Hinweis: Blogeintrag über didaktisch wertvolle Newsletter

Allen, die Mate­ri­alien für “gegen­wart­skon­sti­tu­ierten” (nicht nur “-bezo­ge­nen”) Geschicht­sun­ter­richt benöti­gen und dabei auch interkul­turelle Bezüge beacht­en wollen, sei der fol­gende Hin­weis von Daniel Eisen­menger auf zwei wertvolle Nachrich­t­en­di­en­ste emp­fohlen: “Zwei Newslet­ter, die sich lohnen” auf “Medi­en im Geschicht­sun­ter­richt.”

AK

Deutschtürkische Migranten und Holocaust-Erinnerung

Die Frage, ob und wie die Kul­tur (dur­chaus auch im Sinne von Pflege) der Erin­nerung an den Holo­caust, die Teil des (dur­chaus müh­sam und bei weit­em nicht abschließend errun­genen) Selb­stver­ständ­niss­es der Bun­desre­pub­lik ist, für Migranten anders gedacht und ihnen gegenüber anders ver­mit­telt wer­den soll, ist nicht ein­fach zu beant­worten. Ein­er­seits sind “die Migranten” (die es also ein­heitliche Gruppe gar nicht gibt) davon nicht “nicht betrof­fen”, ander­er­seits kön­nen sie aber auch nicht ein­fach als von den “autochtho­nen Deutschen” (die eben­falls alles andere als ein­heitlich sind) unun­ter­schieden gedacht werden.

Es bedarf also wohl ein­er erhöht­en Aufmerk­samkeit gegenüber kul­turellen Dif­feren­zen und ihrer Bedeu­tung für his­torisches Ori­en­tieren und Denken, ohne diese Dif­feren­zen in irgen­dein­er Weise vorzugeben und zuzuschreiben.

In diesem Zusam­men­hang ist ein Artikel inter­es­sant, der diese Woche in DIE ZEIT erschienen ist, und der sich mit dem Ver­hält­nis deutschtürkisch­er Jugendlich­er (nicht: “der Deutschtürken”) zum Holo­caust und zur Holo­caust-Erin­nerung beschäftigt:

Topcu, Özlem; Wef­ing, Hein­rich: “Bist Du Jude?” In: DIE ZEIT Nr. 4; 21.1.2010.

Bitte auch die bei­den ver­link­ten weit­eren Artikel beacht­en — und die Kom­mentare der Leser, die zum Teil tiefe Ein­blicke in die (vorhan­de­nen oder fehlen­den) Fähigkeit­en von Lesern geben, mit den Konzepten von his­torisch­er Iden­titäten umzugehen.

Tagung “Museum und Schule”

Ende Okto­ber fand im Kloster Banz eine von der Hanns-Sei­del-Stiftung mit aus­gerichtete Tagung zum The­ma “Muse­um und Schule — eine erfol­gre­iche Part­ner­schaft?” statt.

Dort habe ich im abendlichen Eröff­nungsvor­trag das Kom­pe­tenz­mod­ell “His­torisches Denken” vorgestellt und auf den “Ler­nort Muse­um” bezogen.

Ein Tagungs­bericht der Ver­anstal­ter find­et sich hier, aus­führlich­er hier.

Der Vor­trag wird in leicht über­ar­beit­eter Form erscheinen als:
Kör­ber, Andreas (18.11.2010): “His­torisches Denken zwis­chen Muse­um und Schule”. In: Christoph, Bar­bara; Dip­pold, Gün­ter (Hgg.; 2010): Muse­um und Schule — erfol­gre­iche Part­ner? Bayreuth (Banker Muse­ums­ge­spräche; 2).

Druckfassung der Dissertation

Kör­ber, Andreas (1999): Gus­tav Stre­se­mann als Europäer, Patri­ot, Weg­bere­it­er und poten­tieller Ver­hin­der­er Hitlers. His­torisch-poli­tis­che Sinnbil­dun­gen in der öffentlichen Erin­nerung. Ham­burg: Krämer; 374 S; ISBN: 9783896220325.

Kör­ber, Andreas (1999): Gus­tav Stre­se­mann als Europäer, Patri­ot, Weg­bere­it­er und poten­tieller Ver­hin­der­er Hitlers. His­torisch-poli­tis­che Sinnbil­dun­gen in der öffentlichen Erin­nerung. Ham­burg: Krämer; 374 S; ISBN: 9783896220325