gerade erschienen: Körber, Andreas “De-Constructing Memory Culture.”

Kör­ber, Andreas “De-Con­struct­ing Mem­o­ry Cul­ture.” In: Bjerg, Helle; Kör­ber, Andreas; Lenz, Clau­dia; von Wrochem, Oliv­er (2014; Eds.): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods. Expe­ri­ences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengam­mer Kol­lo­qui­en; 4); ISBN: 9783863311148, S. 145–150.

Ein Kri­te­rienkat­a­log zur Analyse von Aus­drucks­for­men his­torisch­er Erin­nerun­gen.

Kör­ber, Andreas “De-Con­struct­ing Mem­o­ry Cul­ture.” In: Bjerg, Helle; Kör­ber, Andreas; Lenz, Clau­dia; von Wrochem, Oliv­er (2014; Eds.): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods. Expe­ri­ences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengam­mer Kol­lo­qui­en; 4); ISBN: 9783863311148, S. 145–150.

Körber, Andreas: “Historical Thinking and Historical Competencies as Didactic Core Concepts”

Kör­ber, Andreas: “His­tor­i­cal Think­ing and His­tor­i­cal Com­pe­ten­cies as Didac­tic Core Con­cepts”. In: Bjerg, Helle; Kör­ber, Andreas; Lenz, Clau­dia; von Wrochem, Oliv­er (2014; Eds.): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods. Expe­ri­ences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengam­mer Kol­lo­qui­en; 4); ISBN: 9783863311148, S. 69–96.

ger­ade erschienen:

Kör­ber, Andreas: “His­tor­i­cal Think­ing and His­tor­i­cal Com­pe­ten­cies as Didac­tic Core Con­cepts”. In: Bjerg, Helle; Kör­ber, Andreas; Lenz, Clau­dia; von Wrochem, Oliv­er (2014; Eds.): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods. Expe­ri­ences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengam­mer Kol­lo­qui­en; 4); ISBN: 9783863311148, S. 69–96.

Neuerscheinung: Bjerg/Körber/Lenz/v. Wrochem (Eds.; 2014): Teaching Historical Memories

Bjerg, Helle; Kör­ber, Andreas; Lenz, Clau­dia; von Wrochem, Oliv­er (2014; Eds.): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods. Expe­ri­ences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengam­mer Kol­lo­qui­en; 4); ISBN: 9783863311148.

Bjerg, Helle; Kör­ber, Andreas; Lenz, Clau­dia; von Wrochem, Oliv­er (2014; Eds.): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods. Expe­ri­ences and Results from the TeacMem Project. Berlin: Metropol (Neuengam­mer Kol­lo­qui­en; 4); ISBN: 9783863311148. Darin:

  • Kör­ber, Andreas: “His­tor­i­cal Think­ing and His­tor­i­cal Com­pe­ten­cies as Didac­tic Core Con­cepts”; pp. 69–96.
  • Kör­ber, Andreas “De-Con­struct­ing Mem­o­ry Cul­ture.” pp. 145–150.

 

 

 

In dieser Woche ist eine Pub­lika­tion erschienen, an welch­er Mit­glieder des Arbeits­bere­ichs beteiligt waren:

Bjerg, Helle/Körber, Andreas/Lenz, Clau­dia et al. (Hg.) (2014): Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive. Con­cepts and Meth­ods (= Neuengam­mer Kol­lo­qui­en, Band 4), Berlin.

Bjerg/Körber/Lenz/von Wrochem (Eds.; 2014)

Vgl. auch: Blog-Ein­trag im Blog des Projects TeacMem

Erinnerungspolitik in Hamburg: Wiederherstellung des einen und Vernichtung des anderen?

Kör­ber, Andreas (3.1.2014): “Erin­nerungspoli­tik in Ham­burg: Wieder­her­stel­lung des einen und Ver­nich­tung des anderen?”

Gestern (2.1.2014) bzw. heute (3.1.2014) find­en sich sich in der Ham­burg­er Presse zwei Mel­dun­gen über erin­nerungspoli­tis­che Inti­ta­tiv­en und begin­nende Kon­tro­ver­sen darum:

  1. Die taz nord berichtet gestern unter der Über­schrift “Der Geist der Kaiserzeit” über eine erneute Ini­tia­tive des Leit­ers des Alton­aer Stadt­teilarchivs, ein 1970 zugeschüt­tetes Mosaik mit Korn­blu­men unter dem Kaiser-Wil­helm-Denkmal vor dem Alton­aer Rathaus wieder frei­le­gen und restau­ri­eren zu lassen. In dem Bericht wird her­vorge­hoben, dass diese Blu­men die Lieblings­blu­men des Kaisers gewe­sen seien, und dass diese Blume — aus der Tra­di­tion der “blauen Blume ” der deutschen Roman­tik kom­mend — später gar Kennze­ichen ein­er (allerd­ings nicht mit Ham­burg ver­bun­de­nen) SS-Divi­sion wurde.
  2. Die Berge­dor­fer Zeitung berichtet heute unter der Über­schrift “Sollen umstrit­tene Stat­uen eingeschmolzen wer­den?” über eine Ini­ti­taive, die in der Berge­dor­fer Stern­warte ein­ge­lagerten ehe­ma­li­gen Kolo­nialdenkmäler einzuschmelzen und zitiert den Protest von u.a. HM Joki­nen (u.a. afrika-hamburg.de) und dem Net­zw­erk “Ham­burg Postkolo­nial” dage­gen.

Noch liegen mir zu bei­den Fällen keine konkreten weit­eren Infor­ma­tio­nen vor. Bei­de Fälle sind aber dur­chaus geeignet, im Rah­men ein­er Didak­tik der Erin­nerungskul­tur und ‑poli­tik the­ma­tisiert zu wer­den. In der Dop­pelung von Wieder­her­stel­lung / Ver­nich­tung wer­fen diese Fälle näm­lich ger­ade in ihrer Kom­bi­na­tion inter­es­sante Fra­gen und The­sen auf:

  • Die Wieder­her­stel­lung oder auch nur Pflege eines Denkmals wirft die berechtigte Frage danach auf, ob damit der “Geist” und die Deu­tung der ursprünglichen Denkmalset­zer erneut bekräftigt wer­den soll oder auch nur die Gefahr beste­ht, dass es so ver­standen wird und wirkt.
  • Kann/soll/muss dem­nach in der Demokratie und unter Bedin­gun­gen sich gewan­del­ten und sich weit­er (hof­fentlich in zus­tim­mungs­fähiger Rich­tung) wan­del­nden poli­tis­chen und moralis­chen Werten der Denkmals­be­stand ständig kri­tisch durch­forstet und über­ar­beit­et wer­den?
    • Ist dafür das Ver­steck­en und/oder die Ver­nich­tung solch unlieb­samer, unbe­que­mer Denkmäler geeignet — oder bzw. inwieweit ist sie Aus­druck ein­er Erin­nerungskul­tur und ‑poli­tik, die mehr das Unlieb­same ver­drängt statt dur­char­beit­et?
    • Inwiefern bedeutet dieses Ver­nicht­en und Ver­drän­gen somit auch ein Unter­drück­en unlieb­samer Anfra­gen an die Tra­di­tio­nen des eige­nen Denkens und Han­delns?
    • Welche Alter­na­tive gibt es zu den bei­den Polen “Ren­ovieren” und “Ver­nicht­en”?
  • Wie kann eine Erin­nerungskul­tur ausse­hen, welche wed­er in der ein­fachen Bekräf­ti­gung ver­gan­gener, überk­om­mender oder gar über­holter und eigentlich über­wun­den­er poli­tis­ch­er Aus­sagen noch in ihrer ein­fachen Ver­drän­gung noch zum Mit­tel der damna­tio memo­ri­ae greift?
  • Sind Gegen­denkmale, wie sie zumin­d­est für viele Kriegerdenkmäler ja inzwis­chen dur­chaus nicht sel­ten sind, dafür geeignet?
  • Gibt es weit­ere For­men, welche weniger in der Über­prä­gung eines beste­hen­den Denkmals mit ein­er neuen Aus­sage beste­hen als in der Förderung ein­er reflex­iv­en und kon­tro­ver­sen Diskus­sion?

Bei alle­dem sollte jedoch klar sein, dass die Ver­nich­tung solche reflex­iv­en For­men erin­nerungspoli­tis­ch­er Aktiv­itäten und zuge­höriger Lern­for­men ver­hin­dern würde. Sie schei­den somit aus mein­er Sicht aus. Insofern ist den Protesten gegen etwaige solche Pläne zuzus­tim­men.
Auch die ein­fache Wieder­her­stel­lung des Alton­aer Mosaiks würde aber wohl eben­so mehr Prob­leme aufw­er­fen. Ihre Ver­hin­derung löst das Prob­lems eben­falls nicht. Hier wären also andere Lösun­gen zu suchen.

TeacMem Developing Competence-Orientated Teaching on Historical Memories (2009–2013)

Abschlusskonferenz des TeacMem-Projekts zur Erinnerungskultur

Vom 19. bis 22. Novem­ber 2012 fand an der Uni­ver­sität Ham­burg und im Stu­dien­zen­trum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme die Abschlusskon­ferenz des tri­na­tionalen Pro­jek­ts “TeacMem” statt.

Das Pro­jekt brachte — koor­diniert von Prof. Dr. Andreas Kör­ber — Forsch­er, Lehrerausbilder(innen), Lehrer(innen), Gedenkstät­ten- und Museumspädagog(inn)en sowie Studierende aus Däne­mark, Nor­we­gen und Deutsch­land zusam­men. In drei Seminaren/Konferenzen in Ham­burg-Neuengamme (2010), Kopen­hagen (2010) und Oslo (2012) erkun­de­ten sie die jew­eili­gen geteil­ten (“shared” und “divid­ed”) Erin­nerungskul­turen der Gast­ge­ber­län­der zum Zweit­en Weltkrieg und der gemein­samen Geschichte und erar­beit­eten Konzepte und Meth­o­d­en für die Inte­gra­tion dieses The­mengebits in die Lehrerbil­dung und den schulis­chen Geschicht­sun­ter­richt.

Auf der Abschlusskon­ferenz, zu der Lehrerausbilder(innen) und andere Multiplikatori(inn)en sowie Studierende aus allen drei Län­dern anreis­ten, präsen­tierte das Pro­jekt sowohl sein Vorge­hen als auch einige Ergeb­nisse. Als externe Gäste präsen­tierten Joke van der Leeuw-Roord, Direc­tor von EUROCLIO (dem europäis­chen Geschicht­slehrerver­band), Cecilie Feli­cia Stokholm Banke vom Dänis­chen Insti­tut für Inter­na­tionale Stu­di­en (DIIS) und Prof. Dr. Kristin Skin­stad van der Kooij vom Mas­ter­pro­gramm in Mul­ti­kul­tureller und Inter­na­tionaler Bil­dung des Oslo und Aker­shus Uni­ver­si­ty Col­lege zusät­zliche Aspek­te zum Gegen­stand und Kon­text des Pro­jek­ts sowie zu sein­er Eval­u­a­tion.

Die Kon­ferenz begann im Lichthof der Staats- und Uni­ver­sitäts­bib­lio­thek Carl von Ossi­et­zky  mit der Präsen­ta­tion des in Vor­bere­itung befind­lichen Buch­es “Teach­ing His­tor­i­cal Mem­o­ries in an Inter­cul­tur­al Per­spec­tive” (hgg. von Helle Bjerg, Andreas Kör­ber, Clau­dia Lenz und Oliv­er von Wrochem),welches Beiträge zu den Erfahrun­gen der Pro­jek­t­teil­nehmer in den drei inter­na­tionalen und inter­pro­fes­sionellen Begeg­nungssem­inaren sowie zu den Konzepten und Meth­o­d­en für Lehrer(innen)bildung und schulis­chen Geschicht­sun­ter­richt ver­sam­melt, aber auch solche, in welchen Mate­ri­alien zu beson­ders ertra­gre­ichen The­men­feldern präsen­tiert wer­den.

An diesem ersten Abend wurde auch auss­chnit­tweise eine Videodoku­men­ta­tion über die drei Pro­jek­t­sem­inare präsen­tiert, welche das “look and feel”, aber auch die Dynamik der Diskus­sio­nen und Lern­prozesse sicht­bar machte. Auf der Grund­lage dieses Video­ma­te­ri­als wird auch ein pädagoigis­ches Videokonzept entste­hen. Gefol­gt wurde diese Präsen­ta­tion vom Hauptvor­trag des Abends durch Cecilie Stokholm Banke über “Mem­o­ry Cul­ture as a Sub­ject of His­to­ry Didac­tics”.

Der zweite Tag bot den Teilnehmer(inn)en die Möglichkeit, die KZ-Gedenkstätte neuengamme ken­nen­zuler­nen, war aber vor allem der Präsen­ta­tion (und par­tiell dem Aus­pro­bieren) und der Diskus­sion von Aktiv­itäten und Meth­o­d­en des Pro­jek­ts gewid­met. neben ein­er Präsen­ta­tion der the­o­retis­chen Grund­la­gen des Pro­jek­ts im Kom­pe­tenz­mod­ell his­torischen Denkens nach “FUER Geschichts­be­wusst­sein” wur­den hier sowohl solche Meth­o­d­en vorgestellt, die der Ini­ti­ierung von Selb­stre­flex­ion und von Diskus­sion­sprozessen zu Beginn von Begeg­nungssem­inaren und in Pro­jek­ten dienen (Helle Bjerg und Katrine Vinther Scheibel), als auch solche, die die Re- und De-Kon­struk­tion von Erin­nerun­gen fördern (Clau­dia Lenz und Anne Tal­snes. dieser Aspekt stand auch im Zen­trum der Präsen­ta­tion eines Lehrpro­gramms zu Denkmälern an die Zer­störung des nor­wegis­chen Fis­cher­dorfs Telavag dort und im nahen Bergen, durch Jen­ny Heg­gvik und May Britt Wiel Haug­land, das eine Rei­he von instruk­tiv­en Fotos dieser Denkmäler enthält.

sowie solche für Aktiv­itäten im üblichen Klassen- oder Lern­grup­pen­ver­band (Har­ald Syse). darüber­hin­aus wur­den Konzepte und Mate­ri­alien für die The­ma­tisierung beson­ders ertra­gre­ich­er Prob­lemthe­men wie etwa die The­ma­tisierung von “Tätern” und die ambiva­len­ten Erin­nerun­gen im Zusam­men­hang mit der Ret­tungsak­tion der Weißen Busse präsen­tiert (Oliv­er von Wrochem; Ulrike Jensen).

Der dritte Tag war der Reflex­ion und Eval­u­a­tion gewid­met. Neben drei Studieren­den, die ihre Sicht auf Erfahrun­gen mit den Lern­prozessen aus einem der Begeg­nungssem­inare reflek­tierten, the­ma­tisierten Joke van der Leeuw-Roord von EUROCLIO und Kristin Skin­stad van der Kooij das Pro­jekt, seine Prämis­sen und Konzepte wie auch die Ergeb­nisse zum einen aus der Sicht des Geschicht­sler­nens zum Anderen aus der­jeni­gen der interkul­turellen Bil­dung. Bei­de Kom­men­ta­torin­nen würdigten den Beitrag des Pro­jek­ts zur Entwick­lung eines wichti­gen Feldes des Geschicht­sler­nens und emp­fahlen die Über­tra­gung sein­er Prinzip­i­en auf andere The­men der europäis­chen aber auch außereu­ropäis­chen Geschichte und Erin­nerung.

 

Vgl. auch

 

  • TeacMem Project Sponsors

    With the support of the COMENIUS programme of the European UnionWith the support of the COMENIUS programme of the European Union
    This project has been fund­ed with sup­port from the Euro­pean Com­mis­sion. This pub­li­ca­tion /communication reflects the views only of the author, and the Com­mis­sion can­not be held respon­si­ble for any use which may be made of the infor­ma­tion con­tained therein.Reg.-Nr.: 504689-LLP‑1–2009-1-DE-COMENIUS-CMP

 

Internationale Konferenz zur Erinnerungskultur in Ghana und Deutschland im Vergleich

Kör­ber, Andreas (20.9.2012): “His­tor­i­cal Remem­ber­ing and Learn­ing at Memo­ri­als in Ger­many” and a Cam­pus-Tour on “Decen­tral­ized Remem­ber­ing of the Crimes of Nation­al Social­ism”. Vor­trag auf der Tagung “Struc­tures and Process­es of Com­mem­o­rat­ing Cru­el­ties in Acad­eme and His­to­ry Teach­ing: The com­mem­o­ra­tion of the Transat­lantic Slave Trade and of the Nation­al Social­ist Crimes in Com­par­i­son” vom 20. bis 24. Sep­tem­ber 2012 in Ham­burg

 

Vom 20. bis 24. Sep­tem­ber 2012 fand in Ham­burg die vom Arbeits­bere­ich Geschichts­di­dak­tik der Uni­ver­sität Ham­burg gemein­same mit dem Stu­dien­zen­trum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme und der Mis­sion­sakademie an der Uni­ver­sität Ham­burg ver­anstal­tete inter­na­tionale Kon­ferenz “Struc­tures and Process­es of Com­mem­o­rat­ing Cru­el­ties in Acad­eme and His­to­ry Teach­ing: The com­mem­o­ra­tion of the Transat­lantic Slave Trade and of the Nation­al Social­ist Crimes in Com­par­i­son” statt.

Die Kon­ferenz hat­te zum Ziel, Struk­turen und For­men des öffentlichen Erin­nerns in Deutsch­land an die nation­al­sozial­is­tis­chen Ver­brechen in Deutsch­land und Europa und diejeni­gen der öffentlichen Präsen­ta­tion der Geschichte des Transat­lantis­chen Sklaven­han­dels (wie auch der ein­heimis­chen Sklaverei) in Ghana sowie die gegen­wär­tige Rolle dieser The­men in schulis­chem und uni­ver­sitärem Geschicht­sler­nen zu ver­gle­ichen und auf die didak­tis­chen Poten­tiale ger­ade auch des Ver­gle­ichs hin auszu­loten. Dabei wurde auch die Bedeu­tung von Reli­gion und religiösem Denken sowohl für die Sklaverei, den Sklaven­han­del und ihre Über­win­dung als auch für his­torisches Denken und Erin­nern sowie Ler­nen an diesem Gegen­stand the­ma­tisiert.

Die The­matik der Tagung entsprach ein­er gemein­samen Idee von Prof. Dr. Kofi Dark­wah von der Uni­ver­si­ty od Edu­ca­tion in Win­ne­ba/Ghana und Prof. Dr. Andreas Kör­ber. Sie wurde in enger Zusam­me­nar­beit mit Kol­legin­nen und Kol­le­gen mehrerer Uni­ver­sitäten in Ghana von Jan Bre­it­en­stein, Dok­torand der Geschichts­di­dak­tik an der Uni­ver­sität Ham­burg, vor­bere­it­et und organ­isiert.

Ref­er­enten der Tagung waren:

  • Dr. Kofi Baku (Uni­ver­si­ty of Ghana, Legon; Head of His­to­ry Depart­ment): “Mem­o­ry and Memo­ri­al­is­ing Slav­ery and Slave Trade in Ghana: Whose mem­o­ry, Which memo­ri­als and for What Pur­pose?”
  • Prof. Dr. Andreas Kör­ber (Ham­burg Uni­ver­si­ty):  “His­tor­i­cal Remem­ber­ing and Learn­ing at Memo­ri­als in Ger­many” and a Cam­pus-Tour on “Decen­tral­ized Remem­ber­ing of the Crimes of Nation­al Social­ism”
  • Prof. Dr. Eliz­a­beth Amoah (Uni­ver­si­ty of Ghana, Legon;): “Reli­gion and Slav­ery in Ghana”
  • Prof. Dr. Wern­er Kahl (Acad­e­my of Mis­sion, Ham­burg): “The­ol­o­gy after Auschwitz: Where is god? — Expe­ri­ences and reflec­tions of African migrant pas­tors in Neuengamme.”
  • Dr. Ako­sua Per­bi (Uni­ver­si­ty of Ghana, Legon;): “Slav­ery in Ghana: The Unfor­got­ten Past”
  • Ulrike Jensen and Mar­co Küh­n­ert (Neuengamme Con­cen­tra­tion Camp Memo­r­i­al): Guid­ed Tour
  • Dr. Oliv­er von Wrochem (Neuengamme Con­cen­tra­tion Camp Memo­r­i­al Strudy cen­tre): “Neuengamme as a Memo­r­i­al and Place for His­tor­i­cal Learn­ing”
  • Nicholas Ivor (Head of the Ghana Muse­ums and Mon­u­ments Boards (GMMB) for the Cen­tral and West­ern Regions): “Cape Coast Cas­tle as a Memo­r­i­al and Place for His­tor­i­cal Learn­ing”
  • HMJoki­nen (Ham­burg): “Wands­bek World White Revis­it­ed” (com­mem­o­ra­tive per­for­mance)
  • Prof. Dr. Klaus Weber (Europa-Uni­ver­sität Viad­ri­na, Frankfurt/Oder): “There were many Schim­mel­manns: Hamburg’s and Cen­tral Europe’s Links with the Atlantic Slave Trade and Plan­ta­tion Economies, 16th to the 19th Cen­turies”
  • Jan Bre­it­en­stein (Ham­burg Uni­ver­si­ty): “Per­for­ma­tive Com­mem­o­rat­ing and Flu­idRemem­ber­ing of the Transat­lantic Slave Trade: Impulse or Frame­work for (process-ori­ent­ed) His­tor­i­cal Learn­ing?”
  • Dr. Yaw Ofusu-Kusi (Uni­ver­si­ty of Edu­ca­tion, Win­ne­ba/Ghana): “Vio­la­tions of Child­hood through Enslave­ment of Chil­dren in West Africa: Past, Present and the Future.”
  • Prof. Dr. (em.) Bodo von Bor­ries (Uni­ver­sität Ham­burg): „Transat­lantic Slave Trade“ and „German/ Euro­pean Holo­caust“ as Mas­ter Nar­ra­tives – Edu­ca­tion in between Com­mem­o­ra­tion of Geno­cides and Neces­si­ty of Human Rights.”
  • Dr. Felix Duo­du (Uni­ver­si­ty of Edu­ca­tion, Win­ne­ba/Ghana): “The rel­e­vance of soci­etal diver­si­ty for Inter eth­nic (his­to­ry) Teach­ing in Ghana.”
  • Dr. Clau­dia Lenz (The Euro­pean Werge­land Cen­tre, Oslo/Norway): “Com­pe­tence ori­ent­ed his­tor­i­cal learn­ing as inter­cul­tur­al learn­ing – expe­ri­ences from the TeacMem project.”
  • Joke van der Leeuw-Roord (Euro­clio, The Hague): “Chang­ing His­tor­i­cal Learn­ing in Schools and its impli­ca­tions for Teach­ing about Slav­ery and Nation­al Social­ism”
  • Emmanuel Koom­son (African Chris­t­ian Mis­sion A.C.M. Junior High School, Winneba/Ghana): “Slave Trade and its Com­mem­o­ra­tion as a Top­ic for His­tor­i­cal Learn­ing in Ghana.”
  • Hilde­gard Wack­er (Gym­na­si­um Cor­veystraße, Ham­burg and Ham­burg Uni­ver­si­ty): “Nation­al Social­ism and its Com­mem­o­ra­tion as a Top­ic for His­tor­i­cal Learn­ing in Ger­many.”

 

Neuerscheinung

Mey­er-Hamme, Johannes; Thomas, Rüdi­ger (2012): Sub­jek­to­ri­en­tierte his­torische Bil­dung. Geschicht­sler­nen in der Auseinan­der­set­zung mit wider­sprüch­lichen Deu­tungsange­boten zur DDR-Geschichte. In: Deutsch­land Archiv Online (6). Online ver­füg­bar unter http://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/139259/subjektorientierte-historische-bildung?p=all, zulet­zt geprüft am 03.07.2012.

Geschichts- und Erinnerungspolitik im Bundestag in der Kritik (zu Recht)

Geschichts- und Erin­nerungspoli­tik sind nichts Anrüchiges — zumin­d­est nicht, wenn die Begriffe die Tat­sache beze­ich­nen, dass in Gesellschaften immer und notwendig um his­torische Deu­tun­gen und ihre Rel­e­vanz im öffentlichen Gedenken gerun­gen wird, um ihre Ein­heitlichkeit und Verbindlichkeit bzw. ihre Offen­heit und Plu­ral­ität (Mul­ti­per­spek­tiv­ität, Kon­tro­ver­sität) wie die diesen Ori­en­tierungs- und Ver­ständi­gung­sprozessen zu Grunde liegen­den Struk­turen, die dabei genutzten Ver­fahren, Instru­mente usw.

Diese Ein­sicht in die Legit­im­ität und Notwendigkeit ein­er gesellschaftlichen Auseinan­der­set­zung um Ver­gan­gen­heit und ihre (Be-)Deutung(en) ist das eine. Sie darf aber nicht dazu ver­führen, das, was auf diesem Poli­tik­feld (Geschicht­spoli­tik als poli­ty) geschieht, immer nur dis­tanziert zu betra­cht­en — im Gegen­teil: ger­ade die Ein­sicht in diese Notwendigkeit und Legit­im­ität ruft dazu auf, sich aktiv an dieser Auseinan­der­set­zung zu beteili­gen mit eige­nen Geschicht­spoli­tiken (poli­cies), und andere zu kri­tisieren und (natür­lich im Rah­men der plu­ralen Ori­en­tierung) zu bekämpfen.

Dass um Geschichte gerun­gen und gestrit­ten wird, ist also ein gutes Zeichen. Einzelne (oder auch viele) dabei vertrete­nen Deu­tun­gen und Inter­pre­ta­tio­nen sind oft­mals hoch prob­lema­tisch — und zwar nicht nur in dem Sinne, dass sie “falsche” Darstel­lun­gen der eigentlich richtig erkennbaren Ver­gan­gen­heit wären, son­dern ger­ade weil ihnen poli­tis­che Inter­essen eben­so zu Grunde liegen wie Erken­nt­nis­möglichkeit­en und per­spek­tiv­en. Geschicht­spoli­tik ist so das­jenige Feld, in dem his­torische Denu­tun­gen sowohl in ihrer Bindung an die Möglichkeit­en der Erken­nt­nis, an die nor­ma­tiv­en Qual­ität­skri­te­rien his­torisch­er Re-Kon­struk­tion und Inter­pre­ta­tion und an die het­ero­ge­nen sozialen, kul­turellen, poli­tis­chen und weit­ere Per­spek­tiv­en und Inter­essen­la­gen the­ma­tisch wer­den. Sie kön­nen und müssen selb­st zum Gegen­stand von Unter­suchung und Analyse (“De-Kon­struk­tion”) wer­den — wie zum gegen­stand poli­tis­ch­er Auseinan­der­set­zung. Dass die Geschicht­spoli­tik wie die Diszi­plin der Zeit­geschichte  geprägt wird von der unau­flös­baren Verbindung von gefordert­er wis­senschaftlich­er Dis­tanz der Analyse ein­er- und der je eige­nen poli­tis­chen Per­spek­tive ander­er­seits, muss immer mit bedacht wer­den, sollte aber kein Grund sein, dieses Feld nur Experten zu über­lassen. — im Gegen­teil: Geschicht­sun­ter­richt muss diese Kom­plexe expliz­it ein­beziehen, will er Ler­nende dazu befähi­gen, an der heit­i­gen Gesellschaft aktiv und pas­siv teilzuhaben.

In diesem Sinne ist die aktuelle Kon­tro­verse um “Flucht und Vertrei­bung”, um das geplante Denkmal und Zen­trum für/gegen Vertrei­bun­gen und ganz aktuell um den aktuellen Beschluss des Deutschen Bun­destages, den 5. August als “Ver­triebe­nen-Gedenk­tag” einzuricht­en, zu begrüßen — macht sie doch die ver­schiede­nen Sichtweisen und Inter­essen an der Geschichte in unser­er Gesellschaft erst sicht­bar (wie übri­gens all die gle­ichzeit­ig und ver­set­zt ablaufend­en Debat­ten und Kon­tro­ver­sen um die Erin­nerung an die Bombe­nan­griffe auf Dres­den, usw.).

Aus didak­tis­ch­er Per­spek­tive ist diese Debat­te also zu begrüßen und zu the­ma­tisieren. Unbeschadet davon ist es natür­lich notwendig, in dieser Frage selb­st Stel­lung zu beziehen. In diesem Sinne haben gemäß heuti­gen Presse­bericht­en eine Rei­he namhafter deutsch­er His­torik­er zusam­men mit eini­gen Kol­legin­nen und Kol­le­gen aus anderen Län­dern den Bun­destags­beschluss kri­tisiert. Dieser Kri­tik ist m.E. in vollem Umfange zuzus­tim­men. Dem anzuerken­nen­den Bedürf­nis von Ver­triebe­nen und Ange­höri­gen nach Gedenken und Erin­nerun­gen kann und muss auf andere Art und Weise Rech­nung  getra­gen wer­den als mit ein­er Sym­bo­l­ik, die ein­er Gle­ich­set­zung von “Flucht und Vertrei­bung” mit dem Holo­caust gle­ichkommt.