Abschlusskonferenz des TeacMem-Projekts zur Erinnerungskultur

Vom 19. bis 22. Novem­ber 2012 fand an der Uni­ver­sität Ham­burg und im Stu­dien­zen­trum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme die Abschlusskon­ferenz des tri­na­tionalen Pro­jek­ts “TeacMem” statt.

Das Pro­jekt brachte — koor­diniert von Prof. Dr. Andreas Kör­ber — Forsch­er, Lehrerausbilder(innen), Lehrer(innen), Gedenkstät­ten- und Museumspädagog(inn)en sowie Studierende aus Däne­mark, Nor­we­gen und Deutsch­land zusam­men. In drei Seminaren/Konferenzen in Ham­burg-Neuengamme (2010), Kopen­hagen (2010) und Oslo (2012) erkun­de­ten sie die jew­eili­gen geteil­ten (“shared” und “divid­ed”) Erin­nerungskul­turen der Gast­ge­ber­län­der zum Zweit­en Weltkrieg und der gemein­samen Geschichte und erar­beit­eten Konzepte und Meth­o­d­en für die Inte­gra­tion dieses The­mengebits in die Lehrerbil­dung und den schulis­chen Geschicht­sun­ter­richt.

Auf der Abschlusskon­ferenz, zu der Lehrerausbilder(innen) und andere Multiplikatori(inn)en sowie Studierende aus allen drei Län­dern anreis­ten, präsen­tierte das Pro­jekt sowohl sein Vorge­hen als auch einige Ergeb­nisse. Als externe Gäste präsen­tierten Joke van der Leeuw-Roord, Direc­tor von EUROCLIO (dem europäis­chen Geschicht­slehrerver­band), Cecilie Feli­cia Stokholm Banke vom Dänis­chen Insti­tut für Inter­na­tionale Stu­di­en (DIIS) und Prof. Dr. Kristin Skin­stad van der Kooij vom Mas­ter­pro­gramm in Mul­ti­kul­tureller und Inter­na­tionaler Bil­dung des Oslo und Aker­shus Uni­ver­si­ty Col­lege zusät­zliche Aspek­te zum Gegen­stand und Kon­text des Pro­jek­ts sowie zu sein­er Eval­u­a­tion.

Die Kon­ferenz begann im Lichthof der Staats- und Uni­ver­sitäts­bib­lio­thek Carl von Ossi­et­zky  mit der Präsen­ta­tion des in Vor­bere­itung befind­lichen Buch­es “Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive” (hgg. von Helle Bjerg, Andreas Kör­ber, Clau­dia Lenz und Oliv­er von Wrochem),welches Beiträge zu den Erfahrun­gen der Pro­jek­t­teil­nehmer in den drei inter­na­tionalen und inter­pro­fes­sionellen Begeg­nungssem­inaren sowie zu den Konzepten und Meth­o­d­en für Lehrer(innen)bildung und schulis­chen Geschicht­sun­ter­richt ver­sam­melt, aber auch solche, in welchen Mate­ri­alien zu beson­ders ertra­gre­ichen The­men­feldern präsen­tiert wer­den.

An diesem ersten Abend wurde auch auss­chnit­tweise eine Videodoku­men­ta­tion über die drei Pro­jek­t­sem­inare präsen­tiert, welche das “look and feel”, aber auch die Dynamik der Diskus­sio­nen und Lern­prozesse sicht­bar machte. Auf der Grund­lage dieses Video­ma­te­ri­als wird auch ein pädagoigis­ches Videokonzept entste­hen. Gefol­gt wurde diese Präsen­ta­tion vom Hauptvor­trag des Abends durch Cecilie Stokholm Banke über “Mem­o­ry Cul­ture as a Sub­ject of His­to­ry Didac­tics”.

Der zweite Tag bot den Teilnehmer(inn)en die Möglichkeit, die KZ-Gedenkstätte neuengamme ken­nen­zuler­nen, war aber vor allem der Präsen­ta­tion (und par­tiell dem Aus­pro­bieren) und der Diskus­sion von Aktiv­itäten und Meth­o­d­en des Pro­jek­ts gewid­met. neben ein­er Präsen­ta­tion der the­o­retis­chen Grund­la­gen des Pro­jek­ts im Kom­pe­tenz­mod­ell his­torischen Denkens nach “FUER Geschichts­be­wusst­sein” wur­den hier sowohl solche Meth­o­d­en vorgestellt, die der Ini­ti­ierung von Selb­stre­flex­ion und von Diskus­sion­sprozessen zu Beginn von Begeg­nungssem­inaren und in Pro­jek­ten dienen (Helle Bjerg und Katrine Vinther Scheibel), als auch solche, die die Re- und De-Kon­struk­tion von Erin­nerun­gen fördern (Clau­dia Lenz und Anne Tal­snes. dieser Aspekt stand auch im Zen­trum der Präsen­ta­tion eines Lehrpro­gramms zu Denkmälern an die Zer­störung des nor­wegis­chen Fis­cher­dorfs Telavag dort und im nahen Bergen, durch Jen­ny Heg­gvik und May Britt Wiel Haug­land, das eine Rei­he von instruk­tiv­en Fotos dieser Denkmäler enthält.

sowie solche für Aktiv­itäten im üblichen Klassen- oder Lern­grup­pen­ver­band (Har­ald Syse). darüber­hin­aus wur­den Konzepte und Mate­ri­alien für die The­ma­tisierung beson­ders ertra­gre­ich­er Prob­lemthe­men wie etwa die The­ma­tisierung von “Tätern” und die ambiva­len­ten Erin­nerun­gen im Zusam­men­hang mit der Ret­tungsak­tion der Weißen Busse präsen­tiert (Oliv­er von Wrochem; Ulrike Jensen).

Der dritte Tag war der Reflex­ion und Eval­u­a­tion gewid­met. Neben drei Studieren­den, die ihre Sicht auf Erfahrun­gen mit den Lern­prozessen aus einem der Begeg­nungssem­inare reflek­tierten, the­ma­tisierten Joke van der Leeuw-Roord von EUROCLIO und Kristin Skin­stad van der Kooij das Pro­jekt, seine Prämis­sen und Konzepte wie auch die Ergeb­nisse zum einen aus der Sicht des Geschicht­sler­nens zum Anderen aus der­jeni­gen der interkul­turellen Bil­dung. Bei­de Kom­men­ta­torin­nen würdigten den Beitrag des Pro­jek­ts zur Entwick­lung eines wichti­gen Feldes des Geschicht­sler­nens und emp­fahlen die Über­tra­gung sein­er Prinzip­i­en auf andere The­men der europäis­chen aber auch außereu­ropäis­chen Geschichte und Erin­nerung.

 

Vgl. auch

 

  • TeacMem Project Sponsors

    With the support of the COMENIUS programme of the European UnionWith the support of the COMENIUS programme of the European Union
    This project has been fund­ed with sup­port from the Euro­pean Com­mis­sion. This pub­li­ca­tion /communication reflects the views only of the author, and the Com­mis­sion can­not be held respon­si­ble for any use which may be made of the infor­ma­tion con­tained therein.Reg.-Nr.: 504689-LLP‑1–2009-1-DE-COMENIUS-CMP