen For­men der The­ma­tisierung eigen­er Geschichte (Siegergedächt­nis, Tätergedächt­nis) deut­lich abwe­ichen. Die Enkul­tur­al­isierung zur “neg­a­tiv­en Erin­nerung” wäre eine Form interkul­turellen Ler­nens dieser Art.

Daneben existieren aber auch weit­ere Konzep­tio­nen interkul­turellen Ler­nens, welche von der Kon­stru­iertheit, Vari­abil­ität und Kom­plex­ität kul­tureller Zuge­hörigkeit­en aus­ge­hen. “Interkul­turelles” Ler­nen ist dann nicht die Befähi­gung des einzel­nen, kul­turellen For­men und Stan­dards des Denkens und Ver­hal­tens der jew­eils “anderen” Kul­tur zu entsprechen, son­dern vielmehr die Befähi­gung des Einzel­nen, mit der Unter­schiedlichkeit solch­er Stan­dards als solch­er umzuge­hen – und zwar real­is­tis­cher­weise nicht in Bezug auf eine “Zielkul­tur”, son­dern auch die Plu­ral­ität der “Kul­turen”, die miteinan­der agieren müssen. Es geht dann mehr um die Bewusst­machung der Kul­tur­spez­i­fik ele­mentar­er Denk‑, Wer­tungs- und Ver­hal­tensweisen und die Befähi­gung zur Reflex­ion auf diese Unter­schiede, wie auch darum, diese ver­schiede­nen For­men sowohl in einiger Ver­tiefung ken­nen­zuler­nen, sie grund­sät­zlich als kontin­gente Möglichkeit­en zu akzep­tieren, aber auch darum, die eigene (kul­turelle) in Annäherung an und Abgren­zung von anderen Posi­tion zu klären und zu entwick­eln (also nicht: zu ler­nen, was “das Eigene ist”, son­dern mehr, was “das Eigene sein kann und soll”). Interkul­turelles Ler­nen ist dann ein Pro­gramm, das sich an Migranten und “Autochthone” richtet, aber nicht im bilat­eralen Ver­hält­nis (“die Ein­heimis­chen müssen ler­nen, die Migranten zu akzep­tieren und diese, die Ein­heimis­chen”), son­dern eben­so an die Migranten untere­inan­der. Das Ziel interkul­turellen Ler­nens dieses Ver­ständ­niss­es ist die Befähi­gung der vie­len Einzel­nen in ihrer mul­ti­plen kul­turellen Prä­gung zum Zusam­men­leben mit Men­schen, die in vielfach­er Weise anders geprägt sind.

Für Geschicht­sler­nen kön­nte daraus gefol­gert wer­den, dass eine Sozial­i­sa­tion der Migranten zur Mehrheits­geschichte hin kom­biniert mit dem Anspruch, “den” Ange­höri­gen der Mehrheit­skul­tur “die” Herkun­fts­geschicht­en näherzubrin­gen, nicht aus­re­icht, son­dern dass vielmehr allen gemein­sam eine gemein­same neue his­torische Iden­tität zumin­d­est anzu­bi­eten ist – etwa im Sinne eines Kos­mopolitismus und ein­er men­schen­rechtlich-uni­ver­salen Kul­tur. 5 Andere Schlussfol­gerun­gen erscheinen jedoch weitaus plau­si­bler – so die Konzep­tion, Geschicht­sler­nen sollte weniger die Ler­nen­den zu ein­er mehr oder weniger homo­ge­nen Gemein­schaft zusam­men­schweißen, also wed­er die Migranten zu Mit­gliedern der als unverän­dert gedacht­en Zielkul­tur machen, noch alle zusam­men zu ein­er neuen Gesellschaft gle­ichen Typs, son­dern vielmehr dazu beitra­gen, dass alle in die Lage ver­set­zt wer­den, als gle­ich­berechtigte Mit­glieder an ein­er neuen Form von Gesellschaft zu par­tizip­ieren, die weniger auf Homogen­ität aufge­baut ist als mehr auf der Befähi­gung aller zum Umgang mit Het­ero­gen­ität, mit Ander­sar­tigkeit. Dazu kön­nte etwa beitra­gen, dass die unter­schiedlichen Herkun­fts-Kul­turen nicht als solche (und nicht nur für die jew­eils aus ihnen stam­menden), son­dern in ihren gegen­seit­i­gen sach­lichen (=”realgeschichtlichen”) wie per­spek­tivis­chen Beziehun­gen the­ma­tisiert wer­den, und somit dem Einzel­nen die Möglichkeit geboten wird, seine eigene his­torische Iden­tität zu reflek­tieren und somit (neu) zu begrün­den. 6 Auch die Konzep­tion, die Migra­tionser­fahrung (bzw. die Erfahrung, (ver­meintlich) erst­mals mit Migranten zu tun zu haben) selb­st zum Aus­gangspunkt his­torischen Fra­gens und Ler­nens zu machen. In diesem Sinne erfordert his­torisches Ler­nen in der Migra­tions­ge­sellschaft, aber auch in der glob­al­isierten Welt weniger die “Ver­mit­tlung” ein­heitlich­er Geschichts­bilder (auch nicht das linke und lib­erale der neg­a­tiv­en Erin­nerung), son­dern mehr die “Ver­mit­tlung” zwis­chen den Ori­en­tierungs­bedürfnis­sen, Fra­gen, Konzepten und den aus ihnen entsprin­gen­den Erzäh­lun­gen aus unter­schiedlichen Per­spek­tiv­en. Es erfordert die Umstel­lung his­torischen Ler­nens auf de Entwick­lung der Fähigkeit, in dieser Vielfalt his­torisch­er Fra­gen und Erzäh­lun­gen, sowohl die jew­eils anderen ernst zu nehmen, gle­ichzeit­ig aber auch die eige­nen Fra­gen und Bedürfnisse, die eige­nen Werte und Ori­en­tierun­gen zu schär­fen, und sich nicht in einem rel­a­tivis­tis­chen “any his­to­ry goes” zu ver­lieren. Die zu entwick­el­nde Fähigkeit beste­ht vielmehr darin, inner­halb ein­er diver­si­fizierten und kon­tro­ver­sen Geschichts- und Erin­nerungskul­tur par­tizipa­tons- und hand­lungs­fähig zu sein im Sinne ein­er Beteili­gung an der Aushand­lung vernün­ftiger Geschicht­skonzepte. Es geht darum, im eigen­ständi­gen his­torischen Denken “kom­pe­tent” zu werden.

Anmerkun­gen / Ref­er­ences
  1. vgl. auch HANSEN, KLAUS PETER (2003): Kul­tur und Kul­tur­wis­senschaft. Eine Ein­führung.; 3. Aufl.; Tübin­gen, Basel: Francke.[]
  2. Vgl. etwa WELSCH, WOLFGANG (1997): “Tran­skul­tur­al­ität.” In: Uni­ver­si­tas 52,1; S. 16–24;[]
  3. Witte, Arnd (2006): “Über­legun­gen zu ein­er (inter)kulturellen Pro­gres­sion im Fremd­sprache­nun­ter­richt.” In: Fremd­sprachen lehren und ler­nen 35, S. XX.[]
  4. vgl. auch KÖRBER, ANDREAS (2001): “Geschichte und interkul­turelles Ler­nen. Begriffe und Zugänge.” In: Geschichte in Wis­senschaft und Unter­richt 52; 5–6; S. 292–304 bzw. KÖRBER, ANDREAS (2001): “Interkul­turelles Geschicht­sler­nen — eine Ein­führung.” In: KÖRBER, ANDREAS (Hrsg.; 2001): Interkul­turelles Geschicht­sler­nen. Geschicht­sun­ter­richt unter den Bedin­gun­gen von Ein­wan­derung und Glob­al­isierung. Konzep­tionelle Über­legun­gen und prak­tis­che Ansätze. Mün­ster: Wax­mann (Novem­ber­akademie; 2), S. 5–25.[]
  5. Bodo von Bor­ries nen­nt das “Men­schen­rechts­geschichte als Ersatzre­li­gion”. Siehe Bor­ries, Bodo von (2001): “Interkul­turelles Geschicht­sler­nen — ja sich­er, aber wie?” In: Kör­ber, Andreas (Hrsg.; 2001): Interkul­turelles Geschicht­sler­nen. Geschicht­sun­ter­richt unter den Bedin­gun­gen von Ein­wan­derung und Glob­al­isierung. Konzep­tionelle Über­legun­gen und prak­tis­che Ansätze. Mün­ster: Wax­mann (Novem­ber­akademie; 2), S. 73–96., S. XX.[]
  6. Dazu ein Beispiel: Das erforderte etwa, beim The­ma “Ent­deck­un­gen” und “Kolo­nial­is­mus” kon­se­quent sowohl die Poli­tiken der europäis­chen Staat­en und der in/aus ihnen Täti­gen Han­del­skom­pag­nien (auch in ihrer Rival­ität untere­inan­der), aber auch ver­schieden­er Inter­es­sen­grup­pen in diesen Staat­en (inklu­sive Kri­tik­ern), als auch unter­schiedlich­er Akteure in den zu kolonisierenden/kolonisierten Gebi­eten­zu the­ma­tisieren (Mul­ti­per­spek­tiv­ität im engeren Sinne) – und es erforderte, die His­to­ri­ogra­phien der unter­schiedlichen “Kul­turen” dazu kon­trastiv zu ver­wen­den (“Kon­tro­ver­sität”).[]
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Literatur: Wolfgangs Welschs Begriff der “Transkulturalität”

  • WELSCH, WOLFGANG (1994): “Tran­skul­tur­al­ität — Lebens­for­men nach der Auflö­sung der Kul­turen.” In: LUGER, KURT; RENGER, RUDI (Hrsg.; 1994): Dia­log der Kul­turen  — Die mul­ti­kul­turelle Gesellschaft und die Medi­en. Wien [u.a.]: Öster­re­ichis­ch­er Kun­st- und Kul­turver­lag (Neue Aspek­te in Kul­tur- und Kom­mu­nika­tion­swis­senschaft; 8), S. 147–169.
  • WELSCH, WOLFGANG (1994): “Tran­skul­tur­al­ität — die verän­derte Ver­fas­sung heutiger Kul­turen.  In: Via Regia 20.
  • WELSCH, WOLFGANG (1997): “Tran­skul­tur­al­ität.” In: Uni­ver­si­tas 52,1; S. 16–24.