Vortrag im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens: Lernort Gedenkstätte?

Kör­ber, Andreas: (8.12.2009): “Ler­nort Gedenkstätte?” Vor­trag im Rah­men der Ringvor­lesung “Ler­nort Ham­burg” des All­ge­meinen Vor­lesungswe­sens der Uni­ver­sität Ham­burg

Kör­ber, Andreas: (8.12.2009): “Ler­nort Gedenkstätte?” Vor­trag im Rah­men der Ringvor­lesung “Ler­nort Ham­burg” des All­ge­meinen Vor­lesungswe­sens der Uni­ver­sität Ham­burg am 8. Dezem­ber 2009. Video

20.1.2010: 18.00h: Gastvortrag Geschichtsdidaktik: Martin Lücke: Diversity

Gastvor­trag von Her­rn Dr. Mar­tin Lücke:

„Diver­si­ty und Ungle­ich­heit­en – race, class und gen­der als geschichts­di­dak­tis­che Analy­sekat­e­gorien“

„Diver­si­ty“ ist in aller Munde. Ihr ist der Anspruch imma­nent, gesellschaftliche Het­ero­gen­ität in ihrer Vielfalt zu akzep­tieren und darauf hinzuwirken, dass die durch geschlechtliche, soziale oder eth­nis­che Kat­e­gorisierun­gen entste­hen­den Hier­ar­chien abgeschlif­f­en wer­den, ohne einen Ver­lust an Vielfalt hin­nehmen zu müssen. Aus Sicht der Geschichtswis­senschaft mag eine solche Vorstel­lung naiv erscheinen, haben doch ger­ade die his­torischen Kul­tur- und Sozial­wis­senschaften gezeigt, dass race, class und gen­der als „Achsen der Ungle­ich­heit“ in der Geschichte über­haupt erst schi­er unüber­wind­bare gesellschaftliche Hier­ar­chien hergestellt haben.
Kann die Didak­tik der Geschichte in diesem Kon­flikt ver­mit­teln? Als Mit­t­lerin zwis­chen Gegen­wartswahrnehmungen und Ver­gan­gen­heit kann sie vor allem die His­tor­iz­ität von Vielfalt beto­nen, um Kon­flik­te um Vielfalt in ihrer his­torischen Tiefen­schärfe zu ver­ste­hen. Gesellschaftliche Het­ero­gen­ität wird auf diese Weise zu ein­er Kat­e­gorie mit Geschichte. Indem etwa im Geschicht­sun­ter­richt die Wirkungsmächtigkeit von race, class und gen­der analysiert wird, kön­nen die Schü­lerin­nen und Schüler mit der Geschichte einen sekundären Erfahrungsraum betreten, in dem sie erfahren, in welch­er Vielfältigkeit die Kat­e­gorien race, class und gen­der his­torisch gewirkt haben und dass diese Kat­e­gorien wirkungsvolle Inklu­sions- und Exk­lu­sion­s­mech­a­nis­men bere­it hiel­ten.

Die “Folien” des Vor­trages sind nun hier abruf­bar.

Herr Dr. Mar­tin Lücke ist wis­senschaftlich­er Mitar­beit­er im Arbeits­bere­ich Didak­tik der Geschichte an der Freien Uni­ver­sität Berlin. Er forscht und lehrt zu den The­men Diver­si­ty und tran­skul­tureller Geschicht­sun­ter­richt, Holo­caust und his­torisches Ler­nen und zu his­torisch­er Biografieforschung.

Datum: 20. Jan­u­ar 2010
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: Philosophen­turm Hör­saal A
(Von- Melle- Park 6)

Nachträge (21.1.2010):

27.11.2009: Gastvortrag von Prof. Dr. Bea Lundt (Flensburg)


Liebe Kommiliton(inn)en,

am 27.11. startet der Arbeits­bere­ich Geschichts­di­dak­tik eine neue Rei­he mit Gastvorträ­gen. Den Anfang macht Frau Prof. Dr. Bea Lundt von der Uni­ver­sität Flens­burg:

A.Körber

Gastvor­trag von Frau Prof. Dr. Bea Lundt:

Das Afrikanis­che Mit­te­lal­ter als Her­aus­forderung für die Geschichts­di­dak­tik.


beafrika_1Afri­ka im Mit­te­lal­ter? Bei dem Begriff “Mit­te­lal­ter” tauchen cbeafrika_1hristliche Dome vor unseren inneren Augen auf, Rit­ter in glänzen­den Rüs­tun­gen, städtis­che Handw­erk­er, aber auch arme und unwis­sende Bauern in ihren unzivil­isierten Dör­fern. Ger­ade erst erschienen sind Unter­richts-mate­ri­alien, die auch weit­er­hin “das Reich” und seine Kaiser als Vor­form Deutsch­lands präsen­tieren; noch immer einge­set­zt wird eine drei­gliedrige Lehn­spyra­mide zur Kennze­ich­nung ein­er sta­tis­chen sozialen Ord­nung, die ange­blich die Vor­mod­erne kenn-zeich­nete. Dabei zeigt uns die Forschung seit eini­gen Jahren eine dif­feren­zierte, mul­tire­ligiöse und mul­ti­kul­turelle Epoche von hoher Mobil­ität in einem weit über Europa hin­aus­re­ichen­den Raum. Am Ende der Karawa­nen­straßen durch die Sahara befan­den sich große Städte und Reiche. Zur Zeit wer­den in dem mit­te­lal­ter­lichen Gelehrten­zen­trum Tim­buk­tu zahlre­iche ara­bis­che Hand­schriften gesichert, die von Reich­tum und Wis­sen ein­er islamis­chen Schriftkul­tur des Mit­te­lal­ters zeu­gen. In Afri­ka ist man sich dieser Tra­di­tion bewusst und pflegt sie. Doch in die mit­teleu­ropäis­chen Geschichts­bilder sind solche Erken­nt­nisse noch nicht eingear­beit­et. Wir wer­den “unser” Mit­te­lal­ter teilen müssen…

Frau Prof. Dr. Bea Lundt ist Pro­fes­sorin für mit­te­lal­ter­liche Geschichte und für die Didak­tik der Geschichte an der Uni­ver­sität Flens­burg, eben­so nimmt sie Lehraufträge und Assozi­ierun­gen an der Hum­boldt-Uni­ver­sität zu Berlin wahr.

Datum: 27. Novem­ber 2009

Uhrzeit: 18.00 Uhr

Ort: Anna- Siem­sen- Hör­saal

(Von- Melle- Park 8 )

Gastvortrag: Learning Each Other’s Historical Narrative

Learning Each Other‘s Historical Narrative — Gastvortrag

Vor­trag am 16. Juli 2009 16:15

Ein­ladung zu einem

Gastvor­trag
in englis­ch­er Sprache

Prof. Dr. Shifra Sagy
(Ben-Guri­on-Uni­ver­si­ty of the Negev;
Beer-She­va, Israel)

Prof. Dr. Sami Adwan
(Beth­le­hem Uni­ver­si­ty,
Pales­tin­ian Author­i­ty)

Learn­ing Each Other‘s His­tor­i­cal Nar­ra­tive
An inno­v­a­tive form of peace-pro­mot­ing his­to­ry teach­ing and its back­ground con­di­tions in con­flict­ing soci­eties

Sami Adwan, Prof. of Edu­ca­tion in Beth­le­hem, is co-ini­tia­tor (togeth­er with the late with Dan Bar-On) and co-direc­tor of PRIME, the Peace-Research Insti­tute for the Mid­dle East in Tal­itha Kumi. In this func­tion, he ini­ti­at­ed a project for pro­mot­ing a cul­ture of mutu­al under­stand­ing among Jew­ish Israeli and Pales­tin­ian Stu­dents using a his­to­ry text­book pre­sent­ing the his­to­ry of their soci­eties‘ con­flict in two con­trast­ing nar­ra­tives (Learn­ing each other‘s his­tor­i­cal nar­ra­tive; 3 vol­umes). This project makes use of prin­ci­ples which cor­re­late with stan­dard prin­ci­ples of his­to­ry teach­ing, the­o­ret­i­cal­ly cher­ished in Ger­man his­to­ry didac­tics, how­ev­er not ful­ly imple­ment­ed in teach­ing mate­ri­als so far (mul­ti­per­spec­tiv­i­ty, con­tro­ver­sial­ty, ori­en­ta­tion on nar­ra­tives rather than only on pri­ma­ry sources). Prof. Adwan will give a pre­sen­ta­tion about the idea of, the con­cept for and the expe­ri­ences with this project.

Shifra Sagy, Prof. of Psy­chol­o­gy, has under­tak­en empir­i­cal research about the per­cep­tion of the mutu­al con­flict among Jew­ish and Arab Israeli stu­dents in a lon­gi­tu­di­nal study. She will present her results and dis­cuss them with spe­cial regard to effects of the the chang­ing polit­i­cal sit­u­a­tion onto both the per­cep­tion and inter­pre­ta­tion both of the past and on the atti­tudes towards the oth­er.

Fakultät für Erziehungswis­senschaft, Psy­cholo­gie und Bewe­gungswis­senschaft

Pro­fes­sur für Erziehungswis­senschaft

unter bes. Berück­sich­ti­gung der Didak­tik der Geschichte und der Poli­tik

Prof. Dr. Andreas Kör­ber