Zum Beitrag des Historischen Denkens zur politischen Urteilsfähigkeit

BORRIES, BODO VON (2009): “His­torische Bil­dung als Voraus­set­zung für Poli­tis­che Mündigkeit?!”. Vor­trag auf dem Jahreskon­gree der Lan­deszen­trale für Poli­tis­che Bil­dung Meck­len­burg-Vor­pom­mern 2009. Online unter: http://www.lpb-mv.de/cms2/LfpB_prod/LfpB/_downloads/Jahreskongress_LpB_M-V_2009_Bodo_von_Borries.pdf (gele­sen 29.1.2010).

Literatur: Wolfgangs Welschs Begriff der “Transkulturalität”

  • WELSCH, WOLFGANG (1994): “Tran­skul­tur­al­ität — Lebens­for­men nach der Auflö­sung der Kul­turen.” In: LUGER, KURT; RENGER, RUDI (Hrsg.; 1994): Dia­log der Kul­turen  — Die mul­ti­kul­turelle Gesellschaft und die Medi­en. Wien [u.a.]: Öster­re­ichis­ch­er Kun­st- und Kul­turver­lag (Neue Aspek­te in Kul­tur- und Kom­mu­nika­tion­swis­senschaft; 8), S. 147–169.
  • WELSCH, WOLFGANG (1994): “Tran­skul­tur­al­ität — die verän­derte Ver­fas­sung heutiger Kul­turen.  In: Via Regia 20.
  • WELSCH, WOLFGANG (1997): “Tran­skul­tur­al­ität.” In: Uni­ver­si­tas 52,1; S. 16–24.

Deutschtürkische Migranten und Holocaust-Erinnerung

Die Frage, ob und wie die Kul­tur (dur­chaus auch im Sinne von Pflege) der Erin­nerung an den Holo­caust, die Teil des (dur­chaus müh­sam und bei weit­em nicht abschließend errun­genen) Selb­stver­ständ­niss­es der Bun­desre­pub­lik ist, für Migranten anders gedacht und ihnen gegenüber anders ver­mit­telt wer­den soll, ist nicht ein­fach zu beant­worten. Ein­er­seits sind “die Migranten” (die es also ein­heitliche Gruppe gar nicht gibt) davon nicht “nicht betrof­fen”, ander­er­seits kön­nen sie aber auch nicht ein­fach als von den “autochtho­nen Deutschen” (die eben­falls alles andere als ein­heitlich sind) unun­ter­schieden gedacht wer­den.

Es bedarf also wohl ein­er erhöht­en Aufmerk­samkeit gegenüber kul­turellen Dif­feren­zen und ihrer Bedeu­tung für his­torisches Ori­en­tieren und Denken, ohne diese Dif­feren­zen in irgen­dein­er Weise vorzugeben und zuzuschreiben.

In diesem Zusam­men­hang ist ein Artikel inter­es­sant, der diese Woche in DIE ZEIT erschienen ist, und der sich mit dem Ver­hält­nis deutschtürkisch­er Jugendlich­er (nicht: “der Deutschtürken”) zum Holo­caust und zur Holo­caust-Erin­nerung beschäftigt:

Topcu, Özlem; Wef­ing, Hein­rich: “Bist Du Jude?” In: DIE ZEIT Nr. 4; 21.1.2010.

Bitte auch die bei­den ver­link­ten weit­eren Artikel beacht­en — und die Kom­mentare der Leser, die zum Teil tiefe Ein­blicke in die (vorhan­de­nen oder fehlen­den) Fähigkeit­en von Lesern geben, mit den Konzepten von his­torisch­er Iden­titäten umzuge­hen.