Internationale Konferenz zur Erinnerungskultur in Ghana und Deutschland im Vergleich

Kör­ber, Andreas (20.9.2012): “His­tor­i­cal Remem­ber­ing and Learn­ing at Memo­ri­als in Ger­many” and a Cam­pus-Tour on “Decen­tral­ized Remem­ber­ing of the Crimes of Nation­al Social­ism”. Vor­trag auf der Tagung “Struc­tures and Process­es of Com­mem­o­rat­ing Cru­el­ties in Acad­eme and His­to­ry Teach­ing: The com­mem­o­ra­tion of the Transat­lantic Slave Trade and of the Nation­al Social­ist Crimes in Com­par­i­son” vom 20. bis 24. Sep­tem­ber 2012 in Ham­burg

 

Vom 20. bis 24. Sep­tem­ber 2012 fand in Ham­burg die vom Arbeits­bere­ich Geschichts­di­dak­tik der Uni­ver­sität Ham­burg gemein­same mit dem Stu­dien­zen­trum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Mis­sion­sakademie an der Uni­ver­sität Ham­burg ver­anstal­tete inter­na­tionale Kon­ferenz “Struc­tures and Process­es of Com­mem­o­rat­ing Cru­el­ties in Acad­eme and His­to­ry Teach­ing: The com­mem­o­ra­tion of the Transat­lantic Slave Trade and of the Nation­al Social­ist Crimes in Com­par­i­son” statt.

Die Kon­ferenz hat­te zum Ziel, Struk­turen und For­men des öffentlichen Erin­nerns in Deutsch­land an die nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­brechen in Deutsch­land und Europa und diejeni­gen der öffentlichen Präsen­ta­tion der Geschichte des Transat­lantis­chen Sklaven­han­dels (wie auch der ein­heimis­chen Sklaverei) in Ghana sowie die gegen­wär­tige Rolle dieser The­men in schulis­chem und uni­ver­sitärem Geschicht­sler­nen zu ver­gle­ichen und auf die didak­tis­chen Poten­tiale ger­ade auch des Ver­gle­ichs hin auszu­loten. Dabei wurde auch die Bedeu­tung von Reli­gion und religiösem Denken sowohl für die Sklaverei, den Sklaven­han­del und ihre Über­win­dung als auch für his­torisches Denken und Erin­nern sowie Ler­nen an diesem Gegen­stand the­ma­tisiert.

Die The­matik der Tagung entsprach ein­er gemein­samen Idee von Prof. Dr. Kofi Dark­wah von der Uni­ver­si­ty od Edu­ca­tion in Win­ne­ba/Ghana und Prof. Dr. Andreas Kör­ber. Sie wurde in enger Zusam­me­nar­beit mit Kol­legin­nen und Kol­le­gen mehrerer Uni­ver­sitäten in Ghana von Jan Bre­it­en­stein, Dok­torand der Geschichts­di­dak­tik an der Uni­ver­sität Ham­burg, vor­bere­it­et und organ­isiert.

Ref­er­enten der Tagung waren:

  • Dr. Kofi Baku (Uni­ver­si­ty of Ghana, Legon; Head of His­to­ry Depart­ment): “Mem­o­ry and Memo­ri­al­is­ing Slav­ery and Slave Trade in Ghana: Whose mem­o­ry, Which memo­ri­als and for What Pur­pose?”
  • Prof. Dr. Andreas Kör­ber (Ham­burg Uni­ver­si­ty):  “His­tor­i­cal Remem­ber­ing and Learn­ing at Memo­ri­als in Ger­many” and a Cam­pus-Tour on “Decen­tral­ized Remem­ber­ing of the Crimes of Nation­al Social­ism”
  • Prof. Dr. Eliz­a­beth Amoah (Uni­ver­si­ty of Ghana, Legon;): “Reli­gion and Slav­ery in Ghana”
  • Prof. Dr. Wern­er Kahl (Acad­e­my of Mis­sion, Ham­burg): “The­ol­o­gy after Auschwitz: Where is god? — Expe­ri­ences and reflec­tions of African migrant pas­tors in Neuengamme.”
  • Dr. Ako­sua Per­bi (Uni­ver­si­ty of Ghana, Legon;): “Slav­ery in Ghana: The Unfor­got­ten Past”
  • Ulrike Jensen and Mar­co Küh­n­ert (Neuengamme Con­cen­tra­tion Camp Memo­r­i­al): Guid­ed Tour
  • Dr. Oliv­er von Wrochem (Neuengamme Con­cen­tra­tion Camp Memo­r­i­al Strudy cen­tre): “Neuengamme as a Memo­r­i­al and Place for His­tor­i­cal Learn­ing”
  • Nicholas Ivor (Head of the Ghana Muse­ums and Mon­u­ments Boards (GMMB) for the Cen­tral and West­ern Regions): “Cape Coast Cas­tle as a Memo­r­i­al and Place for His­tor­i­cal Learn­ing”
  • HMJoki­nen (Ham­burg): “Wands­bek World White Revis­it­ed” (com­mem­o­ra­tive per­for­mance)
  • Prof. Dr. Klaus Weber (Europa-Uni­ver­sität Viad­ri­na, Frankfurt/Oder): “There were many Schim­mel­manns: Hamburg’s and Cen­tral Europe’s Links with the Atlantic Slave Trade and Plan­ta­tion Economies, 16th to the 19th Cen­turies”
  • Jan Bre­it­en­stein (Ham­burg Uni­ver­si­ty): “Per­for­ma­tive Com­mem­o­rat­ing and Flu­idRemem­ber­ing of the Transat­lantic Slave Trade: Impulse or Frame­work for (process-ori­ent­ed) His­tor­i­cal Learn­ing?”
  • Dr. Yaw Ofusu-Kusi (Uni­ver­si­ty of Edu­ca­tion, Win­ne­ba/Ghana): “Vio­la­tions of Child­hood through Enslave­ment of Chil­dren in West Africa: Past, Present and the Future.”
  • Prof. Dr. (em.) Bodo von Bor­ries (Uni­ver­sität Ham­burg): „Transat­lantic Slave Trade“ and „German/ Euro­pean Holo­caust“ as Mas­ter Nar­ra­tives – Edu­ca­tion in between Com­mem­o­ra­tion of Geno­cides and Neces­si­ty of Human Rights.”
  • Dr. Felix Duo­du (Uni­ver­si­ty of Edu­ca­tion, Win­ne­ba/Ghana): “The rel­e­vance of soci­etal diver­si­ty for Inter eth­nic (his­to­ry) Teach­ing in Ghana.”
  • Dr. Clau­dia Lenz (The Euro­pean Werge­land Cen­tre, Oslo/Norway): “Com­pe­tence ori­ent­ed his­tor­i­cal learn­ing as inter­cul­tur­al learn­ing – expe­ri­ences from the TeacMem project.”
  • Joke van der Leeuw-Roord (Euro­clio, The Hague): “Chang­ing His­tor­i­cal Learn­ing in Schools and its impli­ca­tions for Teach­ing about Slav­ery and Nation­al Social­ism”
  • Emmanuel Koom­son (African Chris­t­ian Mis­sion A.C.M. Junior High School, Winneba/Ghana): “Slave Trade and its Com­mem­o­ra­tion as a Top­ic for His­tor­i­cal Learn­ing in Ghana.”
  • Hilde­gard Wack­er (Gym­na­si­um Cor­veystraße, Ham­burg and Ham­burg Uni­ver­si­ty): “Nation­al Social­ism and its Com­mem­o­ra­tion as a Top­ic for His­tor­i­cal Learn­ing in Ger­many.”

 

Vorgestellt: Konzeptionelle Überlegungen für die geplante Ausstellung über Flucht und Vertreibungen

Gestern wurde in Berlin offiziell das Konzept­pa­pi­er “Konzep­tionelle Über­legun­gen für die Ausstel­lun­gen der »Stiftung Flucht, Vertrei­bung, Ver­söh­nung«” vorgestellt. Damit geht gewis­ser­maßen — gle­ichzeit­ig “über­schat­tet” bzw. “beleuchtet” von der erneuerten Debat­te um Revan­chis­mus und Rel­a­tivis­mus um Frau Stein­bach — die Auseinan­der­set­zung um die geplante Ausstel­lung und das “Zen­trum für Vertrei­bun­gen” in eine neue Runde, den nun liegt ein erstes “offizielles” Papi­er vor, das sich als Anstoß zu ein­er Debat­te ver­ste­ht.

Begleit­et wird diese neue Phase von ein­er auch organ­isierten Debat­te in einem Forum von H‑SOZ-U-KULT, die hier zu find­en ist: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/type=diskussionen&id=1351.

Das erwäh­nte Konzept­pa­pi­er enthält auch (als 6.) ein Kapi­tel über Ziel­grup­pen und “geschichts­di­dak­tis­che Zielset­zun­gen” der zu konzip­ieren­den und in ihm selb­st zunächst grob konzip­ierten Ausstel­lung. An der Erar­beitung hat jedoch wieder kein Geschichts­di­dak­tik­er beteiligt gewe­sen — wohl auch gar nicht erst gefragt wor­den: Die Autoren sind mit Prof. Dr. Mar­tin Schulze Wes­sel ein Osteu­ropahis­torik­er an der LMU, Dr. K. Erik Franzen (Wiss. Mitar­beit­er am Col­legium Car­olinum) ein Experte für Böh­mis­che Geschichte, Prof. Dr. Clau­dia Kraft (Erfurt) eine Exper­tin für pol­nis­che Geschichte und deutsch-pol­nis­che Beziehun­gen, Prof. Dr. Ste­fanie Schüler-Springo­rum (Ham­burg) eine Exper­tin für jüdis­che Geschichte, PD Dr. Volk­er Zim­mer­mann (Prag) ein Experte für die Geschichte der Suden­ten­deutschen, sowie Dr. Mar­tin Zück­ert (Col­legium Car­olinum, München) ein weit­er­er Experte für tschechis­che Geschichte. Aus dem Bere­ich der Geschichts­di­dak­tik ist mit Tim Völk­er­ing lediglich der Autor ein­er – wenn auch sehr pos­i­tiv aufgenomme­nen – Staat­sex­a­m­en­sar­beit über zwei Ausstel­lun­gen zum gegebe­nen The­men­bere­ich vertreten, der offenkundig zur Zeit an ein­er Dis­ser­ta­tion zum The­ma arbeit­et.

Damit bestätigt sich der damals auf die Erstel­lung der neuen Dauer­ausstel­lung des DHM in Berlin bezo­gene Befund Mar­tin Sabrows von 2005 über die Mar­gin­al­isierung der Geschichts­di­dak­tik 1.

Damals haben die geschichts­di­dak­tis­chen Reak­tio­nen auf die real­isierte Ausstel­lung dann jedoch dur­chaus gezeigt, dass geschichts­di­dak­tis­che Gesicht­spunk­te sehr wertvoll gewe­sen wären. 2.

Mit diesen Hin­weisen soll nicht gesagt sein, dass die im erwäh­n­ten Kapi­tel 6 niedergelegten didak­tis­chen Über­legun­gen (u.a. ein Hin­weis auf Mul­ti­per­spek­tiv­ität, Über­legun­gen zur Frrage, wie dieser Gegen­stand gegenüber Immi­granten ‘ver­mit­telt’ wer­den kann usw.) zu kri­tisieren seien.

Den­noch sei aber angeregt, in ein­er Hausar­beit das Konzept­pa­pi­er und die fol­gende Diskus­sion (ggf. im Ver­gle­ich mit solchen ander­er Ausstel­lun­gen zum gle­ichen oder anderen The­men) ein­mal ein­er geschichts­di­dak­tis­chen Analyse zu unterziehen und didak­tisch zu kom­men­tieren:

Gefragt wer­den kön­nte etwa (u.a.)

  • danach, welch­er Geschichts­be­griff sich im Ausstel­lungskonzept nieder­schlägt:
    • Wird ver­sucht, mit Hil­fe der Ausstel­lung ein (wie auch immer lück­en­haftes) Bild der his­torischen Wirk­lichkeit zu präsen­tieren — qua­si los­gelöst von der gegen­wär­ti­gen Per­spek­tive?
    • Oder erscheint die Geschichte von Flucht und Vertrei­bung hier als Ergeb­nis eines spez­i­fis­che gegen­wär­ti­gen, von den Debat­ten der sei­ther ver­gan­genen Zeit geprägten und geschäften (aber auch fokussierten) Blick­es in die Ver­gan­gen­heit?
    • Ist Geschichte im Konzept eher die iden­titätsab­strak­te, deu­tungs- und wer­tungsneu­trale Re-Kon­struk­tion eines gegebe­nen his­torischen Zusam­men­hangs, auf dem kon­tro­verse Deu­tun­gen, Wer­tun­gen und Zuschrei­bun­gen, iden­tität­skonkrete und heiße Erin­nerun­gen erst auf­bauen müssen, bzw. an dem sie sich zu messen haben?
    • Oder erscheint Geschichte als ein Kom­plex aus sowohl fachwissenschaftlich-“objektiv” rekon­stru­ier­baren und rekon­stru­ierten “Fak­ten” und Zusam­men­hän­gen und diese eben­so durch­set­zen­den Erin­nerun­gen, bedeu­tungs­ge­lade­nen Geschicht­en (im Plur­al)
  • Gefragt wer­den kann also danach, welche Qual­ität “Geschichte” hat und welche Funktion(en) wer­den ihr hier zugewiesen wer­den. Geht es
    • vornehm­lich um Infor­ma­tion, um Präsen­ta­tion gesicherten Wis­sens, etwa als Beitrag zur Ver­sach­lichung ein­er als davon deut­lich geschiede­nen ver­stande­nen gesellschaftlichen Debat­te?
    • vornehm­lich um die Präsen­ta­tion von Iden­ti­fika­tion­sange­boten, also um die Präsen­ta­tion ein­er oder mehrerer an spez­i­fis­che Deu­tun­gen ange­lagerte Deu­tun­gen, wie die Geschichte von Flucht und Vertrei­bung in der heit­i­gen Gesellschaft gese­hen wer­den kann?
    • um die Präsen­ta­tion der gesellschaftlichen Deu­tun­gen zum The­ma Flucht und Vertrei­bung in ihrer Vielfalt und Kon­tro­ver­sität — gewis­ser­maßen als Beitrag zur Ori­en­tierung in der Debat­te?
  • gefragt wer­den kann nach dem Ver­hält­nis von Ausstel­lung und Didak­tik:
    • Inwieweit wird der Didak­tik im Ausstel­lungskonzept eine “nachge­lagerte” Auf­gabe der Ver­mit­tlung des in der Ausstel­lung präsen­tierten Wis­sens (bzw. der Deu­tun­gen) zugewiesen? Inwieweit geht es bei den didak­tis­chen Über­legun­gen um die Didak­tisierung der gegebe­nen Ausstel­lung duch Führun­gen, Arbeits­ma­te­ri­alien etc.
    • inwieweit beziehen sich die didak­tis­chen Über­legun­gen auf die medi­ale und method­is­che Gestal­tung der ausstel­lung, also etwa auf die Anor­dung der The­men und Aus­sagen, die medi­ale Präsen­ta­tion (etwa die Entschei­dung für schriftliche, bildliche Quellen, Zeitzeu­gen­präsen­ta­tio­nen, für Inter­ak­tiv­ität und Mul­ti­me­di­al­ität?
    • inwieweit sind Präsen­ta­tion­s­grund­sätze didak­tisch legit­imiert — etwa hin­sichtlich nicht nur mul­ti­per­spek­tivis­ch­er Auswahl son­dern auch kon­tro­vers­er Präsen­ta­tion, hin­sichtlich des angenomme­nen Besuch­ers etc.
    • inwieweit wird die Ausstel­lung selb­st als didak­tis­che Ver­anstal­tung ver­standen — inwieweit fließen also didak­tis­che Über­legun­gen nicht nur in die Präsen­ta­tion, son­dern in die Auswahl der zu präsen­tieren­den The­men und Per­spek­tiv­en ein etc.
    • welche Ziele der Ver­anstal­tung “Ausstel­lungs­be­such” für unter­schiedliche Ziel­grup­pen wer­den antizip­iert und bedi­ent, zurück­gewiesen, oder dial­o­gisch bear­beit­et?
  • Gefragt wer­den kann danach, wie die Ausstel­lungs­mach­er sich die Besuch­er vorstellen, und zwar sowohl hin­sichtlich der Ziel­grup­pen (dazu gibt Kap. 6 einiges her) als auch nach den antizip­ierten oder aber gar geplanten Aktiv­itäten beim Ausstel­lungs­be­such:
    • Wird der Besuch­er eher als pas­siv­er Kon­sument gedacht, der in der Ausstel­lung eine eher rezep­tive Rolle gegenüber präsen­tiertem his­torischen Sinn ein­nimmt?
    • Wird er als ein eher aktiv nach eige­nen Kri­te­rien und Fra­gen die präsen­tierten Infor­ma­tio­nen auf- und zusam­men­su­chend sowie aus ihnen und seinem Vor­wis­sen neue Fra­gen und Vorstel­lun­gen gener­ierend vorgestellt?
    • Gibt es Über­legun­gen dazu, ob Erwartun­gen und Ansprüche der Besuch­er (welch­er Art auch immer) eher bedi­ent oder eher aufge­brochen wer­den sollen: Will die Ausstel­lung etwa einen als pas­siv-rezip­ierend gedacht­en Besuch­er eher mit ein­er kor­rek­ten, aber in sich geschlosse­nen Geschichte “ver­sor­gen” — oder soll ihm eher zuge­mutet wer­den, mit zueinan­der in Span­nung ste­hen­den Exponat­en selb­st­ständig umzuge­hen?
  • Gefragt wer­den kann nach der “Umset­zung” von didak­tis­chen Prinzip­i­en:
    • Wie wird im Ausstel­lungskonzept etwa das Prinzip der “Mul­ti­per­spek­tiv­ität” ver­standen und umge­set­zt?
      • Wird darunter auss­chließlich oder vornehm­lich die Präsen­ta­tion von Doku­menten ver­standen, welche unter­schiedliche Hand­lungs- und Lei­dens (all­ge­mein­er: Beteiligungs-)positionen im dama­li­gen Geschehen und unter­schiedliche Wahrnehmungen, Deu­tun­gen und Bew­er­tun­gen des­sel­ben durch damals Beteiligte (sei es in Form zeit­genös­sis­ch­er Quellen, sei es in Form später­er Zeitzeu­gen­doku­mente) ver­standen?
      • bet­rifft das Konzept der Mul­ti­per­spek­tiv­ität auch die explizite Gegenüber­stel­lung von unter­schiedlichen Deu­tun­gen und Wer­tun­gen aus später­er Zeit — etwa durch His­torik­er, unter­schiedliche poli­tis­che und gesellschaftliche Grup­pen oder gar “Lager”, durch His­torik­er und Betrof­fene der unter­schiedlichen beteiligten “Natio­nen”, “Völk­er”, “Volks­grup­pen” usw. (“Kon­tro­ver­sität”)
      • Eröffnet die Ausstel­lung gemäß dem Konzept die Möglichkeit (fordert sie ihm vielle­icht gar ab), zu bes­timmten Fra­gen ein eigenes, die eigene Per­spek­tive betone­nen­des Urteil zu bilden. Schafft sie somit Platz und Raum für Plu­ral­ität — und fängt sie diese Plu­ral­ität insofern ein, als dass sie dem Besuch­er, der so zu eigen­em Urteilen ermuntert würde, die ehrliche, ver­ste­hende, anerken­nende Auseinan­der­set­zung mit anderen Sichtweisen nicht nur ermöglicht, son­dern eben­so abver­langt. Schafft die Ausstel­lung eine “Per­spek­tiven­er­weiterung”?
      • Erscheint diese Kon­tro­ver­sität (wenn sie denn berück­sichtigt ist) als Anhängsel, welch­es (vielle­icht gegen Ende der Ausstel­lung, wie bei der Berlin­er Ausstel­lung zum Heili­gen Römis­chen Reich Deutsch­er Nation) erst am Aus­gang, qua­si als Kom­men­tar zur “Ver­ar­beitung” präsen­tiert wird — oder wer­den unter­schiedliche Sichtweisen und Urteile so sicht­bar gemacht, dass sie dem Besuch­er neue Fra­gen öff­nen, mit denen er die Ausstel­lung dann (neu) betra­cht­en kann?
Anmerkun­gen / Ref­er­ences
  1. Mar­tin Sabrow, Nach dem Pyrrhussieg. Bemerkun­gen zur Zeit­geschichte der Geschichts­di­dak­tik, in: Zei­this­torische Forschungen/Studies in Con­tem­po­rary His­to­ry, Online-Aus­gabe, 2 (2005), H. 2, URL:, Abschnitt 2[]
  2. vgl. etwa die Beiträge von Uwe Danker/Astrid Schwabe und Karl-Hein­rich Pohl/Katja Köhr in GWU 58 (2007) sowie SCHNEIDER, GERHARD (2007): “Kon­ven­tionell und kor­rekt – Zur Eröff­nung der Dauer­ausstel­lung des Deutschen His­torischen Muse­ums Berlin (DHM).” In: Zeitschrift für Geschichts­di­dak­tik 6; S. 232–242.[]
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Graduierungsanhang zu: Historisches Denken zwischen Museum und Schule

Andreas Kör­ber (2010): “His­torisches Denken zwis­chen Muse­um und Schule.” In: Christoph, Bar­bara; Dip­pold, Gün­ter (Hrsg.; 2010): Muse­um und Schule – erfol­gre­iche Part­ner? Bayreuth: Bezirk Ober­franken: Beratungsstelle für Museen (Banz­er Muse­ums­ge­spräche; 2), ISBN: 9783941065079, S. 23–47. Darin fehlen­der tabel­lar­isch­er Anhang: 2009_10_28_Banz_Museum_Körber_Graduierungsanhang_2.

Dem­nächst erscheint mein Beitrag:

Andreas Kör­ber (2010): “His­torisches Denken zwis­chen Muse­um und Schule.” In: Christoph, Bar­bara; Dip­pold, Gün­ter (Hrsg.; 2010): Muse­um und Schule – erfol­gre­iche Part­ner? Bayreuth: Bezirk Ober­franken: Beratungsstelle für Museen (Banz­er Muse­ums­ge­spräche; 2), <a href=“https://portal.dnb.de/opac.htm?query=9783941065079+&method=simpleSearch”>ISBN: 9783941065079</a>, S. 23–47.

Der dafür vorge­se­hene tabel­lar­ische Anhang mit Fra­gen zur Graduierung von Kom­pe­ten­zen kon­nte aus druck­tech­nis­chen Grün­den nicht in den Band aufgenom­men wer­den.

Ich veröf­fentliche ihn daher hier:

2009_10_28_Banz_Museum_Körber_Graduierungsanhang_2

Kompetenzorientiertes historisches Lernen im Museum? Eine Argumentationsskizze auf der Basis des FUER-Modells

Kör­ber, Andreas (2009): „Kom­pe­ten­zori­en­tiertes his­torisches Ler­nen im Muse­um? Eine Skizze auf der Basis des Kom­pe­tenz­mod­ells „His­torisches Denken‘.“ In: Popp, Susanne; Schöne­mann, Bernd (Hgg.; 2009): His­torische Kom­pe­ten­zen und Museen. Idstein: Schulz-Kirch­n­er (Schriften zur Geschichts­di­dak­tik; 25); ISBN: 9783824806355, S. 62–80. Dazu Tabel­lar­isch­er Anhang, der im Buch fehlt: Körber_Kompetenzmodell_Text_6_Tabelle_2 ((Die URL der Tabelle ist im Buch angeben als “http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/personal/koerber/texte/koerber_kornpetenzmodell_text_6_tabelle.pdf”. Auf­grund des Umzugs der Blog­farm musste die Adresse geän­dert wer­den.))

Kör­ber, Andreas (2009): „Kom­pe­ten­zori­en­tiertes his­torisches Ler­nen im Muse­um? Eine Skizze auf der Basis des Kom­pe­tenz­mod­ells „His­torisches Denken‘.“ In: Popp, Susanne; Schöne­mann, Bernd (Hgg.; 2009): His­torische Kom­pe­ten­zen und Museen. Idstein: Schulz-Kirch­n­er (Schriften zur Geschichts­di­dak­tik; 25); ISBN: 9783824806355, S. 62–80. Dazu: Tabel­lar­isch­er Anhang, der im Buch fehlt: Körber_Kompetenzmodell_Text_6_Tabelle_2 1

Anmerkun­gen / Ref­er­ences
  1. Die URL der Tabelle ist im Buch angeben als “http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/personal/koerber/texte/koerber_kornpetenzmodell_text_6_tabelle.pdf”. Auf­grund des Umzugs der Blog­farm musste die Adresse geän­dert wer­den.[]
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Tagung “Museum und Schule”

Ende Okto­ber fand im Kloster Banz eine von der Hanns-Sei­del-Stiftung mit aus­gerichtete Tagung zum The­ma “Muse­um und Schule — eine erfol­gre­iche Part­ner­schaft?” statt.

Dort habe ich im abendlichen Eröff­nungsvor­trag das Kom­pe­tenz­mod­ell “His­torisches Denken” vorgestellt und auf den “Ler­nort Muse­um” bezo­gen.

Ein Tagungs­bericht der Ver­anstal­ter find­et sich hier, aus­führlich­er hier.

Der Vor­trag wird in leicht über­ar­beit­eter Form erscheinen als:
Kör­ber, Andreas (18.11.2010): “His­torisches Denken zwis­chen Muse­um und Schule”. In: Christoph, Bar­bara; Dip­pold, Gün­ter (Hgg.; 2010): Muse­um und Schule — erfol­gre­iche Part­ner? Bayreuth (Banker Muse­ums­ge­spräche; 2).

Vortrag zu kompetenzorientiertem Geschichtslernen in Museen

Kör­ber, Andreas (28. 10. 2009): “His­torisches Denken zwis­chen Muse­um und Schule.” Impul­srefer­at gehal­ten auf der Tagung “Muse­um und Schule – erfol­gre­iche Part­ner?” der Hanns-Sei­del-Stiftung und des Bezirks Ober­franken im Tagungszen­trum Kloster Banz.

Kör­ber, Andreas (28. 10. 2009): “His­torisches Denken zwis­chen Muse­um und Schule.” Impul­srefer­at gehal­ten auf der Tagung “Muse­um und Schule – erfol­gre­iche Part­ner?” der Hanns-Sei­del-Stiftung und des Bezirks Ober­franken im Tagungszen­trum Kloster Banz.

Vortrag zu kompetenzorientiertem historischen Lernen in Museen

Kör­ber, Andreas (6. 10. 2007): “Das Kom­pe­tenz­mod­ell ‘His­torisches Denken’ und seine Rel­e­vanz für his­torisches Ler­nen in Museen und Gedenkstät­ten.” Vor­trag und Podi­ums­beitrag auf der Zwei­jahresta­gung 2007 der Kon­ferenz für Geschichts­di­dak­tik in München: “Kom­pe­ten­zen und Muse­um”.

Kör­ber, Andreas (6. 10. 2007): “Das Kom­pe­tenz­mod­ell ‘His­torisches Denken’ und seine Rel­e­vanz für his­torisches Ler­nen in Museen und Gedenkstät­ten.” Vor­trag und Podi­ums­beitrag auf der Zwei­jahresta­gung 2007 der Kon­ferenz für Geschichts­di­dak­tik in München: “Kom­pe­ten­zen und Muse­um”.