Neuer Aufsatz von Bodo von Borries: Ästhetisches Vergnügen an und emotionale Verarbeitung von Historie. Ein vernachlässigtes Problem der geschichtsdidaktischen Kompetenzdebatte?

Bor­ries, Bodo von (2016): Ästhetis­ches Vergnü­gen an und emo­tionale Ver­ar­beitung von His­to­rie. Ein ver­nach­läs­sigtes Prob­lem der geschichts­di­dak­tis­chen Kom­pe­ten­zde­bat­te? In: Sask­ia Han­dro und Bernd Schöne­mann (Hg.): Aus der Geschichte ler­nen? Weiße Fleck­en der Kom­pe­ten­zde­bat­te. Berlin: LIT (Geschicht­skul­tur und his­torisches Ler­nen, Band 15), S. 53–76.

Bor­ries, Bodo von (2016): Ästhetis­ches Vergnü­gen an und emo­tionale Ver­ar­beitung von His­to­rie. Ein ver­nach­läs­sigtes Prob­lem der geschichts­di­dak­tis­chen Kom­pe­ten­zde­bat­te? In: Sask­ia Han­dro und Bernd Schöne­mann (Hg.): Aus der Geschichte ler­nen? Weiße Fleck­en der Kom­pe­ten­zde­bat­te. Berlin: LIT (Geschicht­skul­tur und his­torisches Ler­nen, Band 15), S. 53–76.

28.4.2010; 19.00h: Gastvortrag Prof. Dr. Bodo von Borries

Ästhetik, Emo­tion­al­ität und Moral als — unver­mei­dliche und reflek­tions­bedürftige — Kom­po­nen­ten des Geschicht­sler­nens

Geschicht­sler­nen stellt dur­chaus einen nicht-nur-kog­ni­tiv­en Prozess dar. Emo­tio­nen, Ästhetik, Moral, Poli­tik, Imag­i­na­tion, Trieb­dy­namik usw. haben ihren Anteil an Aus­lö­sung, Ver­lauf und Ergeb­nis; sie treiben also nicht nur Ler­nen (oder Lern­ver­weigerung) an, son­dern ändern sich auch durch Umgang mit Geschichte. Das ist triv­ial und wird von nie­man­dem bestrit­ten. Es wird aber meist auch über­haupt nicht ernst genom­men, nicht nur in der Unter­richt­sprax­is (mit ihrer häu­fi­gen Still­stel­lung von Ästhetik und Emo­tion), son­dern auch in The­o­riebil­dung, Norm­set­zung und empirisch­er Erforschung im Rah­men akademis­ch­er Geschichts­di­dak­tik.
Es geht im Vor­trag also um zweier­lei. Zum einen sind an exem­plar­ischen Fällen Urge­walt und Unver­mei­dlichkeit der nicht-nur-kog­ni­tiv­en Momente des Geschicht­sler­nens — sie müssen wed­er außer-kog­ni­tiv noch anti-kog­ni­tiv sein! — so zu verdeut­lichen, dass sie nicht wieder gle­ich danach in Vergessen­heit ger­at­en. Zum zweit­en ist anzudeuten, wie sie bei der Norm­set­zung (z.B. Lernziele) ehrlich­er reflek­tiert und in die geschichts­di­dak­tis­che The­o­rie, ins­beson­dere das Kom­pe­ten­zstruk­tur- und ‑graduierungsmod­ell von “FUER Geschichts­be­wusst­sein”, begrif­flich dif­feren­ziert­er inte­gri­ert wer­den kön­nen.

Datum: 28. April 2010
Zeit: 19.00h
Ort: Von-Melle-Park 6 (Philosophen­turm), Hör­saal E