20.1.2010: 18.00h: Gastvortrag Geschichtsdidaktik: Martin Lücke: Diversity

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Gastvor­trag von Her­rn Dr. Mar­tin Lücke:

„Diver­si­ty und Ungle­ich­heit­en – race, class und gen­der als geschichts­di­dak­tis­che Analy­sekat­e­gorien“

„Diver­si­ty“ ist in aller Munde. Ihr ist der Anspruch imma­nent, gesellschaftliche Het­ero­gen­ität in ihrer Vielfalt zu akzep­tieren und darauf hinzuwirken, dass die durch geschlechtliche, soziale oder eth­nis­che Kat­e­gorisierun­gen entste­hen­den Hier­ar­chien abgeschlif­f­en wer­den, ohne einen Ver­lust an Vielfalt hin­nehmen zu müssen. Aus Sicht der Geschichtswis­senschaft mag eine solche Vorstel­lung naiv erscheinen, haben doch ger­ade die his­torischen Kul­tur- und Sozial­wis­senschaften gezeigt, dass race, class und gen­der als „Achsen der Ungle­ich­heit“ in der Geschichte über­haupt erst schi­er unüber­wind­bare gesellschaftliche Hier­ar­chien hergestellt haben.
Kann die Didak­tik der Geschichte in diesem Kon­flikt ver­mit­teln? Als Mit­t­lerin zwis­chen Gegen­wartswahrnehmungen und Ver­gan­gen­heit kann sie vor allem die His­tor­iz­ität von Vielfalt beto­nen, um Kon­flik­te um Vielfalt in ihrer his­torischen Tiefen­schärfe zu ver­ste­hen. Gesellschaftliche Het­ero­gen­ität wird auf diese Weise zu ein­er Kat­e­gorie mit Geschichte. Indem etwa im Geschicht­sun­ter­richt die Wirkungsmächtigkeit von race, class und gen­der analysiert wird, kön­nen die Schü­lerin­nen und Schüler mit der Geschichte einen sekundären Erfahrungsraum betreten, in dem sie erfahren, in welch­er Vielfältigkeit die Kat­e­gorien race, class und gen­der his­torisch gewirkt haben und dass diese Kat­e­gorien wirkungsvolle Inklu­sions- und Exk­lu­sion­s­mech­a­nis­men bere­it hiel­ten.

Die “Folien” des Vor­trages sind nun hier abruf­bar.

Herr Dr. Mar­tin Lücke ist wis­senschaftlich­er Mitar­beit­er im Arbeits­bere­ich Didak­tik der Geschichte an der Freien Uni­ver­sität Berlin. Er forscht und lehrt zu den The­men Diver­si­ty und tran­skul­tureller Geschicht­sun­ter­richt, Holo­caust und his­torisches Ler­nen und zu his­torisch­er Biografieforschung.

Datum: 20. Jan­u­ar 2010
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Philosophen­turm Hör­saal A
(Von- Melle- Park 6)

Nachträge (21.1.2010):