Noch einmal Sinnbildungsmuster: “traditional” vs. *“traditionell”

Kör­ber, Andreas (16.2.2015): “Noch ein­mal Sinnbil­dungsmuster: ‘tra­di­tion­al’ vs. *‘tra­di­tionell’ ”.

Die Sinnbil­dungsmuster bzw. Erzähltypen von Rüsen und (mit etwas ander­er the­o­retis­ch­er Logik) Pan­del erscheinen mir weit­er­hin als ein wichtiges Instru­ment, den Kon­struk­tcharak­ter und die Ori­en­tierungsleis­tung von Geschicht­en (“Nar­ra­tio­nen”) zu verdeut­lichen und ihn trans­par­ent zu machen.

In den Klausuren zu meinem Ein­führungsmod­ul in die “Fach­di­dak­tik Geschichte” (bess­er: “Geschichts­di­dak­tik”) sind daher öfters auch Texte auf die in ihnen enthal­te­nen Sinnbil­dungsmuster zu unter­suchen. Dabei müssen die Studieren­den ihre Analy­sen natür­lich auch begrün­den, d.h. zumin­d­est ansatzweise para­phrasieren, wie sie die ver­schiede­nen Textstellen des Mate­ri­als gele­sen und ver­standen haben, und welche ori­en­tierungs­funk­tion, welche “Kon­ti­nu­itätsvorstel­lung” sie erkan­nt haben.

Dabei kommt es (ein­er­seits “natür­lich”, ander­er­seits “lei­der”) immer wieder vor, dass Studierende einen der Sinnbil­dungstypen als  “tra­di­tionell” ansprechen, nicht — wie es kor­rekt wäre — als “tra­di­tion­al”. Das mag zuweilen auf eine noch nicht abgeschlossene Einübung in die Fein­heit­en der deutschen Bil­dungssprache und ihrer Dif­feren­zierun­gen in der Adap­tion und Nutzung lateinis­ch­er Ter­mi­ni sein — keineswegs nur bei migrantis­chen Jugendlichen.

Man kann diese Dif­feren­zierung dur­chaus oft­mals als über­zo­gen kri­tisieren. Schon beim Über­set­zen ins Englis­che ist sie gar nicht mehr voll­ständig durchzuhal­ten. Allerd­ings hat sie oft­mals dur­chaus ihre Berech­ti­gung und Rel­e­vanz:

An einem Beispiel möchte ich kurz die Bedeu­tung der oben genan­nten Unter­schei­dung besprechen.

Ein(e) Studierende schrieb in ein­er jüngst bear­beit­eten Klausur, in welch­er die Rede von Bun­de­spräsi­dent Joachim Gauck zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzen­tra­tionslagers Auschwitz zu analysieren war:

“Tra­di­tion­al ist allerd­ings auch der Juden­hass” [Z. XX], “den jedoch nur die Deutschen so weit geführt haben.”

Hier ist es ein­mal nicht die nur falsche Benen­nung eines an sich kor­rekt erkan­nten tra­di­tionalen Musters als “tra­di­tionell”, son­dern umgekehrt die fälschliche Iden­ti­fizierung eines von Gauck ange­führten Sachver­halts als “tra­di­tion­al”. Gauck sagte:

“Der deutsch-jüdis­che Schrift­steller Jakob Wasser­mann […] hat­te bere­its Ende des Ersten Weltkriegs desil­lu­sion­iert geschrieben: Es sei verge­blich, unter das Volk der Dichter und Denker zu gehen und ihnen die Hand zu bieten: ‘Sie sagen’, schrieb er, ‘was nimmt er sich her­aus mit sein­er jüdis­chen Auf­dringlichkeit? es ist verge­blich, für sie zu leben und für sie zu ster­ben. Sie sagen: Er ist Jude.’

Der Jude der Anti­semiten war kein Wesen aus Fleisch und Blut. Er galt als Böse schlechthin und diente als Pro­jek­tions­fläche für jede Art von Äng­sten, Stereo­typen und Feind­bildern, sog­ar solchen, die einan­der auss­chließen. Allerd­ings ist nie­mand in seinem Juden­hass so weit gegan­gen wie die Nation­al­sozial­is­ten. Mit ihrem Rassen­wahn macht­en sie sich zu Her­ren über Leben und Tod”. (1)

Somit war der Juden­hass des Nation­al­sozial­is­ten bei Gauck zwar tra­di­tionell, d.h. nicht von den Nation­al­sozial­is­ten selb­st neu erfun­den, son­dern auf ein­er älteren Geschichte auf­bauend, keineswegs aber tra­di­tion­al, d.h. seit einem iden­ti­fizierten Ursprung unverän­der­lich weit­er gültig, denn das hieße: auch über die Zeit von Gaucks Ansprache hin­aus gültig und let­ztlich nicht verän­der­bar. Mit ein­er Deu­tung des Juden­has­s­es als “tra­di­tion­al” wäre der ganze Sinn der Rede Gaucks, näm­lich der Hoff­nung Aus­druck zu geben, dass durch ein nicht-rit­u­al­isiertes, son­dern jew­eils zeit­gemäßes und ehrlich­es Erin­nern ger­ade diese Gel­tung zu durch­brechen und dem Juden­hass und anderen, ver­wandten For­men von Unmen­schlichkeit ent­ge­gen­zutreten, verge­blich gewe­sen.

Tra­di­tion­al sind für Gauck vielmehr zum einen das Erschreck­en über die Fähigkeit des eige­nen Volkes zur Unmen­schlichkeit, der unhin­terge­hbare, nicht mehr aufgeb­bare Bezug deutsch­er Iden­tität zu diesem Ver­brechen und dem Erschreck­en und der Reflex­ion darüber sowie die Prax­is des Erin­nerns in Gedenk­feiern selb­st. Bei allem Bewusst­sein der Gefahr ihres Erstar­rens in leeren Rit­ualen sei daran festzuhal­ten.

“Tra­di­tion­al” und “tra­di­tionell” beze­ich­nen somit fun­da­men­tal unter­schiedliche Konzepte von Gel­tung in Zeit: Was früher “tra­di­tion­al” war, kann von heute aus nicht mehr ohne weit­eres als tra­di­tion­al erin­nert und erzählt wer­den — es sei denn, seine Weit­ergel­tung solle aus­ge­drückt wer­den. War der Anti­semitismus für die Nazis dur­chaus “tra­di­tion­al” in dem Sinne, dass er für sie eine Gel­tung in die Zukun­ft hinein aufwies, kann er von ein­er aufgek­lärt-huma­nen (d.h. nor­ma­tiv trifti­gen) Per­spek­tive aus allen­falls als “tra­di­tionell” erk­lärt wer­den — nicht aber mehr als tra­di­tion­al gültig.

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(1) Gauck, Joachim (27.1.2015): Rede des Bun­de­spräsi­den­ten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzen­tra­tionslagers Auschwitz. http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2015/01/150127-Bundestag-Gedenken.html (gele­sen 27.1.2015).

 

Sinnbildungstypen: Analytische Nutzung und Bedarf weiterer Differenzierung

Bekan­nter­maßen hat die Lehre der Sinnbil­dungstypen nach Jörn Rüsen, bei Ernst Bern­heim bere­its vorgeprägt, mehrere Erweiterun­gen und Verän­derun­gen erfahren. Von Bedeu­tung sind vor allem die Alter­na­tiv­for­mulierun­gen von Hans-Jür­gen-Pan­del, der mit dem zyk­lis­chen und dem organ­is­chen zwei weit­ere Nar­ra­tions­mo­di hinzufügt und das genetis­che in “gegen­warts­genetis­ches” und “telis­ches” Erzählen aus­d­if­feren­ziert1, sowie die Anord­nung von dreien der vier Rüsen’schen Typen in ein­er Spi­rale (samt ein­er ten­ta­tiv­en Erweiterung nach “unten” und “oben”) und ihrer jew­eili­gen Ergänzung durch eigene Kri­tik­for­men durch Bodo von Bor­ries 1988.2

Mit Hil­fe dieser Sinnbil­dungstypen lassen sich zwar nicht alle, wohl aber wesentliche Grund­struk­turen von his­torischen Aus­sagen analysieren und typ­isieren3

Allerd­ings zeigt sich in der Prax­is recht schnell, dass es auch For­men his­torisch­er Sinnbil­dung gibt, die mit den so gegebe­nen Begrif­f­en eben nicht hin­re­ichend erfasst wer­den. An einem recht aktuellen Beispiel aus der Geschicht­skul­tur sein das kurz illus­tri­ert:

Joki­nen, bildende Kün­st­lerin und geschicht­skul­turell wie geschicht­spoli­tisch tätige Aktivistin in Ham­burg mit deut­lichem The­men­schw­er­punkt auf der Kolo­nialgeschichte und der­jeni­gen der Nachkolo­nialen Zeit (vgl. ihr Pro­jekt “Park postkolo­nial”) hat Anfang des Jahres auf der Web­site ihres Ham­burg­er Afri­ka-Pro­jek­ts einen kurzen Artikel über das “kolo­niale Herz der ‘HafenCi­ty” veröf­fentlicht.

In ihm stellt sie zunächst die 1903 auf der Ham­burg­er Korn­haus­brücke zur Ham­burg­er Spe­ich­er­stadt aufgestell­ten Stand­bilder von Christoph Colum­bus und Vas­co da Gama (diejeni­gen für Mag­el­lan und James Cook wur­den im Zweit­en Weltkrieg zer­stört)4vor und ord­net ihre Entste­hung  kurz in die “Hochzeit der kolo­nialen Eroberung des afrikanis­chen Kon­ti­nents” ein. Daher sind die vier “Erober­erstat­uen” für sie auch “an promi­nen­ter Stelle Sinnbilder dieser ‘Pio­nier­leis­tun­gen’ europäis­ch­er Expan­sion, in deren Kiel­wass­er sich Ham­burgs Han­delsh­er­ren sahen.”

Im weit­eren Artikel ver­weist Joki­nen auf die gle­ich nebe­nan befind­liche Baustelle der HafenCi­ty und referiert die Namen wichtiger neuer Gebäude, Straßen und Plätze: dort: ‘Hum­boldthaus’, ‘Vespuc­ci­haus’, ‘Kaiserkai’, ‘Mar­co-Polo-Ter­rassen’ und ‘Mag­el­lan-Ter­rassen’. Weit­er geht es zum ‘Übersee­quarti­er’ mit nach Kolo­nial­waren benan­nten Gebäu­den. Die Beze­ich­nung ‘über­seisch’ wird (zu recht) als “tra­di­tionell […] beschni­gen­des Syn­onym für ‘kolo­nial’ charak­ter­isiert, bis der Artikel in die Frage mün­det: “Fir­miert die ‘HafenCi­ty’ jet­zt als überdi­men­sion­aler Kolo­nial­warenkrämer­laden?”

Das, was Joki­nen in ihrem Artikel referiert ist ein­deutig dem Typus der tra­di­tionalen Sinnbil­dung zuzuord­nen — und zwar sowohl 1884ff und 2003ff: Die Veweise auf und Verge­gen­wär­ti­gun­gen von Ver­gan­gen­heit sollen Gel­tung auch für die Gegen­wart haben, sie sollen gegen­wär­tiges Sein und Han­deln begrün­den. Das gilt ger­ade auch für den zitierten Ausspruch Ole von Beusts, dass im Übersee­quarti­er kün­ftig das Herz der Hafenci­ty” schlage. Wenn dort heute Kreuz­fahrtschiffe anle­gen sollen, so ist darin zwar dur­chaus eine Änderung zu erken­nen, die mit genetis­ch­er Sinnbil­dung hätte ver­ar­beit­et wer­den kön­nen (etwa im Sinne ein­er Zivil­isierung des Aus­greifens in die Welt vom kolo­nialen Aus­beu­tung­shan­del zum Devisen brin­gen­den Touris­mus), nicht aber müssen (es sind auch andere Deu­tungsmuster denkbar). Wichtig ist vielmehr, dass ger­ade solche Verän­derun­gen nicht the­ma­tisiert wur­den. Die Namensge­bung fol­gt der his­torischen Logik der zwar nicht bruchlosen, aber eben­falls nicht verän­dern­den “Anknüp­fung”.

Dass Joki­nens Artikel selb­st diese tra­di­tionale Sinnbil­dung kri­tisiert, ist unübersehrbar. Die Anführungsze­ichen bei “Pio­nier­leis­tun­gen”, der z.T. iro­nis­che Ton (“überdi­men­sion­aler Kolo­nial­warenkrämer­laden”) wie auch ein­deutigere Aus­sagen (etwa über den Protest des Eine Welt Net­zw­erks gegen “die impe­ri­alen Namen im Stad­traum”) machen dies deut­lich.

Ist also Joki­nens Darstel­lung mit Bodo von Bor­ries’ Kat­e­gorie der “tra­di­tions-kri­tis­chen Sinnbil­dung” zu fassen?

Diese ste­ht in sein­er Bear­beitung von Rüsens Sinnbil­dungslehre zwis­chen der tra­di­tionalen Sinnbil­dung und der exem­plar­ischen und beze­ich­net den­jeni­gen Modus des his­torischen Denkens, der die tra­di­tionale Logik, d.h. die ihr innewohnende Logik der Still­stel­lung von Zeit und des Fortschreibens eines Gel­tungsanspruchs, kri­tisch wen­det. “Tra­di­tions-kri­tisch” ist diejenige Sinnbil­dung, die aufzeigt, dass es nicht (mehr) aus­re­icht, auf Tra­di­tio­nen zu ver­weisen, um Gel­tung herzustellen, dass es vielmehr ander­er (kom­plex­er­er) For­men his­torisch­er Kon­ti­nu­itätsvorstel­lun­gen bedarf, um Ori­en­tierung zu ermöglichen, Sinn zu bilden.

Ist es das, was hier bei Joki­nen geschieht?

Die let­zten zwei Sätze des Artikels (gle­ich nach der Frage nach dem “überdi­men­sion­ierten Kolo­nial­warenkrämer­laden”) geben näheren Auf­schluss:

“Oder kann es Ein­sicht geben, Straßen, Plätze, Denkmäler den­jeni­gen zu wid­men, die Opfer des aus Ham­burg maßge­blich betriebe­nen Kolo­nial­is­mus wur­den” Und den­jeni­gen, die Wider­stand leis­teten gegen die aus­greifende Macht?”

Wie sind diese bei­den Sätze einzuord­nen? Welch­es Licht wer­fen Sie auf die Sinnbil­dung im Artikel selb­st?

Ganz deut­lich wird erkennbar, dass Joki­nen nicht die Logik der Tra­di­tion kri­tisiert, son­dern die konkrete impe­ri­ale Tra­di­tion. Sie ver­weist auch nicht auf Regel­haftigkeit­en oder auf Verän­derun­gen, etwa auf einen wie auch immer geart­eten Fortschritt (s.o.). Nein, sie emp­fiehlt vielmehr den Wech­sel der Tra­di­tion von der­jeni­gen der Pio­niere zu der­jeni­gen ihrer Opfer. Es geht also um eine “Gegen-Tra­di­tion”.

Insofern dieses Ansin­nen eine in der Geschichte der Geschichts- und Erin­nerungskul­tur recht junge Art des Umgangs mit der eige­nen Ver­gan­gen­heit markiert, namentlich die Anforderung, nicht die prob­lem­los der eige­nen “Wir-“Gruppe zuzurech­nen­den Helden darzustellen, zu erin­nern und zu ehren, auch nicht die eige­nen Opfer der Tat­en ander­er, son­dern die Opfer der eige­nen Tat­en unter den Anderen, ist es dur­chaus möglich, eine genetis­che Sinnbil­dung darüber zu bilden, also etwa diese Form geschicht­skul­tureller Sinnbil­dung als einen Fortschritt der selb­st-reflex­iv­en Post­mod­erne gegenüber der auf die Förderung des Eigen­grup­pen­stolzes angewiese­nen oder erpicht­en Mod­erne zu deuten — aber darum geht es hier nicht. Es ist nicht die Frage, ob Joki­nens Geshichts­be­wusst­sein “fortschrit­tlich­er” ist als das der Erbauer der Korn­haus­brücke, son­dern welche Sinnbil­dungs­form sich in ihrem Text aus­drückt (und ob daraus Kon­se­quen­zen für die The­o­rie der Sinnbil­dungstypen gezo­gen wer­den kön­nen).

Joki­nens Forderung nach Benen­nung von Straßen, Plätzen, Gebäu­den und nach Denkmälern für die Opfer des Kolo­nial­is­mus ist sein­er­seits tra­di­tion­al struk­turi­ert. Es geht ihr offenkundig darum, eine prob­lema­tisch “gewor­dene” (oder inzwis­chen als prob­lema­tisch erkan­nte) Tra­di­tion abzulösen und eine neue daneben zu stellen, die neue Iden­titäts- und Ori­en­tierungsange­bote macht.

Hier nun stellt sich ein Ter­mi­nolo­gie-Prob­lem. Joki­nens Sinnbil­dungsmuster ist offenkundig “tra­di­tons-kri­tisch” — aber ger­ade nicht in dem Sinne, wie von Bor­ries es in der Erweiterung von Rüsen meinte. Sie kri­tisiert eine Tra­di­tion, nicht Tra­di­tion an sich. Ist also die Beze­ich­nung “tra­di­tions-rktis­che Sinnbil­dung” bei von Bor­ries gut gewählt? Gilt das gle­iche für “exem­pel-kri­tisch” und “genese-kri­tisch”? Die Tat­sache, dass diese Ter­mi­ni vom Sprachge­fühl her auf Sinnbil­dun­gen passen, die gar nicht die Logik des Traditionalen/Exemplarischen/Genetischen, son­dern “nur” jew­eils konkrete Traditionen/Exempel/Genesen kri­tis­eren und andere Beispiele der­sel­ben Klasse empfehlen, lässt dies verneinen.

Wir brauchen offenkundig eine weit­ere Dif­feren­zierung im Mod­ell, die hier nur skizziert wer­den kann:

  • anthro­pol­o­gisch kon­stant
  • kon­stanz-kri­tisch
    • tra­di­tions-kri­tisch (eine bes­timmte Tra­di­tion kri­tisierend, aber in der Logik tra­di­tionalen Denkens verbleibend)
    • tra­di­tion­al­itäts-kri­tisch (die Logik tra­di­tionaler Sinnbil­dung kri­tisierend)
  • exem­plar­isch
    • exem­pel-kri­tisch (die Gel­tung und Ori­en­tierungskraft eines bes­timmten Beispiels bzw. ein­er Rei­he von Beispie­len für die eigene Gegen­wart kri­tisierend, aber inner­halb der Logik der exem­plar­ischen Sinnbil­dung verbleibend, d.h. andere, bessere Beispiele und Regeln für möglich hal­tend.)
    • exem­plarik-kri­tisch (die Logik der exem­plar­ischen Sinnbil­dung, aus ver­gan­genen Beispie­len Regeln für die Bewäl­ti­gung von Gegen­wart und Zukun­ft ableit­en zu wollen, kri­tisierend)
  • genetisch
    • genese-kri­tisch (eine bes­timmte skizzierte Entwick­lungsrich­tung kri­tisierend, aber inner­halb der Logik genetis­chen Denkens verbleibend, d.h. andere, verbesserte Vorstel­lun­gen ein­er gerichteten Entwick­lung für möglich hal­tend)
    • genetik-kri­tisch (die Logik der genetis­chen Sinnbil­dung kri­tisieren, d.h. die Vorstel­lung aus Rei­hen ver­gan­gener Beispiele eine für Gegen­wart und Zukun­ft gültige Entwick­lungs-/Ver­lauf­s­rich­tung ableit­en zu kön­nen, kri­tisierend)
  1. PANDEL, HANS-JÜRGEN (2002): “Erzählen und Erzäh­lak­te. Neuere Entwick­lun­gen in der didak­tis­chen Erzählthe­o­rie.” IN: DEMANTOWSKY, MARCO; SCHÖNEMANN, BERND (Hrsg.; 2002): Neuere geschichts­di­dak­tis­che Posi­tio­nen. Bochum: Pro­jekt-Ver­lag (Dort­munder Arbeit­en zur Schulgeschichte zur und his­torischen Didak­tik; 32), S. 39–56. []
  2. BORRIES, BODO VON (1988): Geschicht­sler­nen und Geschichts­be­wußt­sein. empirische Erkun­dun­gen zu Erwerb und Gebrauch von His­to­rie.; 1. Aufl.; Stuttgart: Klett, S. 59–96. []
  3. Dabei ist natür­lich zu beacht­en, dass  kaum eine reale Nar­ra­tion jew­eils nur einen dieser Typen in Rein­form enthält. []
  4. Vgl. auch die kurze Erläuterung im “Ham­burg Web” sowie Eifin­ger, Mar­i­on (2007): Restau­rierungs-Bericht. []