“Fakten” vs. “Fiktionen” — die falsche Alternative. Zur Problematik eines Grundkonzepts der Geschichtswissenschaft und des Geschichtslernens. Erweiterte Fassung

Kör­ber, Andreas (2019): “Fak­ten” vs. “Fik­tio­nen” — die falsche Oppo­si­tion. Zur Prob­lematik eines Grund­konzepts der Geschichtswis­senschaft und des Geschicht­sler­nens. Erweit­erte Fas­sung. In: His­torisch denken ler­nen [Blog des AB Geschichts­di­dak­tik; Uni­ver­sität Ham­burg], 23./25.11.2019.

 

“His­to­ry is the fic­tion we invent
to per­suade our­selves that
events are know­able and
life has order and direc­tion” 1

Die Frage nach den “Fak­ten” 2 lässt Geschichtswis­senschaft, Geschichts­di­dak­tik und den Geschicht­sun­ter­richt nicht los. Vor ein paar Jahren war sie — auch und ger­ade im Umfeld des Ham­burg­er His­torik­ertages — Gegen­stand ein­er öffentlichen Kon­tro­verse um den Geschicht­sun­ter­richt gewe­sen, zu welch­er ich auch hier im Blog Stel­lung bezo­gen habe. 3 Zulet­zt ist sie — den Bericht­en einiger Teilnehmer*innen auf Twit­ter zufolge — auf dem ger­ade noch laufend­en “his­to­camp 2019″ in Berlin erneut aufge­wor­fen.

In der Ent­ge­genset­zung zu “Fik­tio­nen” schließlich war sie auch The­ma des von mir betreuten Heftes 2018 der Zeitschrift für Geschichts­di­dak­tik. Weil ich es dort in mein­er Ein­leitung nicht in dieser Form und Deut­lichkeit geschrieben habe, möchte ich hier in aller Kürze dafür argu­men­tieren, dass sowohl das Konzept der “Fak­ten” als auch die Ent­ge­genset­zung zu “Fik­tio­nen” Teil des Prob­lems, nicht aber Teil der Lösung darstellen (das Wiedergänger­tum dieser Frage deutet bere­its auf die Prob­lematik hin). Worin also beste­ht das Prob­lem?

In dem über diesem Beitrag als Mot­to zitierten Satz steckt viel Wahrheit — eben­so in Bezug auf die Funk­tion von Geschichte (Ori­en­tierung), wie auf den Wun­sch, die Dinge (Ereignisse) ein­fach “wis­sen” und eben­so “ver­mit­teln” zu kön­nen.

Genau dieses let­ztere Bedürf­nis bedi­ent die Vorstel­lung von “Fak­ten” als gegebene und let­ztlich nur zur Ken­nt­nis zu nehmende Ein­heit­en, die vor aller Anstren­gung höhrerer his­torisch­er Denkprozesse zunächst ein­mal ein­fach zur Ken­nt­nis zu nehmen und diesen Denkprozessen zugrunde zu leg­en sind. Auch wenn sich das Konzept his­torischen Wis­sens — ent­ge­gen manch­er Vorstel­lung in der bre­it­eren Öffentlichkeit — nicht darauf reduzieren lässt (proze­du­rales Wis­sen um Ver­fahren der Erken­nt­nis­gewin­nung, Konzept- und auch metakog­ni­tives Wis­sen sind wei­thin anerkan­nt), so gehört die Vorstel­lung des “Wis­sens” von Fak­ten als der Grund­lage, des Aus­gangs­ma­te­ri­als his­torischen Denkens und der Gewin­nung his­torisch­er Ein­sicht­en doch noch oft dazu. Der in der ein­gangs zitierten Kon­tro­verse zitierte Artikel “Schüler müssen Fak­ten ler­nen” des Berlin­er Kol­le­gen Thomas Sand­küh­ler ist nur ein Beispiel.

Die Vorstel­lung, dass die Ver­fü­gung über solch­es Wis­sen eine eher niedere Stufe his­torisch­er Lern­tätigkeit ist, liegt auch der weit ver­bre­it­eten Lernzieltax­onomie nach Ben­jamin Bloom zugrunde — zumin­d­est ihrer Mod­el­lierung der kog­ni­tiv­en Dimen­sion. Diese unter­schei­det in auf­steigen­der Folge im Bild ein­er Pyra­mide “Wis­sen” (“knowl­edge”), “Ver­ständ­nis” (“Com­pre­hen­sion”), “Anwen­dung” (“Appli­ca­tion”), “Analyse” (“Analy­sis”), “Syn­these” (“Syn­the­sis”) und “Bew­er­tung” (“Eval­u­a­tion”). Ähn­lich — und vielle­icht noch schär­fer — for­muliert es die rev­i­dierte Fas­sung nach Lorin Ander­son und David Krath­wol, in welch­er die Nomen durch Oper­a­tio­nen anzeigende Ver­ben erset­zt sind und die Rei­hen­folge leicht ver­tauscht sowie die let­zte Stufe verän­dert ist: “Remem­ber”, “Under­stand”, “Apply”, “Ana­lyze”, “Eval­u­ate” und “Cre­ate”.

Die dieser Abstu­fung zugrunde liegende Vorstel­lung der Pro­gres­sion von Ler­nen ist — zumin­d­est für die Domäne und Diszi­plin Geschichte — hoch prob­lema­tisch: Dass his­torisches Wis­sen nicht Grund­lage und Aus­gangspunkt his­torischen Denkens sein kann, son­dern als dessen Ergeb­nis anzuse­hen ist, hat jüngst der US-amerikanis­chen His­torik­er und Geschichts­di­dak­tik­er Sam Wineb­urg pos­tuliert. Er fordert, die Tax­onomie nach Bloom gewis­ser­maßen um 180° zu drehen, um sie gewis­ser­maßen vom Kopf auf die Füße zu stellen. 4 Im Hin­ter­grund dieser Posi­tion ste­ht Wineb­urgs bekan­nte Posi­tion, derzu­folge his­torisches Denken nichts dem Men­schen ange­borenes ist — ein “unnatür­lich­er Akt”. Ohne einen dur­chaus als anstren­gend gedacht­en Lern­prozess wür­den wir alle näm­lich Phänomene der Ver­gan­gen­heit mit Hil­fe der uns aus unser­er heuti­gen Lebenswelt ver­traut­en Konzepte, Vorstel­lun­gen und Kri­te­rien betra­cht­en — also “präsen­tis­tisch”. Wir müssen nicht nur abstrakt ler­nen, dass die Ver­gan­gen­heit anders war, dass Men­schen andere (und keineswegs min­der­w­er­tige) Per­spek­tiv­en, Ver­ste­hen­shor­i­zonte und Welt­sicht­en hat­ten, son­dern wir müssen es uns (Wineb­urg zufolge) in der Auseinan­der­set­zung mit Fra­gen an die Ver­gan­gen­heit und Mate­ri­alien aus der Ver­gan­gen­heit müh­sam antrainieren, diese Ander­sar­tigkeit zu unter­stellen und zu erken­nen. Das bet­rifft ger­ade auch die Iden­ti­fika­tion dessen, was der Fall war. “Wis­sen” über Ver­gan­ge­nes hin­sichtlich sein­er Tat­säch­lichkeit ist so das ober­ste Ergeb­nis his­torischen Denkens — keineswegs aber eine ein­fach zu set­zende Voraus­set­zung. 5 Dies passt im Übri­gen dur­chaus auch zu ein­er Aus­sage des deutschen Kol­le­gen Karl-Ernst Jeis­mann, demzu­folge Wer­turteile (“Eval­u­a­tion”) keineswegs am Ende, son­dern am Anfang viel­er his­torisch­er Denkprozesse ste­hen — zumin­d­est in der Form von Rel­e­vanz-Entschei­dun­gen, welche die Beschäf­ti­gung mit Ver­gan­genem und sein­er Bedeu­tung erst in Gang set­zen. 6

Ich selb­st halte Wineb­urgs Kri­tik an der Tax­onomie von Bloom bzw. Anderson/Krathwol für berechtigt, seine Lösung ihre Drehung um 180° jedoch für keine Lösung, denn sie über­sieht, dass “Wis­sen” bzw. “Erin­nern” — wie die meis­ten Fähigkeit­en und Tätigkeit­en — nie nur in ein­er Qual­itäts- bzw. Elab­o­ra­tionsstufe vor­liegen. Es wäre eben­so falsch, Wis­sen nur am Ende langer Lern­prozesse zu verorten. Das gilt gle­icher­maßen für die Oper­a­tio­nen der Anwen­dung, Syn­these, Bew­er­tung — und natür­lich auch für das Ver­ständ­nis. Für alle diese Oper­a­tio­nen gilt doch, dass sie sowohl in ein­fachen alltäglichen Aus­prä­gun­gen For­men wie auch in hoch ela­bori­erten Unter­suchun­gen von Fach­leuten und Forsch­ern nicht nur vorkom­men, son­dern expliz­it adressiert wer­den.
Die Tax­onomien müssen vielmehr (wenn man schon Wineb­urgs bildlich­er Lösung fol­gt) nicht um 180° gedreht wer­den, son­dern um 90°, wie auch ihre Pyra­mi­den­form aufgelöst wer­den müss. Dies ergäbe mehrere “Säulen” für die einzel­nen Fähigkeit­en und Oper­a­tio­nen, die jew­eils für sich “gestuft” wer­den kön­nen. “Ler­nen” ist dann nicht zu begreife als der Fortschritt von jew­eils ein­er zur näch­sten Oper­a­tion, nach­dem die jew­eils erste “abgeschlossen” wäre, son­dern ein Prozess der Elab­o­ra­tion sowohl der einzel­nen Oper­a­tio­nen bzw. Fähigkeit­en und ihres jew­eili­gen Zusam­men­hanges. 7

Dann aber sind “Fak­ten” wed­er ein­fach Voraus­set­zun­gen noch allein abschließen­des Ziel his­torisch­er Denk- und Lern­prozesse. Sie sind vielmehr jew­eils auf unter­schiedlichem Niveau der Abstrak­tion und Reflex­ion erfol­gende men­tale Zusam­men­fas­sun­gen von Facetten ver­gan­genen Lebens, Han­delns, Lei­dens und Seins zum Zwecke ihrer Benen­nung und Kom­mu­nika­tion sowie ihrem Ein­bezug in weit­ere Argu­men­ta­tio­nen. Sie sind wed­er Voraus­set­zung noch Ergeb­nis, son­dern (his­torisch) denk­end und urteilend gewonnene Kom­plexe aus Ken­nt­nis­sen, Unter­schei­dun­gen und Bedeu­tungszuweisun­gen — und als solche sind sie sowohl Ergeb­nis wie Voraus­set­zung his­torischen Denkens. Damit aber sind sie nicht ein­fach “gegeben”, son­dern bedür­fen immer wieder der Reflex­ion und Ver­ständi­gung. Das ist ins­beson­dere deshalb so, weil die Abgren­zung solch­er “Facetten” des Ver­gan­ge­nes von anderen keineswegs vorgegeben ist, denn die “Unter­schei­dung von Din­gen, wie sie waren, und von Din­gen, wie wir sie sehen”, ist mit Peter von Moos “von vorn­here­in ‘eine leere Geste’, weil wir auss­chließlich ein­er durch Inter­pre­ta­tion gefilterten und zu inter­pretieren­den Auswahl sprach­lich ver­faßter Denkwürdigkeit­en (bzw. ‘Fak­ten’) aus Myr­i­aden von Ereignis­sen gegenüber­ste­hen.” 8. Was als “Fakt” isoliert wer­den kann, ist nicht nur eine Frage der Genauigkeit his­torischen Arbeit­ens, son­dern auch eine der Per­spek­tive, des Fragestelung, des Inter­ess­es, der durch den je eige­nen Wahrnehmungs- und Auf­fas­sung­shor­i­zont geprägten Unter­schei­dungs­fähigkeit (gewis­ser­maßen der “Brille”).

Fol­gt daraus nun doch ein Rel­a­tivis­mus? Keineswegs, — oder doch höch­stens hin­sichtlich des zulet­zt ange­sproch­enen Aspek­ts der Abgren­zung und Iden­ti­fika­tion der “Fak­ten”, nicht aber hin­sichtlich ihrer Tat­säch­lichkeit. Wer den Begriff der “Fak­ten” ablehnt, behauptet keineswegs Beliebigkeit und redet auch keineswegs notwendig der (freien) Fik­tion das Wort, auch wenn alle Benen­nun­gen von Fak­ten und Ereignis­sen auf­grund der Par­tiku­lar­ität der Über­liefer­ung, der Selek­tiv­ität und der Per­spek­tiv­i­tität immer auch kon­jek­tu­rale Anteile anhaften. Das Prob­lem mit den “Fak­ten” beste­ht nicht in ihrer Fak­tiz­ität, son­dern in ihrem voraus­ge­set­zten und beibehal­te­nen Charak­ter als vorgegebene Ein­heit­en, die man als solche wis­sen und ken­nen kann, ohne die Per­spek­tiv­ität und das Inter­esse, das zu ihrer Unter­schei­dung geführt hat zu berück­sichti­gen. “Auschwitz” (um ein sehr deut­lich­es Beispiel zu nehmen) ist kein “Fak­tum”. Dieser Satz bestre­it­et nicht, dass es Auschwtz gegeben hat, er erken­nt aber an, dass (1.) der Begriff “Auschwitz” mehr beze­ich­net als eine neu­trale, ein­deutig abgrenzbare und auch nicht weit­er zer­leg­bare Ein­heit des Ver­gan­gene, die erst im Nach­hinein Bezug zu und Bedeu­tung für andere gewin­nt. Nein, das was wir mit “Auschwitz” beze­ich­nen, ist für die Men­schen, die dort gelit­ten haben und ermordet wur­den, für die eben­so lei­den­den Über­leben­den udn ihre Nachkom­men, aber eben auch für die Täter und deren Nachkom­men, und schließlich für uns Heutige jew­eils etwas gradu­ell anderes. Es gibt nicht ein Auschwitz, es gab und es gibt viele. Das aber heißt nicht, dass sie nichts miteinan­der zu tun hät­ten, dass sie getren­nt voneinan­der existierten, oder gar, dass es sich bei Auschwitz “nur” um Kon­struk­tio­nen han­delte.

Worum es hier geht, ist aber nicht, ob “Auschwitz” “ein Fak­tum” ist, son­dern um die Fak­tiz­ität der jew­eils mit dem Ter­mi­nus “Auschwitz” konkret beze­ich­neten Ereignisse und Erfahrun­gen. Diese ist (in den aller­meis­ten Fällen) über­aus gut belegt. Das Gegen­teil des Sprechens vom “Fak­tum Auschwitz” ist somit nicht die Behaup­tung seine Fik­tion­al­ität. Nicht “Fakt” oder “Fik­tion” ist die kor­rek­te Oppo­si­tion, son­dern “voraus­ge­set­ztes Fak­tum” oder “denk­end gewonnene Ein­sicht in das Ver­gan­gene und seine Fak­tiz­ität”. Bei­des näm­lich, sowohl die jew­eils konkrete Abgren­zung und Zusam­men­fas­sung wie auch ihre Eigen­schaft der “Fak­tiz­ität” näm­lich sind im Modus des his­torischen Denkens zu gewin­nen, sind Ergeb­nisse solch­er Denkprozesse. Anders wären “Fake News” und Lügen nicht zu iden­ti­fizieren und zu schei­den. Den “Erin­nerun­gen” des “Ben­jamin Wilkomirs­ki” (eigentlich Bruno Dössek­er) und dem darin fig­uri­eren­den (nur außer­halb des Buch­es “iden­ti­fizierten”) “Auschwitz” etwa kon­nte und musste die Fak­tiz­ität abge­sprochen wer­den, ohne dass dies auch auf Auschwitz ins­ge­samt zutrifft.

Dass sowohl die Iden­ti­fika­tion und Abgren­zung der jew­eili­gen Ge- oder Begeben­heit als auch ihre Fak­tiz­ität Ergeb­nisse von Denkprozessen sind, hin­dert nicht, sie in der Kom­mu­nika­tion über Ver­gan­gen­heit und Geschichte auch als Fak­ten anzus­prechen. Solche “Fak­ten” als “als solche” ler­nen zu lassen und sie Schüler*innen als Voraus­set­zung von Deu­tung und Inter­pre­ta­tion zu “ver­mit­teln”, unter­gräbt den Auf­bau der Kom­pe­ten­zen, die nötig sind, in der vielfälti­gen und prob­lema­tis­chen Geschicht­skul­tur kri­tisch denk­end beste­hen zu kön­nen.

Nicht nur Ord­nung und Sinn (“order and direc­tion”), son­dern auch die “Wiss­barkeit” von Begeben­heit­en (und, ergänze: Gegeben­heit­en) 9 sind also Ergeb­nis, nicht aber Voraus­set­zung his­torischen Denkens — und soll­ten auch als solche in his­torischen Lern­prozessen fig­uri­eren. Und wäre es nicht der leicht iro­nisch-fatal­is­tis­che Ton von Calvins Weisheit (die ihm im Com­ic dazu dient, eine “revi­sion­is­tis­che” Biogra­phie sein­er selb­st schreiben zu wollen), wäre vieles an dem Zitat dur­chaus ern­sthaft bedenkenswert. Man müsste allerd­ings die Ter­mi­ni “Fik­tion” und “erfind­en” erset­zen nicht durch ihre Gegen­teile (“Fak­ten” und “her­aus­find­en”), son­dern durch “Erzäh­lun­gen” und “erstellen” — oder eben “kon­stru­ieren”. “Geschichte sind diejeni­gen Erzäh­lun­gen, die wir kon­stru­ieren, um uns zu überzeu­gen, dass wir etwas [ergänze: über Ver­gan­ge­nes] wis­sen, das uns in unserem Leben Ord­nung und Ori­en­tierung bietet.”

Das ist es, was damit gemeint ist, His­torisches Denken sei “Kontin­genzbe­wäl­ti­gung”. Der Begriff der “Kontin­genz” beze­ich­net hier näm­lich weit mehr als “Zufall”. Er ver­weist auf die Ungewis­sheit, die entste­ht zwis­chen den bei­den Überzeu­gun­gen (a) alles in der Welt und im Leben sei ein­deutig vorherbes­timmt, und (b) es gäbe über­haupt keine Zusam­men­hänge zwis­chen Einzel­heit­en des Lebens — wed­er inner­halb ein­er Zeit noch über Zeit­en hin­weg.
Erstere Überzeu­gung würde his­torisches Denken unnötig machen, weil wir selb­st uns als völ­lig deter­miniert und somit ohne jegliche Entschei­dungsmöglichkeit, ohne jegliche Frei­heit von Aufmerk­samkeit, Wahrnehmung, Urteil und Entschei­dung begreifen müssten. “Ori­en­tierung” wäre nicht nur nut­z­los — wir kämen gar nicht erst auf die Idee, nach ihr zu suchen. Die let­ztere Posi­tion wiederum (völ­lige Zufäl­ligkeit) müsste uns in eine absolute Apor­ie führen, denn wir kön­nten streng genom­men gar nichts mit irgen­deinem Grad an Sicher­heit erwarten. Dass ein wie auch immer geart­eter Zusam­men­hang zwis­chen den Phänome­nen, Gegeben­heit­en und Begeben­heit­en im Leben auch über die Zeit­en hin­weg beste­ht, ist somit wesentlich­es Ele­ment der Kontin­genz (con-tin­gere, lat.: berühren, über­tra­gen), aber eben auch, dass dieser Zusam­men­hang nicht ein­fach gegeben und erkennbar ist, son­dern umfassende (wenn auch nicht unendliche) Frei­heits­grade bere­it hält. Es ist dieser Bere­ich der Kontin­genz zwis­chen voraus­ge­set­zter, nicht aber fra­g­los und ein­deutig bes­timm­bar­er Bedeu­tung von Ver­gan­genem für das Gegen­wär­tige und Zukün­ftige, für unsere Erwartun­gen und Pläne, der His­torisches Denken nötig macht — und mit ihm ein “Wis­sen” um Ver­gan­ge­nes, das aber nicht ein­fach gegeben ist. Wis­sen von “Fak­ten” ist eben­so his­torisch denk­end zu erschließen, in Form von Schlussfol­gerun­gen über die Fak­tiz­ität von Einzel­heit­en näm­lich, wie solch­es über syn­chrone und diachrone Zusam­men­hänge und schließlich auch wie Schlussfol­gerun­gen und Wer­tun­gen über Bedeut­samkeit und Bedeu­tun­gen für unsere eigene und aller Gegen­wart und Zukun­ft.

Was bedeutet dies nun für Geschicht­sun­ter­richt? Fol­gt daraus, dass in Unter­richt­sein­heit­en und ‑stun­den keine “Fak­ten” mehr erscheinen dür­fen, dass es nicht mehr zuläs­sig oder akzept­abel ist, Gegeben­heit­en (Struk­turen) und Begeben­heit­en (Ereignisse, Ereignis­ab­fol­gen, Hand­lun­gen etc.) nicht mehr in Form von Lehrervorträ­gen, Zeitleis­ten und Tabellen, Autorentex­ten etc. Schülern zur Ver­fü­gung zu stellen, als Mate­r­i­al für die Bear­beitung? Mit­nicht­en! Der­ar­tige Ref­eren­zen sind ja nicht nur Instru­mente schulis­chen Ler­nens, son­dern Teil der gesellschaftlichen Kom­mu­nika­tion über Geschichte. Und je nach konkreter Fragestel­lung und Auf­gabe bleibt es nicht nur hil­fre­ich, son­dern auch nötig, sie Schüler*innen zur Ver­fü­gung zu stellen oder aber sie selb­st von ihnen her­ausar­beit­en zu lassen. Das aber bedeutet nicht, dass sie nicht selb­st im Laufe der Arbeit mit ihnen in den Fokus reflek­tieren­den, etwa dif­feren­zieren­den und bew­er­tenden Denkens ger­at­en dürften und müssen. Im Gegen­teil gehört es ger­adezu zur Auf­gabe his­torischen Ler­nens, in den Mate­ri­alien (ins­beson­dere per­spek­tivisch unter­schiedlichen Quellen und Darstel­lun­gen) begeg­nende Set­zun­gen und Behaup­tun­gen nicht nur zu berück­sichti­gen, son­dern auch zu prüfen und ggf. selb­st neu, dif­feren­ziert zu for­mulieren oder auch abzulehnen.

Ein weit­eres kommt hinzu: Das Begreifen von “Fak­ten” (wenn man den Ter­mi­nus nicht völ­lig ver­ab­schieden will) als nicht gegebene, son­dern als im Rah­men eines Denk‑, Forschungs- und Kom­mu­nika­tion­sprozesse jew­eils “vor­läu­fig” gefasste Ver­weise auf Facetten des His­torischen ermöglicht es nicht nur, sie zu dif­feren­zieren und zu zu inter­pretieren, son­dern auch kul­turell und sprach­lich unter­schiedliche For­men nicht nur ihrer Beze­ich­nung und Inter­pre­ta­tion, son­dern auch der Abgren­zung dif­feren­ziell zu ver­gle­ichen. Das ermöglicht die explizite The­ma­tisierung und Reflex­ion so unter­schiedlich­er Beze­ich­nun­gen wie “Sieben­jähriger Krieg”, “French and Indi­an War”, “3. Schle­sis­ch­er Krieg”, “Great War for the Empire”, “Guerre de la Con­quête” und “Drit­ter Kar­natis­ch­er Krieg” als Beze­ich­nun­gen sowohl für jew­eils unter­schiedliche, aber auch (mehr oder weniger) zusam­men­hän­gende Ereignisse und — mehr noch — der solchen Beze­ich­nun­gen innewohnen­den poli­tis­chen, kul­turellen und zeitlichen Per­spek­tiv­en (einige dieser Beze­ich­nun­gen sind ja erst im Rück­blick zu prä­gen gewe­sen). Eben­so wird es möglich, Beze­ich­nun­gen in Ein­fach­er und Leichter Sprache hin­sichtlich ihrer Leis­tun­gen (für die Erschließung der Sachver­halte und die Beteili­gung an den Lern­prozessen und Deu­tun­gen) und Gren­zen bzw. der Bedarfe an weit­eren Erläuterun­gen udn Ergänzun­gen expliz­it besprechen.

Die Kon­se­quenz aus der Prob­lema­tisierung des Konzepts “Fak­ten” auf­grund der damit ver­bun­de­nen möglichen Kon­no­ta­tion (v.a. bei Ler­nen­den) des gewis­ser­maßen dem His­torischen Denken und Ler­nen vorge­lagerten und ihm dadurch auch par­tiell ent­zo­ge­nen Sta­tus, und aus der Fokussierung auf “Fak­tiz­ität” als der eigentlich gemein­ten und rel­e­van­ten Eigen­schaft, heißt also nicht Rel­a­tivis­mus, son­dern die jed­erzeit nötige Ermöglichung der The­ma­tisierung und Reflex­ion sowohl der Kon­sti­tu­tion der einzel­nen “Fak­ten” als auch ihrer Qual­i­fika­tion als “fak­tisch”. Für let­ztere Oper­a­tio­nen ste­ht mit dem Konzept der Triftigkeit­en bzw. Plau­si­bil­itäten, v.a. in empirisch­er Hin­sicht 10 ein Instru­men­tar­i­um bere­it, das es — in ele­men­tarisiert­er, bzw. genauer: graduiert­er Form — auch Schüler*innen ermöglicht, zu eige­nen Sachurteilen über die Fak­tiz­ität behaupteter Ereignisse zu kom­men. Damit schließlich eröffnet die Fokussierung auf Fak­tiz­ität statt auf “Fak­ten” auch die Kon­struk­tion ein­er Lern­pro­gres­sion in der Erfas­sung und Reflex­ion dieser Dimen­sio­nen his­torischen Denkens und his­torisch­er Kom­mu­nika­tion gewis­ser­maßen “schrit­tweise” gelehrt und gel­ernt wer­den kann.

Anmerkun­gen / Ref­er­ences
  1. Wat­ter­son, Bill (2010): “Calvin and Hobbes” 19.7.1993; In: ders.: The com­plete Calvin and Hobbes. Book 3. Kansas City: Andrews McMeel., S. 210 []
  2. Ich habe den Titel des Beitrags noch ein­mal geän­dert. “Alter­na­tive” scheint doch passender als “Oppo­si­tion”.  A.K. 26.11.2019[]
  3. Vgl. Geschichte – Kom­pe­ten­zen und/oder Fak­ten? Zu eini­gen aktuellen Zeitungsar­tikeln und zur Frage der Chronolo­gie und Fort­gang der “Debat­te” um die Fak­ten in der Geschichts­di­dak­tik []
  4. Wineb­urg, Samuel S. (2018): Why learn his­to­ry (when it’s already on your phone). Chica­go: Uni­ver­si­ty of Chica­go Press, S 81ff. []
  5. Wineb­urg, Sam (1999): His­tor­i­cal Think­ing and Oth­er Unnat­ur­al Acts. In: The Phi Delta Kap­pan 80 (7), S. 488–499. und Wineb­urg, Sam (2001): His­tor­i­cal think­ing and oth­er unnat­ur­al acts. Chart­ing the future of teach­ing the past. Philadel­phia: Tem­ple Uni­ver­si­ty Press (Crit­i­cal per­spec­tives on the past) []
  6. Jeis­mann, Karl-Ernst (2000): ‘Geschichts­be­wusst­sein’ als zen­trale Kat­e­gorie der Didak­tik des Geschicht­sun­ter­richts. In: Karl-Ernst Jeis­mann: Geschichte und Bil­dung. Beiträge zur Geschichts­di­dak­tik und zur his­torischen Bil­dungs­forschung. Hg. v. Karl-Ernst Jeis­mann und Wolf­gang Jacob­mey­er. Pader­born: Schön­ingh, S. 46–72, S. 66. []
  7. Vgl. auch Kör­ber, Andreas (2012): Graduierung his­torisch­er Kom­pe­ten­zen. In: Michele Bar­ri­cel­li und Mar­tin Lücke (Hg.): Hand­buch Prax­is des Geschicht­sun­ter­richts. His­torisches Ler­nen in der Schule, Bd. 1. Schwalbach/Ts.: Wochen­schau Ver­lag (Wochen­schau Geschichte), S. 236–254. []
  8. Moos, Peter von (1999): Gefahren des Mit­te­lal­ter­be­griffs. Diag­nos­tis­che und präven­tive Aspek­te. In: Joachim Hein­zle (Hg.): Mod­ernes Mit­te­lal­ter. Neue Bilder ein­er pop­ulären Epoche. 1. Aufl. Frank­furt am Main, Leipzig: Insel-Ver­lag (Insel-Taschen­buch, 2513), S. 31–63, hier S. 54 []
  9. “Gegeben­heit” meint hier eben nicht, dass etwas aus der Ver­gan­gen­heit uns ein­deutig erkennbar mit­gegeben sei, son­dern die von han­del­nden und lei­den­den Men­schen jew­eils zu ihrer Zeit vorge­fun­de­nen Bedin­gun­gen, hier also Struk­turen des Ver­gan­genen. []
  10. Rüsen, Jörn (2013): His­torik. The­o­rie der Geschichtswis­senschaft. Köln: Böh­lau, S. 57ff []
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Tagungsbericht: “Jenseits von Binaritäten und gegenläufigen Erinnerungen?” Fakultät für Kulturwissenschaften, Universität Paderborn Datum 19.05.2017 — 20.05.2017

Kör­ber, Andreas (2018): Tagungs­bericht zu: “Jen­seits von Bina­ritäten und gegen­läu­fi­gen Erin­nerun­gen?”, Pader­born: Uni­ver­sität Pader­born
19.05.2017 — 20.05.2017. In: H‑Soz_Kult 26.9.2018: https://www.hsozkult.de/searching/id/tagungsberichte-7252.

Auf H‑Soz-Kult ist nun (nach langer Redak­tion) erschienen mein Bericht zur Tagung “Jen­seits von Bina­ritäten und gegen­läu­fi­gen Erin­nerun­gen?”, die u.a. Johannes Mey­er-Hamme an der Uni­ver­sität Pader­born organ­isiert hat. Vor­ge­tra­gen hat u.a. auch Johannes Hoff­mann, vor­mals Stu­dent hier in Ham­burg und derzeit Ref­er­en­dar an einem Ham­burg­er Gym­na­si­um.

Pader­born: Fakultät für Kul­tur­wis­senschaften, Uni­ver­sität Pader­born
19.05.2017 — 20.05.2017
Hier eine Fas­sung in ara­bis­ch­er Sprache, die dankenswert­er­weise die Kolleg*innen in Pader­born haben durch ein Über­set­zungs­büro anfer­ti­gen lassen:

الجانب الآخر للثنائيات والذكريات المتعارضة؟

ورشة عمل مع خبراء في التاريخ وثقافة الذاكرة في مجتمع بعد الهجرة من لاجئين وغير لاجئين

المكان: بادربورن

المنظم: جامعة بادربورن, كلية الآداب والعلوم الإنسانية

التاريخ: 19.05.2017ـ20.05.2017

الكاتب: أندرياس كوربر, كلية التربية, قسم تدريس التاريخ, جامعة هامبورغ

الهجرة ليست فقط فردية وإنما لمجتمع يواجه تحديات مثل الثقافة التاريخية بما في ذلك مؤسساته من علم التاريخ و تدريس التاريخ. هذا ينطبق بشكل خاص عندما لا يتم أخذ وجهة نظر المجتمع المضيف ـ بمعنى المجتمع الشامل بعد التقليدي و مجتمع بعد الهجرة ـ وهذا يتطلب إمكانيات التوجه المشتركة والمنفصلة للتاريخ. لا تتضاعف هذه فقط من ماض (المجتمعات الأصلية) ذات الصلة, وإنما أيضا من كل اهتمام تاريخي للقضايا والمفاهيم. في أوقات الهجرة الجماعية من الحروب ومناطق الحروب الأهلية يجب أن يؤخذ بعين الاعتبار أن هويات المهاجرين قد تكون هشة وبخطورة أو أنهم بحاجة إلى توجه تاريخي جديد. يمكن للمهاجرين أنفسهم من نفس المناطق أن يحضروا معهم احتياجات توجه وخبرات مختلفة. علم وفن تدريس التاريخ بحاجة إلى تجديد فرص وأساسات هذا الانعكاس.

لقد تم تمويل هذه القضايا المطروحة في المؤتمر من قبل مؤسسة الذكرى, المسؤولية, المستقبلوخصصت لصالح مشروع عمل نظرية وفن تعليم التاريخ من قبل (يوهانس مايرـ هامي و فيليكس هينز) والتاريخ المعاصر( سيباستيان بيسشوف) في جامعة بادربورن وجمعت مؤرخين ومدرسين للتاريخ مع توجهات احترافية مختلفة وقصص هروب (خاصة من سوريا والعراق) وشملت الكثيرين (من الطلاب وحتى مدير متحف) و أيضا زملاء غير لاجئين.

هذا ضروري ومبتكر كإنتاج لوجهات نظر متعددة لكنه تتطلّب أيضا الكثير من الجهد التنظيمي مثل الترجمة الفورية وحساسية التجمع المشاركين البرنامج والتنفيذ الفعلي. هذه التحديات تم التغلب عليها بسهولة متناهية من قبل المنظمين ومساعديهم المحترفين, فريق المترجمين والمشاركين.

وبعد التحية التي ألقاها فولكر بيكوس (عميد جامعة بادربورن) وسونيا بيجالك (مندوبة مؤسسة ذكرى, مسؤولية, المستقبل”, برلين) و يوهانس مايرـ هامي (بادربورن) على أساس المبادئ الانعكاسية لتعلم التاريخ بين الثقافات و ما بعد المهاجرين”, تم توضيح إمكانية التبادل المتماثل. جنبا إلى جنب فتح التواصل مناخا مفتوحا للمناقشة والتشاور والجدال.

جاء ثلاثة منظمين من القادة السابقين في هذا البلد (وأحيانا يكون مهاجر سابق)، في أعمال اللاجئين مدرسين للتاريخ من ذوي الخبرة فضلا عن كلمة لاجئين. [1]

أولا قدم إبراهيم ميرزايف ـ الذي يعمل مدرسا في دورات الاندماج و طالب دكتوراه في علم التاريخ (إيخستات)ـ تجربة مع التحديات والفرص للتفاوتات الكبيرة في مهارات اللغة وتعدد الحساسيات المتعلقة بالصدمة للكثير من اللاجئين باعتبارات التعلم التاريخي مع تقديم أساليب من الأحداث السمعية والكلامية.

ديمتري شترايفسكي من (برلين)، طالب دكتوراه في التاريخ, وباحث في العلوم السياسية يعمل في مجال تربية الهجرة, تحدث عن تحديات أحد مبادئ المقابلة والتعلم على مستوى العينوأخذ على محمل الجد التعليم التاريخي. وبناء على خمسة جوانب رئيسية, بما في ذلك صفات ثقافية أو عرقية نهج مجموعة محددة”, و خطر التربية الخاصة”, كما شدد على إمكانية التعلم من خلال التحديات المشتركة, شريطة الاعتراف بقضايا وآفاق الشباب وتناولها, ولكن أيضا مناقشة بعبارات واضحة من القيم الإنسانية.

في مساهمة كل من جينيفر فاربر (فوغلسانغ) وجينز هيكر(سيني) تم التركيز على القضايا الشاملة وانتقاد نهج هدف المجموعات. واستنادا إلى نتائج مناقشات أحد مجموعات العمل على انتشار النصب التذكارية المبينة علة أنها افتتاح مفاهيم انعكاسية, تشاركية وتوسيع وجهات النظر نقل التاريخ دون هويات” (أستريد ميسرشميدت) حول مواضيع معاداة السامية ومجتمع الهجرة.

أوركيدي إسكيمند وميلاني كامب (برلين) قدما مشروع اكتشاف التنوع”, الذي ينتج عن تحليل احتياجات الشباب من عمر 12–15 سنة لفرص تعليمية مع خبرة في معاداة السامية, يتم ربطها في تجارب الحياة الخاصة بهؤلاء الشباب ومنهجة تاريخهم وكذلك تمكّن من وضع ثقافة الذكرى.

وجهات النظر الأخرى كانت مما يمكن لاللاجئين أخذه على محمل الجد من دروس التاريخ والثقافة التاريخية في بلدانهم الأصلية. قدمت في أربع مساهمات مختلفة خلال ورشة العمل هذه وشملت التاريخ, مفاهيم التاريخ, مفاهيم الهوية.

حيث شدد يوسف كنجو (توبينعن) عالم الآثار الدولي الشهير والمدير السابق لمتحف حلب في سوريا على أهمية البحوث الآن. لكن في الوقت الحاضر وبشكل ملموس فإن المواقع الأثرية بخطر أو دمرت بالفعل في سوريا وهذا سيضيف مشاركات السوريين إلى التاريخ البشري. هذه النواة المحتملة غالبا لا يدرك السكان بناء التاريخ بشكل غير ثنائي, وهو ما يفسر وجود جزء كبير من المخاطر على هذا التراث. يتم توزيع كتاب عبر مشاريع مختلفة ومجانية في مخيمات اللاجئين في دول الجوار عن سوريا القديمة الذي ينبغي أن يؤثر في مكافحة الخطر على الهوية.

محمد عيسى (برلين)، لاجئ ومدرس تاريخ ،أكد في المقابل على أهمية الوحدة العربية والتوسع الإسلامي, ووضح أنه تم تدميرهما من قبل سيطرة واستغلال الاستعمار الأجنبي ومثالا على ذلك اتفاقية سايكس بيكو” (1916), حيث كانت السبب الرئيسي للتطرف الحالي واللاجئين. ووصف تدريس التاريخ في سوريا اليوم - على النقيض من الوضع قبل الثورة - اعتبارا من التدخل السياسي والنظام الافتراضي و التفسيرات الموالين للنظام, وبالتالي تميزت بالخوف, التي من المقرر أن تكون ناجمة عن القوى الاستعمارية التي تجدد الصراع. المنهجية المفتوحة وتعددية التفكير الذاتي ليست ممكنة. لذا يجب إعادة توجيه تدريس التاريخ وإزالة المعلومات الوهمية”, وأعطاء الطلاب الحرية في تعلم القيم الإنسانية الشاملة. واعتماد المفاهيم الغربية في الحرية، و الحكم الناقد.

نظيره العراقي نور حمود (برلين) اتفق معه حول الكثير. تقليديا، ليس فقط في السنوات الأخيرة, كان يتم قبول المحتوى التدريسي لتدريس التاريخ, مع عدم الفهم أو حتى المناقشة, حتى مع الشكوك. وشدد على الدور الهام للمحتوى الديني وتخصيص التفسيرات ومثالا على ذلك تمجيد وصف (“شونستر فرهود”) من المذبحة اليهودية عام 1941 في بغداد وفورا مشكلة الهويات الدينية المعرّفة[2]. خلاصة العمل, في فهم سمات تاريخه, تعرف عليها في دورة الاندماج في ألمانيا وكان غير معروف وغير مألوف للاجئ. ومن هنا تأتي أهمية دورات الاندماج في تسهيل التفاهم المتبادل والغفران للجميع. في العراق أيضا يجب أن يتطوّرتأثير تدريس التاريخ و يشجّع الأطفال على السؤال والفهم.

أوضحت في المقابل ناريمان دريباتي مفاهيم الهوية بانتقاد (هايدلبيرغ), وهي من سوريا ومدرسة التاريخ المهاجرة وطالبة الدكتوراه في مناهج تدريس التاريخ. عرضت النتائج الأولى لتحليلها لكتب التاريخ المدرسية السورية الحالية والتي نشرت قبل عام 2010. مركزيا ملزم ومقدم, عززت أعمال ومصالح الحزب الحاكم حزب البعثوالنخبة. وفقا لذلك - بسبب الأغلبية السنية، لبناء هوية دينية ـ وطنية لسوريا كجزء من العالم العربي الشامل. وأساسا تتكرر فقط في النصوص من وجهات نظر مؤلفين عرب. المصادر تستخدم ربما للتوضيح, ولكن ليس للتحليل.

مدرسة التاريخ اللاجئة رحاب اليوسف (إسبلكامب) لفتت الأنظار إلى تدريس التاريخ في ألمانيا. وقدمت موجزات بشأن أوضاع العديد من اللاجئين فيما بين كرسيينمن البلد الأم والبلد المضيف, وشددت على أهمية الاندماج. جوهريا نكبر معاإلى مجتمع جديد هو الحصول على التعارف - وأيضا المعرفة الدينية - والاختلافات الثقافية والاعتراف المتبادل. حيث يوجد اختلافات واضحة بين اللاجئين وبين الألمان. الإشكالية تكون على حد سواء في المطالبات, إذ يجب على المهاجرين التخلي عن هويتهم, ولكن أيضا يستخدم هذا الرفض لترحيلهم كذريعة لعدم الاندماج. وأبرزت أيضا صعوبات الدراسة الملموسة للاجئين التي تنشأ في المقام الأول من اللغة والأشكال المختلفة جدا من التعلم والدراسة في ألمانيا

دروس التاريخ في سوريا وألمانيا تم عنونتها وشرحها مع اثنتين من الطلاب السورريين اللاجئين جنبا إلى جنب مع دومينيك يروخ (سيجن). وأكدوا على التباين الحالي التي تهيمن عليها أغلب القصص من الدولة, تدريس التاريخ غير الحرقبل الحرب الأهلية ومع التعلم في ألمانيا “, فضلا عن مطالب التعارف المتبادل والاعتراف وموضوعية تاريخ الوطن. وشددوا بوجه خاص على الحاجة إلى معلومات أكثر موثوقية, لا سيما بشأن الصراع الفلسطيني الإسرائيلي بوصفه جوهر مشكلة الشرق الأوسط برمتها وعن الاشتراكية الوطنية.

بعد النقاشات, تم الحوار والسؤال حول مفهوم الهوية، فضلا عن التحديات التي تواجه المجتمع والمدرسة والمؤرخين. وقد كان مفهوما مختلفا للمفاهيم والطلبات على الهوية فضلا عن إدراجها في تدريس التاريخ: أفكار الهوية غير المنقطعة من الأصل والاستقبال والهوية, وبالتالي مطالب التعارف المتبادل, وكان تصور وقبول الآخرفي المؤرخين يعارضون الشك في جميع الهويات المحددة مسبقا, الأمر الذي شدد على تنوع تجارب المهاجرين ووجهات نظرهم, بحيث أعطيت دروس المدارس والتاريخ مهمّة دعم كل تشكيل فردي للهوية. وقد أعطي التعلم التاريخي ومواضيع محددة وظائف مختلفة, ، لذا (1) كخلفية لفهم النظام القانوني الألماني والديمقراطية فضلا عن (2) على النقيض من التفسيرات والتقييمات الإيديولوجية أو غير المنكوبة، مثل الاشتراكية الوطنية والمحرقة، والتي غالبا ما يتم جلبها من الأوطان. وتركزت سابقا على ألمانيا وأوروبا في دروس التاريخ الألماني ولذلك ينبغي فتح موضوعية تاريخ مناطق المنشأ.

وبالإضافة إلى ذلك، فإن المناقشة المثيرة للجدل كانت حول دور الإسلام التاريخي كنقطة مرجعية لهوية مشتركة, ومدى وطابع العداء اليهودي أو الإسرائيلي في الثقافات العربية, فضلا عن أهمية الاستعمار في ظهور حالات الصراع الحالية في المنطقة وكخلفية لتمثيل التاريخ المغلق في المدارس.

مع إلقاء نظرة على دروس التاريخ في المستقبل في البلد المضيف يتم تفضيل مفاهيم مختلفة: التنظيم في التاريخ اليومي في مكان السرد التاريخية الوطنية, (الإقليمية) مفاهيم الحرية الخاصة، فضلا عن مفاهيم الانحراف الغربية عن التاريخ. وأخيرا، دعيت أيضا إلى تحديد موضوعي للفروق المفاهيمية في المصادر والتمثيل، كتعلم تاريخ دولة ـ ودين بعيد, حتى يمكن إجراء مناقشة حرة مع تفسيرات مختلفة وإدخال مصادر مطبوعة أخرى في الكتب.

واستكمل البرنامج بمساهمة: ميشائيل شوبرت (بادربورن)حيث حاضر في مفهوم التنوع الفائقالذي وضعه ستيفن فيرتوفيك في عام 2007 لتسجيل مفهوم فائق التنوععلى الأقل في ضعف تنوع المجتمع (في أبعاد التمايز وأشكال الإقامة) في مجتمعات الهجرة الغربية منذ الثمانينيات. ناقش الأداء والجوانب الإشكالية لتعريفه وتفعيله في مؤشر التنوعوناقش أيضا المفارقة (باستثناء) آثار الاستخدام العام من مفاهيم التنوع, على سبيل المثال الصورة المتوقعة للتجانس في الماضي (“الإحياء العرقي”). وسمحت المفاهيم البنائية فقط بمشاركة الجميع في التفاوض والتفكير في التنوع والحدود. يمكن أن تشمل ثقافات النصب التذكارية وتؤخذ في الحسبان, مثل استخدام التجارب التاريخية المشتركة والمحددة (الضحايا والجناة, تجربة الهجرة) باعتبارها آفاق للسؤال. وفي نهاية المناقشة, وردا على سؤال عن الكيفية التي يمكن بها لمفاهيم الهوية البنائية هذه أن تجسد المصالح المشروعة للمهاجرين في تنمية بلدانهم الأصلية, فضلا عن تجارب مختلفة.

وأخيرا، تحدث جوهانس هوفمان (هامبورغ) عن مقابلاته مع المهاجرين الشباب الذين هاجروا مؤخرا من سوريا, الذين ما زالوا يتابعون المدرسة، لتجاربهم مع التاريخ والمؤرخين. في حالتين محددتين, رسم مختلف التصورات وردود الفعل والهياكل الشخصية, والتي هي انعكاس حاسم لدروس التاريخ الخاصة, والتوجه الديني, والتمكين إلى التفكير النقدي الخاص, ودائما تأخذ على تركيبات مميزة مختلفة. كان من الممكن تصور معنى بناء الهوية التاريخية وراء التفسيرات المعطاة في المثال المكثف.

بياتريس زيجلر (آراو) أبرزت التحديات التي تواجه عملية تحويل المواضيع الرئيسية إلى مجتمعات غير متجانسة بسبب الهجرة وأهمية التعامل مع وجهات نظر مختلفة في كل حالة. وأوضح المؤتمر التناقض بين التفسيرات المشتركة والمعاني بين ثقافات المنشأ والاستقبال. ومن الضروري تعميق المناقشات. وعلى وجه الخصوص، ينبغي توضيح مفاهيم الهوية والعلاقة بين الهوية والتاريخ.

وتجدر الإشارة إلى أن الجو كان لطيف وجماعي, سمح لإظهار أوجه التشابه والاختلاف بين مجموعات المشاركين وكذلك داخل هذه المجموعات بحيث يمكن أن تستمد الأسئلة والموضوعات لمزيد من المحادثات والبحوث والتي لا تتطابق ببساطة مع الإحالات الثنائية. وفي الوقت نفسه، أصبح من الواضح أن مفاهيم الهوية المرنة المعقولة جدا لما بعد التقليد وما بعد المهاجر في مواقع متعددة مناسبة لتحليل مجال التجارب الموصوفة والمفاهيم المعرب عنها, ولكنها لا تتوافق إلا بشكل مشروط مع المشاركين الذين هاجروا أنفسهم. ولا سيما فيما يتعلق بالمفهوم المعياري للهوية, من الواضح أنه لا يزال هناك الكثير من الترجمة التي يتعين القيام بها ليس فقط من طابع لغوي.

نبذة عن المؤتمر:

فولكر بيكهاوس (جامعة بادربورن, عميد كلية الدراسات الثقافية): تحية

سونيا بيجالك (مؤسسة ذكرى, مسؤولية, مستقبل برلين): تحية

يوهانس ماير-هامي (جامعة بادربورن): الجانب الآخر للثنائيات والذكريات المتعارضة؟ طرق لثقافة الذاكرة الانعكاسية

الجلسة الأولى الاعتدال: فيليكس هينز, جامعة بادربورن

إبراهيم ميرزايف (طالب دكتوراه, الجامعة الكاثوليكية في إيشستات): جوجل والماركات التجارية: كيفية شرح التاريخ الألماني؟

ديميتري ستراتيفسكي (برلين): كيف يمكننا أن ننشر ثقافة الذكرى لأشخاص ذوي خلفية مهاجرة؟

رحاب اليوسف (إسبلكامب): التكامل / لم شمل الشعوب في بوتقة الثقافات والحضارات الجديدة

جينيفر فاربر (أكاديمية فوجيلسانغ) و يانس هيكر (مركز توثيق ستالاج, 326): انعكاس عمل النصب التذكارية في مجتمع غير متجانس: فتح أبواب مساحة العمل

محاضرة مساء

مايكل ششوبيرت (جامعة بادربورن): في الطريق الاختلاف فائقة التنوع؟ أهمية الحدودوتنظيمها في مجتمع الهجرة

الجلسة الثانية, الاعتدال: د. سيباستيان بيشوف (جامعة بادربورن)

يوسف كنجو (جامعة توبنغن): دور التاريخ في الهوية والتراث

محمد عيسى (برلين): دروس التاريخ في سوريا

نور حمود (برلين): دروس التاريخ في العراق وماذا تعني دورة الاندماج للاجئين؟

الجلسة الثالثة, العرض: ماير هامي (جامعة بادربورن)

ناريمان دريباتي (طالبة دكتوراه, جامعة هايدلبرغ): الهوية العربية السورية؟! تحليل كتب التاريخ السورية الحديثة

أوركيد إزغيمن / ميلاني كامب (كيغا برلين): فرص وتحديات التعليم السياسي مع اللاجئين منهم وإليهم

ورش العمل:

دومينيك جيروش, رنا الزهر, علياء شعباني, رغد عامر (تلاميذ الصف العاشر): دروس التاريخ الألماني من منظور اللاجئين في (فورست-جوهان-موريتز-غيمناسيوم في سيجن)

يوهانس هوفمان (جامعة هامبورغ): الهجرة والوعي التاريخي. إعادة بناء وتحليل تاريخ المهاجرين فيما يتعلق بالتوجه والهوية

ملاحظات:

[1] ولم تكن الأفرقة موضوعية تماما، ولكن اختلطت وجهات النظر، التي كانت من بين أمور أخرى النقاش الحيوي في نهاية الفريق جاء بالفائدةض, مع ذلك, أحيت المواضيع على نطاق الفريق مرة أخرى. ويتمحور التقرير بطريقة مواضيعية

[2] وبالنسبة للسياق، دافني تسيمهوني: فرهود، في: دان دينر (هرسغ.): موسوعة التاريخ اليهودي والثقافة. المجلد 2, ميتسلر, شتوتغارت / فايمار 2012، الصفحات 324–327

Tagung “Sprachsensibler Geschichtsunterricht Von der geschichtsdidaktischen Theorie über die Empirie zur Unterrichtspraxis” in Hamburg

“Sprach­sen­si­bler Geschicht­sun­ter­richt — Von der geschichts­di­dak­tis­chen The­o­rie über die Empirie zur Unter­richt­sprax­is”. Ham­burg, 19.9.2016

Einen Tag vor dem His­torik­ertag ver­anstal­tet der Arbeit­skreis “Empirische Geschicht­sun­ter­richts­forschung” an unser­er Fakultät für Erziehungswis­senschaft eine ein­tätige Tagung “Sprach­sen­si­bler Geschicht­sun­ter­richt — Von der geschichts­di­dak­tis­chen The­o­rie über die Empirie zur Unter­richt­sprax­is”.

Sprachsensibler_Flyer_1

Sprachsensibler_Flyer_2

Ein interessanter Blogeintrag zu “Mißbrauch und Gebrauch der Geschichte”

Im archäol­o­gis­chen Blog Archäologik find­et sich heute eine inter­es­sante Reflex­ion zum “Miss­brauch und Gebrauch der Geschichte” von Rain­er Schreg auf­bauend auf einem aktuellen Heft von Aus Poli­tik und Zeit­geschichte zum The­ma “Geschichte als Instru­ment”, in dem unter anderem auch Bodo von Bor­ries — Mit­glied unseres Arbeits­bere­ichs einen Artikel ver­fasst hat mit dem Titel “Zurück zu den Quellen? Plä­doy­er für die Nar­ra­tionsprü­fung”, der von Schreg sehr gelobt wird.
Aus diesem Anlass möchte ich noch kurz auf einen eige­nen Beitrag zu diesem The­ma hin­weisen:
Kör­ber, Andreas (2012): “ ‘Uses’ and ‘ab-uses’ of his­to­ry. Pos­si­ble con­se­quences for his­to­ry teach­ing at schools”. In: pedocs: .

“Uses” and “ab-uses” of history. Possible consequences for history teaching at schools

Kör­ber, Andreas (2011): “ ‘Uses’ and ‘ab-uses’ of his­to­ry. Pos­si­ble con­se­quences for his­to­ry teach­ing at schools”. Talk deliv­ered at the EUSTORY Sem­i­nar (Ab-)Use of His­to­ry, Helsin­ki, August 7th to 10th, 2011. In: http://www.pedocs.de/volltexte/2012/6626/

Kör­ber, Andreas (2011): ““Uses” and “ab-uses” of his­to­ry. Pos­si­ble con­se­quences for his­to­ry teach­ing at schools”. Talk deliv­ered at the EUSTORY Sem­i­nar (Ab-)Use of His­to­ry, Helsin­ki, August 7th to 10th, 2011.

[jupdf-view­er file=“http://www.pedocs.de/volltexte/2012/6626/pdf/Koerber_2011_Uses_Abuses_D_A.pdf”]

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Andreas Kör­ber

Uses” and “ab-uses” of his­to­ry. Pos­si­ble con­se­quences for his­to­ry teach­ing at schools

Talk deliv­ered at the EUSTORY Sem­i­nar (Ab-)Uses of His­to­ry,: Helsin­ki; August, 7th – 10th, 2011

1 Introduction

Use and Abuse of His­to­ry. The terms cen­tral in the sub­ject of this con­fer­ence are both: quite strong and quite unclear – espe­cial­ly when applied to a sub­ject like his­to­ry. When con­front­ed with the sug­ges­tion to con­tribute to the dis­cus­sions, here, I imme­di­ate­ly had some asso­ci­a­tions com­ing to my mind which had noth­ing to do with his­to­ry at all, but with a series of “abuse”-subjects in pub­lic debate of recent years – most­ly abuse of chil­dren by adults in edu­ca­tion­al or reli­gious insti­tu­tions, by par­ents, and so on. Sure­ly, this was not was was meant by the col­leagues sug­gest­ing this venue. So I put these asso­ci­a­tions at bay – but they will play a role in my talk lat­er on.

Of course, I was also remind­ed of pro­fes­sion­al debates not only more close to, but rather direct­ly cen­tral in the area I am work­ing on: the­o­ry of his­to­ry, name­ly the ques­tion of the pos­si­bil­i­ty of truth and objec­tiv­i­ty in our domain. This is some­thing many col­leagues have reflect­ed upon and where some fun­da­men­tal insights have been gained in the last decades. So the ques­tion for me was in this case, whether under the head­ing of “use and abuse” there was to be anoth­er dis­cus­sion of objec­tiv­i­ty. I doubt­ed that this would meet much inter­est, here. So I tried to put this strand aside, too.

There is, of course anoth­er strand of debate, relat­ed to the lat­ter, which is much more prone to the sub­ject of this event, and that is the ques­tion of respon­si­bil­i­ty of pro­fes­sion­al his­to­ri­ans and all oth­ers pre­sent­ing accounts of the past – more con­crete, the ques­tion of what his­to­ry to tell and what not to tell. It is the ques­tion about the cor­rect, not the true, his­to­ry, even though the two ques­tions are strong­ly inter­re­lat­ed, at least from some points of view.

When com­mu­ni­cat­ing with Andrea Sensen­schmidt and Han­nah Kokko­nen – sparse­ly, I must admit – the ques­tion was pre­sent­ed whether I could not say some­thing about his­to­ry teach­ing in the for­mer “Ger­man Demo­c­ra­t­ic Repub­lic”, the Sovi­et-allied East­ern Ger­many. I declined this, part­ly because I am by far no expert on that sub­ject. There are oth­ers who have done first hand research on it, some of them from a West­ern per­spec­tive (e.g. Hans-Dieter Schmied,1 Heike Mätz­ing,2 …, already in times of Ger­man par­ti­tion), and oth­ers with their own edu­ca­tion­al and some­times even pro­fes­sion­al back­ground as didac­ti­cians of his­to­ry in the East, like Christi­na Böttch­er, Marko Deman­towsky,3 Sask­ia Han­dro4 etc., but also because I felt that it would be only half inspir­ing to present a com­plex where the judge­ment that it would fall under “abuse” at least most­ly, was known from the start. In fact the judge­ment on a spe­cif­ic way of “using” his­to­ry on the basis that it is found­ed on a cer­tain ide­ol­o­gy is always prob­lem­at­ic, because we must be aware that our own sys­tem of val­ues may be (and most often is) seen as “ide­o­log­i­cal” by the oth­ers. After the end of the block-con­fronta­tion this argu­ment is not done with. Even though West­ern polit­i­cal thought and val­ues have proved to be supe­ri­or to total­i­tar­i­an ones, we still have to admit and con­sid­er that our val­ues also are con­tin­gent and may be chal­lenged as “ide­o­log­ic”, espe­cial­ly from oth­er cul­tur­al per­spec­tives.

Much more reward­ing, so I thought, would be the sub­jects cov­ered by oth­ers, about how to address con­tro­ver­sial and “prob­lem­at­ic” issues in research and teach­ing. From my point of view, I might already state here at the begin­ning, there is not ques­tion on whether to present a spe­cif­ic his­tor­i­cal account, it is not about prop­er­ly select­ing, but rather about the atti­tudes, the func­tion and the meth­ods. In my view, it is not the what but the how and what for of his­to­ri­og­ra­phy and his­to­ry teach­ing, which mer­it­ed reflec­tion. So “use” and “abuse” are not about whether pre­sent­ing a spe­cif­ic sub­ject, a spe­cif­ic sto­ry, amounts to abuse, but whether there are spe­cif­ic cri­te­ria by which to judge about the “how” of this pre­sen­ta­tion.

Tow more points of start for my reflec­tion need to be men­tioned. First of all, the terms “use and abuse” are far from well elab­o­rat­ed. They are used quite dif­fer­ent­ly, espe­cial­ly in our domain. This needs to be reflect­ed, first. And here a ref­er­ence needs to be made to the recent dis­cus­sions about child abuse.

Sec­ond­ly, the ques­tion of “uses” of his­to­ry (in the more prop­er sense) has already been addressed by col­leagues. Mar­gret Macmil­lan, the renowned Cana­di­an col­league, has pub­lished a pop­u­lar reflec­tion on it quite recent­ly, and one of the col­leagues present here, Klas Göran Karls­son, has tak­en up the ques­tion of uses and even of ab-use at a con­fer­ence in Novem­ber 2008, the pro­ceed­ings of which have just been pub­lished. It is his very short answer of the ques­tion what defines abuse, which I’d like to ini­tial­ly cite, crit­i­cis­ing one of his ideas, but to final­ly come to a con­clu­sion, which can be read as a sup­port of his.

2 The problem of “use and abuse” I: Terminology

With­in his con­sid­er­a­tions, Karls­son, how­ev­er causal­ly quotes Friedrich Nietzsche’s sec­ond “untime­ly con­sid­er­a­tions”. This famous text, which starts with an appraisal of the ani­mals’ igno­rance of any his­to­ry, their liv­ing only in a present, thus being free from any oblig­a­tions of any past, and of a “super­his­tor­i­cal” stand­point (which in my view, informed by Jörn Rüsen, would rather be an exem­plar­ic use of his­to­ry), and then dif­fer­en­ti­ates between three “uses” of his­to­ry (mon­u­men­tal, anti­quar­i­an, crit­i­cal), all of which are deeply root­ed in present needs, has at least in some Eng­lish edi­tions (although not the bet­ter one used by Karls­son) been titled “Use and Abuse”. This notion is prob­lem­at­ic. Niet­zsche most pro­found­ly did not want to con­sti­tute a spe­cif­ic cri­te­ri­on for prop­er use of his­to­ry lying in its own domain, but reflect­ed upon the advan­tages and dis­ad­van­tages of his­to­ry (thus the best trans­la­tion, sim­i­lar to that of the edi­tion used by Karls­son: “uses and dis­ad­van­tages”).5 As for the sub­ject of my talk and of the whole con­fer­ence, I take it that we don’t talk about “advan­tages” and “dis­ad­van­tages”, about the “pros” and “cons” of refer­ring to the past, that its is not a ques­tion of whether to “use” his­to­ry in the first place, but that we do talk about the dimen­sion of prop­er and improp­er use.

3 uses and abuses – a question of typology?

In his pre­sen­ta­tion in 2008, Klas-Göran Karls­son dis­tin­guished dif­fer­ent “uses” of his­to­ry, as had Mar­gret Macmil­lan: In short, their reflec­tions, which are both very inter­est­ing and valu­able to read, can be sum­ma­rized as a typol­o­gy of moti­va­tions of pre­sent­ing accounts of the past for rea­sons which lie in the present. There are quite a vari­ety of such moti­va­tions and of spe­cif­ic struc­tures of pre­sen­ta­tions fol­low­ing them. The enu­mer­a­tion here can give just an overview.

      1. sci­en­tif­ic usage: char­ac­ter­ized by inter­nal cri­te­ria of qual­i­ty and valid­i­ty, by the idea of approx­i­mat­ing an ide­al knowl­edge or at least the idea of pro­gres­sive­ly “bet­ter” under­stand­ing, by the reg­u­la­tive idea of a dis­so­ci­a­tion between the authors’ inter­ests and the sub­ject mat­ter researched, and by the idea that teach­ing and telling (Karls­son speaks of “medi­a­tion”, which is by far a too reflec­tive term for the posi­tion sketched here) means “trans­port” of the prop­er knowl­edge into the learn­ers’ or readers’/listeners’ minds (which is thought pos­si­ble because the “true” his­to­ry – even though “valid” and “rel­e­vant” – is con­ceived as inde­pen­dent from the recip­i­ents’ per­spec­tives and inter­ests as from the researchers’.

      2. Exis­ten­tial use of his­to­ry

      3. moral use of his­to­ry

      4. ide­o­log­i­cal use of his­to­ry

      5. “non-use”

      6. “politi­co-ped­a­gog­i­cal use”

      7. MACMILLANS “His­to­ry for Com­fort”

        1. His­to­ry as the ulti­mate expla­na­tion for life

        2. His­to­ry as an escape from the present

        3. His­to­ry as a book of exam­ples for good and evil

        4. His­to­ry as the judge for cur­rent pol­i­tics

        5. His­to­ry as a field of cur­rent pol­i­tics (rec­on­cil­i­a­tion, repen­tance, apolo­gies, his­to­ry wars)

All of the­ses uses – as is made explic­it­ly clear by Karls­son, have their mer­its, their own dig­ni­ty. They can­not be just divid­ed into sup­port­able and insup­port­able, in uses and abus­es. This in part is due, I’d like to sug­gest, that Karlsson’s and Macmillan’s typolo­gies are not “pure” typolo­gies, list­ing mutu­al­ly exclu­sives modes or ways of “using” his­to­ry, but rather rel­e­vant and com­bin­able dimen­sions which need to be dis­cerned with­in any “use” of his­to­ry. It may be true that there is no neces­si­ty for them all to be present in a ran­dom­ly select­ed use, but at least some of them will always be there in com­bi­na­tion: politi­co-ped­a­gog­i­cal use can be high­ly dri­ven by moral con­sid­er­a­tions, or by ide­o­log­i­cal ones, and so on.

For us, glad to say, this is no prob­lem, because Karls­son does not sin­gle out some as prop­er and oth­ers as improp­er. The cri­te­ri­on for abuse, accord­ing to him, is – in a pic­to­r­i­al metaphor – not a divi­sion between some of them and oth­ers, but lying across them, divid­ing fea­si­ble and fal­li­ble ver­sions in each cat­e­go­ry: for him, it is the vio­la­tion of human rights.

But: is this a cri­te­ri­on which is in any way help­ful as to the speci­fici­ties of his­to­ry? Can it be sat­is­fy­ing to refer to a cri­te­ri­on out­side the the­o­ry of his­to­ry, only? Isn’t there some­thing like an inside cri­te­ri­on as to when a pre­sen­ta­tion of his­to­ry, a sto­ry etc. amounts to abuse?

In gen­er­al, I’d like to sup­port Karlsson’s lib­er­al view that there is not one “cor­rect” use of his­to­ry, not one way of “doing it”, which takes all the mer­its, but that the diver­si­ty of “usages” can be fea­si­ble and sup­port­able – espe­cial­ly that it is not just the “sci­en­tif­ic” use or the his­to­ry of the his­to­ri­ans, which has more dig­ni­ty. Mar­gret Macmil­lan also rejects the idea that his­to­ry belongs to the his­to­ri­ans, even though she more strong­ly keeps up the idea that his­to­ri­ans have a stronger capac­i­ty to for­mu­late valid his­to­ries, most­ly because of their pos­si­bil­i­ty to take more time and efforts on the task (because they are trained and paid to do so), but also with a ref­er­ence to the idea that his­to­ri­ans can be more impar­tial, more dis­tanced than nor­mal peo­ple. Through­out her book, the idea is vis­i­ble that there is one cri­te­ri­on for use and abuse which comes from his­to­ry itself, name­ly the appro­pri­ate­ness of the depic­tion of the past: The past itself is the cri­te­ri­on for use and abuse of his­to­ry.

To a much less­er degree, this cri­te­ri­on is also dis­cernible in Karlsson’s oth­er dif­fer­en­ti­a­tion between a genet­ic and a genealog­ic mode of his­to­ry. “Genet­ic” he calls – not as the first – the “per­spec­tive” in which we gain and trans­mit knowl­edge about the devel­op­ment up to now, where­as the term “genealog­ic” refers to the “mak­ing” of his­to­ry “by reflect­ing our­selves and our present sit­u­a­tion in the past” (Karls­son 2011, 133). His (sup­port­able) ide­al is the “bal­ance” of these two modes in what he calls a “reflec­tive his­tor­i­cal con­scious­ness”,6 which could “join these two fun­da­men­tal his­tor­i­cal per­spec­tives in so far that a genealog­i­cal per­spec­tive can pro­vide genet­ic his­to­ry with agency and cri­te­ria of rel­e­vance, while a genet­ic per­spec­tive is need­ed not only to sup­ply us with his­tor­i­cal con­tents, but also to help us under­stand why his­to­ry is recalled and rep­re­sent­ed the way it is.” (Karls­son 2011, 134). He links this to Kierkegaard’s dic­tum about liv­ing life for­ward, but under­stand­ing it back­ward. Again: Sup­port­able as this view is, it is also prob­lem­at­ic, inso­far as it sums up to dif­fer­en­ti­at­ing between a knowl­edge of the “real his­to­ry” of the “con­tents” (what ever that means: what is the con­tain­er of these con­tents?) and its uses in the present, between the sub­stra­tum and the oper­a­tions. This, to my view, can not hold. I will dwell on this point from anoth­er angle in a few min­utes, but would like to sketch my solu­tion here in advance, first: I don’t think that there is a pos­si­bil­i­ty of any divi­sion between the sub­stra­tum of his­tor­i­cal “con­tents”, of any “real” his­to­ry and the oper­a­tion of his­tor­i­cal think­ing. In my the­o­ret­i­cal frame­work, they are linked togeth­er much more pro­found­ly than sug­gest­ed by Karls­son. It is not a ques­tion of join­ing these two per­spec­tives or modes, but whether they can be sep­a­rat­ed from one anoth­er in the first place more than ana­lyt­i­cal­ly. I sug­gest that what Karls­son calls “genealog­ic” is a modus, a mode of ask­ing, of the oper­a­tion which essen­tial­ly turns our adver­tence to things past and their inter­con­nec­tions, in the first place, while what he calls “genet­ic” is a mode of answer­ing to such ques­tions stem­ming from the genealog­i­cal per­spec­tive. “Genet­ic” then can be the type of his­to­ry told when asked for one’s geneal­o­gy. How­ev­er, it is not the only mode for such nar­ra­tive answers. Jörn Rüsen already dis­tin­guished at least four of them in his well-known typol­o­gy lat­er on cor­rect­ed and refined by Bodo von Bor­ries (and me).7 Gene­l­og­i­cal ques­tions, ques­tions asked with a view to the past out of a present need for agency and rel­e­vance, can not only be answered by telling a genet­ic sto­ry high­light­ing and stress­ing a devel­op­ment of fun­da­men­tal changes, but also by refer­ring to rules and laws cov­er­ing sit­u­a­tions occur­ring in quite dif­fer­ent times (the exem­plar­ic mode) or by refer­ring to well-estab­lished tra­di­tions (the tra­di­tion­al mode).

Thus – and this is why I refer to this point here – the dif­fer­en­ti­a­tion between the his­to­ry and its “use” is erro­neous: His­to­ry, or rather: his­to­ries, do only come into exis­tence by “usage”. They are not a sub­stra­tum already present when the genealog­i­cal inter­est starts act­ing – at least not in the way sug­gest­ed by the title of this con­fer­ence and by Karls­son and more strong­ly by Macmil­lan.

4 The problem of “use and abuse” II: Conceptualization

I already hint­ed that I think that the idea of “using” his­to­ry is wrong in a cer­tain way. In order to illus­trate this, I’d like to refer to the already men­tioned debate on child abuse: When the media start­ed to be full of this con­cept of “child abuse”, some of the brighter com­men­ta­tors imme­di­ate­ly asked (with­out want­i­ng to play down), whether talk of child-abuse was not a prob­lem in itself, because it forces us to think about what a prop­er “use” of chil­dren would be. Can chil­dren be “used” so that one can dif­fer­en­ti­ate oth­er uses as improp­er, which then are called “abuse”?

The idea behind this chal­lenge of the pub­lic debate and its ter­mi­nol­o­gy is con­cep­tu­al: Who­ev­er uses the term “child abuse” refers to a con­cept of “child use” and in it to a con­cept of chil­dren as being “objects”. Human rights, how­ev­er, demand – at least when based on the ideas of Kant – that no human being be treat­ed only as a means to some out­side aim, that no human being be treat­ed as an object only.

Let’s dwell for a moment on the notion of “usage” and on the con­no­ta­tion of the object implied in it.

Clear­ly, in this under­stand­ing of “usage”, of “emploi”, the object is already there before it is used – we have already seen that point. But more – it also is con­sid­ered of exist­ing as it is inde­pen­dent­ly of the usage. The object to be used is seen to have an exis­tence and a spe­cif­ic con­sti­tu­tion inde­pen­dent from the usage and the user. If to peo­ple e.g. use a book for gath­er­ing infor­ma­tion, the book it itself, the mate­r­i­al text, is giv­en and the same for both of them. If they use it for e.g. block­ing a door against mov­ing in the wind, the book also is tak­en as an exist­ing object.

“Using” means to employ an “objec­tive­ly” exist­ing object for some out­side pur­pose.

For this kind of notion, there can be some cri­te­ria for fea­si­bil­i­ty con­sid­ered:

Cri­te­ria for fea­si­ble uses of this kind may be man­i­fold:

      1. The first cri­te­ri­on may be whether the object was intend­ed for the pur­pose. Thus to take a book for read­ing may be more fea­si­ble than for using it for block­ing a door against wind etc. But as we can see, this not a nec­es­sary cri­te­ri­on: it may be fea­si­ble to “ab-use” an object for a new, unin­tend­ed pur­pose, if oth­er cri­te­ria apply:

        1. First, that the objects real­ly helps to ful­fill the func­tion. The object must be use­ful. In con­struc­tivist terms, what us cen­tral here, is the via­bil­i­ty.

        2. Sec­ond, whether the object is dam­aged in such using. If a book is most like­ly to be squeezed to unread­able sta­tus by the wind-moved door, its deploy for this pur­pose may be ren­dered “ab-use” in the nor­ma­tive sense.

        3. Third­ly, anoth­er cri­te­ri­on can refer to the sym­bol­ic val­ue of the object. Using a book for stop­ping a door against wind may be fea­si­ble for some­one, even though he would call the use of a Qu’ran abuse.

All these cri­te­ria have two things in com­mon:

  1. They refer to cas­es in which objects were used for pur­pos­es for which they were not intend­ed.

  2. They are applic­a­ble – as said before – if his­to­ry is to be con­ceived as a pre-exist­ing enti­ty, unchanged for all of its users.

So we should once more think about what his­to­ry is and what it is made for.

  1. If “his­to­ry” refers to an enti­ty inde­pen­dent from our usage, to the real past or at least our best knowl­edge of it, we should, I think, eas­i­ly con­fer that it was NOT made for any of our uses. It is one of the thoughts stressed in some ear­ly con­cepts of post-mod­ern the­o­ry of his­to­ry: Our pre­de­ces­sors, the peo­ple hav­ing lived before our times, did not do so in order to pro­vide us with “con­tent”, with exam­ples. They may not be reduced to being the sub­stra­tum of our own ori­en­ta­tion. The ques­tion, then, is not that of what kind of use would amount to ab-use, but whether his­to­ry should be used at all. If we take this argu­ment seri­ous­ly (and I think we should), it would for­bid any “use” of his­to­ry for some oth­er pur­pose that to “live it”. “His­to­ry” tak­en as the past enti­ty of real­i­ty and the lives in it, clear­ly have no oth­er pur­pose that to exist.

  2. If “his­to­ry” does not refer to this past real­i­ty, but to our own con­cepts of them, to our con­struc­tions, then we can­not object to such “usage”, because his­to­ry is not used as a dis­tinct object were, but is is cre­at­ed in this oper­a­tion in the first place.

So I clear­ly tend to the sec­ond under­stand­ing of his­to­ry – and I would pre­serve the term for it. The for­mer, the real lives of the peo­ple in the past, for their hopes and val­ues etc., should be called “the past” only.

So again, we arrive at a dis­tinc­tion which is very cen­tral: The real­i­ty of oth­er times is “the past”. It can be used, and maybe also “abused” in the mean­ing of the term used in recent dis­cus­sions: improp­er, con­demnable emploi of an exist­ing object.

But clear­ly, this does not mean that “any­thing goes”, that every­body is uncon­di­tion­al­ly free to cre­ate any his­tor­i­cal account she or he wish­es, that there are no cri­te­ria what­so­ev­er.

So let’s try to take the argu­men­ta­tion a bit fur­ther:

His­to­ry in the under­stand­ing just out­lined is a rela­tion­al con­cept. It is not the past in itself, but a cer­tain rela­tion between the past(s) and a spe­cif­ic present – more pre­cise­ly: a spe­cif­ic social, cul­tur­al, nor­ma­tive and tem­po­ral posi­tion. There­fore, cri­te­ria for the fea­si­bil­i­ty of his­to­ries can only be tak­en from the rela­tion. Jörn Rüsen has sug­gest­ed three of them:

      1. empir­i­cal plau­si­bil­i­ty

      2. nor­ma­tive plau­si­bil­i­ty

      3. nar­ra­tive plau­si­bil­i­ty.

Since we do not have any oth­er access to the past real­i­ty as the sub­stra­tum of his­to­ri­og­ra­phy, we can­not com­pare any giv­en his­to­ry to this real­i­ty, but only either to oth­er his­to­ries of the same nar­ra­tive (and that is: selec­tive, par­ti­tion­al, per­spec­ti­val, nor­ma­tive etc.) nature. If we want to test the empir­i­cal plau­si­bil­i­ty of a his­to­ry, then we should test it against the cur­rent acces­si­ble amount of best first-hand data. As for the nor­ma­tive ingre­di­ents, we need to com­pare it to our own audi­ence and society’s val­ues and as for the nar­ra­tive plau­si­bil­i­ty we have to refer to the cur­rent ideas of what is accept­able in terms of explain­ing etc.

But this may not be enough for our pur­pose. I only refer­ring to Rüsens tri­par­tite con­cept of plau­si­bil­i­ties, we have reduced the ques­tion of ab-use of his­to­ry to the ques­tion of “objec­tiv­i­ty”. I don’t think this is sat­is­fac­to­ry.

So I think we should take into account anoth­er char­ac­ter­is­tic of “his­to­ry” in the nar­ra­tivist mean­ing: “His­to­ry” – even though an indi­vid­u­al­ly cre­at­ed nar­ra­tive rela­tion to the past – is a com­mu­nica­tive con­cept. His­to­ry unfolds its full capa­bil­i­ty of ori­en­ta­tion if it does not only link us as indi­vid­u­als, qua­si as mon­ads, to a past that is fore­gone, but if it helps us under­stand how our present soci­ety in its com­plex­i­ty has been come about and how it is per­ceived by oth­ers. If we want to be able to act in our soci­ety, we do not only have to clar­i­fy our own rela­tion to the past, but we have to do so with that of our co-mem­bers of soci­ety also. It is not only about who I think I am in my light of the past, and what I make of it, about my inten­tions and moti­va­tions, but also about

  • who the (dif­fer­ent!) oth­ers think they are, in their view of the past, what their per­cep­tions of them­selves are and their pos­si­ble actions,

  • who I think they are and what they could or should do,

  • who they think I or we are, etc.

For this col­lec­tive ori­en­ta­tion, we need to exchange our nar­ra­tives, we need to tell them, but we also need to inte­grate them.

Form this con­sid­er­a­tion, long ago laid out by Kurt Röttgers, we can abstract some oth­er cri­te­ria for use and abuse of his­to­ry. But before I short­ly elab­o­rate on them, I might stress, that from here on, these cri­te­ria do not refer to “his­to­ry” as a syn­onym of “the past”, but that here I refer to the nar­ra­tive rela­tions to the past, which I would reserve the term his­to­ry for.

  1. First of all, if one func­tion of his­to­ries is not only to indi­vid­u­al­ly, but to col­lec­tive­ly ori­en­tate, then they need to inte­grate per­spec­tives. In order to do so, they need to reflect the valid per­spec­tives, i.e. the inter­ests, needs, val­ues etc. of today’s mem­bers of soci­ety. A his­to­ry which does not reflect their dif­fer­ent per­spec­tives, ques­tions, val­ues, pat­terns of expla­na­tion etc. would not be ori­en­tat­ing but dis-ori­en­tat­ing. So as a cri­te­ri­on, prop­er his­to­ry have to inte­grate the per­spec­tives of dif­fer­ent par­ti­tions of their audi­ence, not to impose one per­spec­tive on these dif­fer­ent frac­tions.

  2. Sec­ond­ly, his­to­ries have to offer nar­ra­tive expla­na­tions, con­nec­tions, and atti­tudes to the past as well as con­clu­sions and moti­va­tions. Again it would be improp­er (and here I would start to use the word ab-use in the full sense) if they imposed such con­nec­tions and moti­va­tions. This cri­te­ri­on needs some more elab­o­ra­tion: How can a his­to­ry offer but not impose if it is sup­posed to present such a con­nec­tion. How can a his­to­ry ful­fil its nar­ra­tive task but not over­due it in this direc­tion? The answer I sug­gest here is: By allow­ing the read­er, the lis­ten­er to take his own posi­tion in rela­tion not only to the past but to the nar­ra­tive struc­ture of the his­to­ry itself – by lay­ing open the ingre­di­ents, the inner struc­tures, so that the read­er can relate to them.

If this is what Karls­son meant by not vio­lat­ing human rights, if his cri­te­ri­on was that the audi­ence, the addressees, the pub­lic needs to be tak­en seri­ous­ly in their capac­i­ty to active­ly relate to sto­ry, and that not doing so would be vio­lat­ing human rights – then I ful­ly agree.

5 Using Histories

So slow­ly tak­ing the curve to the last aspect, I hold that there is a “using” his­to­ry in the sense of “using nar­ra­tive struc­tures” in human com­mu­ni­ca­tion. And in this sense, there can be use and abuse – and they can be seen on at least two sides of the com­mu­ni­ca­tion:

  1. “Using his­to­ry” can mean the oper­a­tions a per­son car­ries out with regard to a giv­en, a pre­sent­ed nar­ra­tive, be it their “(cog­ni­tive) par­tic­u­lars” (Karls­son 2011, 135), the con­nec­tions con­struct­ed in it, the con­clu­sions drawn and offered and the appeals made. It can con­sist in their accept­ing them and in their doubt­ing, their dis­tanc­ing from them, their cri­tique.

    On the recipient’s side, then, prop­er use of his­to­ries would be to rec­og­nize and accepts one’s own capac­i­ty and respon­si­bil­i­ty, one’s enti­tle­ment, but also oblig­a­tion to active­ly relate to his­to­ries. It means to lis­ten and read think­ing.

  2. On the author’s side, prop­er use of his­to­ry the means a way of address­ing the recip­i­ent in a way which again rec­og­nizes his com­pe­tence, it means to not trap him into a sit­u­a­tion where he can­not active­ly relate, he may not be over­pow­ered or over­whelmed.8 This requires to

    1. iden­ti­fy rather than hide the con­struc­tion­al sta­tus of the present his­to­ry, the fact that it has been cre­at­ed by a spe­cif­ic, per­son­al authors, with spe­cif­ic ques­tions in mind, a spe­cif­ic back­ground etc.

    2. to make vis­i­ble his per­spec­tives and val­ues etc.,

    3. to dis­cuss the ingre­di­ents of the sto­ry, the char­ac­ter­is­tics of the pri­ma­ry source mate­r­i­al used, the con­cepts applied etc.

    4. to at least acknowl­edge, bet­ter: indi­cate, best: present and dis­cuss con­trast­ing and con­tra­dic­to­ry mate­ri­als, con­clu­sion, judge­ments,

    5. to at least indi­cate those parts of the sto­ry, which are more infer­en­tial than oth­ers – in a pic­to­r­i­al metaphor: which might be drawn in black and white or greyscale rather that full colour.

    Mis­use, or abuse then clear­ly would be to hin­der the recip­i­ent to make up his own mind, to reflect his/her own sit­u­a­tion towards the sto­ry told, the “con­tents”, the val­ues and con­cepts applied etc. Again: to vio­late the human right to self-deter­mi­na­tion.

Two small remarks to the side:

  1. Using these cri­te­ria, we might eas­i­ly arrive at con­demn­ing much of East­ern Ger­man his­to­ri­og­ra­phy and his­to­ry teach­ing – but I am sure that lots of his­to­ri­og­ra­phy and teach­ing in the “free west” would look meek, too).

  2. The con­cept of “medi­a­tion” used by Karls­son and crit­i­cised by me above, can be regard­ed from here, too: If “medi­a­tion” is con­sid­ered as “trans­mis­sion” of a sto­ry to an audi­ence, their heads and minds only, in a way where it has to be unchanged, this would be ab-use. The term “Ver­mit­tlung” in Ger­man clear­ly has the same prob­lem. In most cas­es it is tak­en as “trans­fer of knowl­edge” to the stu­dents, where­as a prop­er con­sid­er­a­tion not only from ped­a­gog­i­cal per­spec­tive9 but also from ter­mi­nol­o­gy would yield that it has to make dif­fer­ent per­spec­tives and under­stand­ings, dif­fer­ent posi­tions towards an object, a “con­tent”, here: a his­tor­i­cal account meet and rec­og­nize each oth­er.

6 Use and abuse in History Teaching

This leads over to the last aspect: For didac­tics, use and abuse of his­to­ry can also be dis­cussed on the basis laid down above.

Any his­to­ry teach­ing which only focus­es on pro­vid­ing stu­dents with (at least parts of) the one sto­ry in a fash­ion where it is best unchanged, any teach­ing which con­ceals from learn­ers the nature both of the spe­cif­ic his­to­ry at hand (includ­ing those in the text­books) and of his­to­ry as such as a nar­ra­tive con­struct, with strengths in ori­en­tat­ing offer but also with lim­its, which con­ceals that these his­to­ries do not just rep­re­sent the past, but have a func­tion in today’s soci­eties and that they need to be assessed, relat­ed to, analysed and scru­ti­nised, amounts to ab-use.

His­to­ry teach­ing not abus­ing his­to­ry (or bet­ter: his­to­ries) then has to focus on the learn­ers acqui­si­tion of the capac­i­ties, the com­pe­ten­cies to rec­og­nize and accept their own respon­si­bil­i­ty and enti­tle­ment towards pre­sent­ed sto­ries. Learn­ers must not only learn to tell sto­ries (in a prop­er way) but also to active­ly act as crit­i­cal recip­i­ents. This is not only valid with a view to the individual’s human right of self-deter­mi­na­tion, but also with a focus on soci­ety and on his­to­ry as such: Abuse can only work if recip­i­ents do not rec­og­nize and active­ly take their crit­i­cal role.

His­to­ry teach­ing which is about hin­der­ing ab-use, then, is about

  1. empow­er­ment – about empow­er­ment of the learn­ers to acknowl­edge and assert their own enti­tle­ment

  2. It is about not just teach­ing “the his­to­ry”, but also the nar­ra­tive, con­struc­tive log­ic of his­to­ry from the start,

  3. It is about active­ly address­ing his­tor­i­cal debates and his­to­ry wars – but not cre­at­ing the impres­sion that these his­to­ry debates and wars as such were abuse, but that maybe one side, more often some par­tic­i­pants on all sides, have bet­ter and worse argu­ments, which may be abuse,

  4. it is about con­sid­er­ing the role of his­to­ry and of spe­cif­ic argu­men­ta­tions in such debates and his­to­ry wars,

  5. it is not about avoid­ing to take sides and stands, but to make clear on what grounds they are tak­en – and about let­ting the learn­ers to take their own stands (but of course not with­out prop­er argu­men­ta­tion).

It would be abuse to hin­der learn­ers to get insight into the func­tion and role of his­to­ry and his­to­ries in soci­etal debates and to take their own reflect­ed posi­tion.

Thank you.

1E.G. Schmid, Hans-Dieter (1979): Geschicht­sun­ter­richt in der DDR. Eine Ein­führung. Stuttgart (Anmerkun­gen und Argu­mente 25); Schmid, Hans-Dieter (1982): „Die Entwick­lung des Geschicht­sun­ter­richts in der SBZ/DDR.“ In: Bergmann, Klaus; Schnei­der, Ger­hard (Hgg.; 1982): Gesellschaft — Staat — Geschicht­sun­ter­richt. Beiträge zu ein­er Geschichte der Geschichts­di­dak­tik und des Geschicht­sun­ter­richts 1500–1980, Düs­sel­dorf 1982, S. 313–348.

2Mätzing, Heike Christi­na (1999): Geschichte im Zeichen des his­torischen Mate­ri­al­is­mus. Unter­suchun­gen zu Geschichtswis­senschaft und Geschicht­sun­ter­richt in der DDR. Han­nover (Schriften­rei­he des Georg-Eck­ert-Insti­tuts für inter­na­tionale Schul­buch­forschung, Bd. 96). Heike Mätz­ing is also Co-Edi­tor (to Ver­e­na Rad­kau) of a bib­li­og­ra­phy on His­to­ry Teach­ing in the GDR: Mätz­ing, heike Christi­na; Rad­kau, Ver­e­na (Eds.; 2000): Die DDR-Geschichts­di­dak­tik im Spiegel der Pub­lika­tio­nen seit 1990. Eine Bib­li­ogra­phie. In: www.gei.de/docsS96.htm (Stand Dezem­ber 2000).

3Demantowsky, Marko (2000): Das Geschichts­be­wußt­sein in der SBZ und DDR. His­torisch-didak­tis­ches Denken und sein geistiges Bezugs­feld unter beson­der­er Berück­sich­ti­gung der Sow­jet­päd­a­gogik (1946–1973). Bib­li­ogra­phie und Bestandsverze­ich­nis. Berlin (Bestandsverze­ich­nisse zur Bil­dungs­geschichte, Bd. 9). Deman­towsky, Marko (2003): Die Geschichtsmethodik in der SBZ und DDR – ihre konzeptuelle, insti­tu­tionelle und per­son­elle Kon­sti­tu­ierung als akademis­che Diszi­plin 1945–1970. Idstein (Schriften zur Geschichts­di­dak­tik, Bd. 15);

4Handro, Sask­ia (2002): Geschicht­sun­ter­richt und his­torisch-poli­tis­che Sozial­i­sa­tion in der SBZ und DDR (1945–1961). Eine Studie zur Region Sach­sen-Anhalt. Weinheim/Basel (Schriften zur Geschichts­di­dak­tik; 13).

5Karlsson (2011), p. 132 cit­ing Niet­zsche, Friedrich (1983): „On the Uses and Dis­ad­van­tages of His­to­ry for Life.“ In: Niet­zsche, Friedrich: Untime­ly Med­i­ta­tions. Cam­bridge: Cam­bridge, UP, pp. 57–124.

6Reference to the FUER project and the dis­cus­sion about whether his­tor­i­cal con­scious­ness were not reflec­tive by default or by def­i­n­i­tion (Pan­del, Schöne­mann) in Ger­many? Sup­port for Karlsson’s posi­tion.

7On this, see Kör­ber, Andreas (2011): “Ger­man His­to­ry Didac­tics: From His­tor­i­cal Con­scious­ness to His­tor­i­cal Com­pe­ten­cies – and beyond?” In: His­torisch denken ler­nen. http://historischdenkenlernen.userblogs.uni-hamburg.de/2011/12/11/1348/, p. 13f.

8This aspect is of course not only rel­e­vant for his­to­ry. In teach­ing con­texts, it has been for­mu­lat­ed with ref­er­ence to social stud­ies as the first aspect of the „Beu­tels­bach­er Kon­sens“ – the „Über­wäl­ti­gungsver­bot“.

9Oelkers? Girmes.

 

Zwei Zitate: Johan Huizinga und Keith Jenkins über den Begriff der Geschichte

Auf den ersten Blick recht ähn­lich:

Geschichte ist “die geistige Form, in der sich eine Kul­tur über ihre Ver­gan­gen­heit Rechen­schaft gibt” definierte Johan Huizin­ga (Über eine Def­i­n­i­tion des Begriffs Geschichte [s.u.], 86 bzw. 13).

Demge­genüber Kei­th Jenk­ins:

“[…] his­to­ry can be seen as the way groups/classes make sense of the past by mak­ing it theirs.” (Jenk­ins, Kei­th (1991/2002): Re-Think­ing His­to­ry. Lon­don, New York: Rout­ledge, S. 45).

Bei­de Def­i­n­i­tio­nen erken­nen nicht nur den kat­e­go­ri­alen Unter­schied zwis­chen Ver­gan­gen­heit und Geschichte an, son­dern auch die Bedeu­tung, die überindi­vidu­elle, kollek­tive Instanzen dabei haben. Bei Huizin­ga sind es “Kul­turen”, bei Jenk­ins soziale Grup­pen und/oder Klassen. Worin sie sich aber unter­schei­den — und das erscheint mir bedenkenswert, ist, dass Huizin­gas Def­i­n­i­tion voraus­set­zt, die in ein­er Geschichte reflek­tierte Ver­gan­gen­heit­sei  die “eigene” der jew­eili­gen Kul­tur, woge­gen Jenk­ins’ Def­i­n­i­tion reflek­tiert, dass sie erst durch den Akt des his­torischen Denkens zur eige­nen wird — indem sie näm­lich als solche kon­stru­iert wird, indem ein Zusam­men­hang zur eige­nen Gegen­wart hergestellt wird.